Das Ludwig-Baumann-Fest (LBF) steht in der Tradition der antimilitaristischen Feste, die seit dem Jahr 2010 in Hamburgs Innenstadt stattfinden und dem Andenken an die Wehrmachtsdeserteure und "Kriegsverräter" gewidmet sind, die bis April 1945 am Schießplatz Höltigbaum sowie im Innenhof des Untersuchungsgefängnisses Holstenglacis hingerichtet worden sind.
Bis zur Übergabe des Deserteursdenkmals im Herbst 2015 wurde das Fest, seinerzeit "Klotzfest" genannt, vom "Bündnis Hamburger Deserteursdenkmal" ausgerichtet. Wenn auch die Namen der Veranstalter und des Festes seither wechselten, das Orgteam blieb dem Fest bis heute treu. Wir widmen das Fest dem bekannten Friedensaktivisten Ludwig Baumann, der unser Anliegen bis zu seinem Tod 2018 begleitet hat.

Ludwig Baumann kam 1921 in der Bundesstraße in Hamburg zur Welt. Im Zweiten Weltkrieg als Marinesoldat im besetzten Frankreich im Einsatz, desertierte er, wurde gefasst und 1942 zum Tode verurteilt. Nach einer Strafmilderung zu 12 Jahren Zuchthaus überlebte er den Krieg in Konzentrationslagern, Wehrmachtsgefängnissen und Strafeinheiten.
Nach dem Krieg war Ludwig Baumann als "Vaterlandsverräter" geächtet. Er ließ sich mit seiner Familie in Bremen nieder, wo er bis zu seinem Tode lebte. Mit dem Erstarken der westdeutschen Friedensbewegung begann er sich zu engagieren, bis er 1990 zusammen mit anderen überlebenden Wehrmachtsdeserteuren, mit Freunden und Historikern die "Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz" gründete, die noch heute existiert und in Bremen ihren Sitz hat. Ludwig Baumanns Verein setzte sich erfolgreich mit parlamentarischen Initiativen erfolgreich für die Aufhebung der Unrechtsurteile gegen Deserteure ein. Bis zur Übergabe des Hamburger Deserteursdenkmals am Dammtor war er maßgeblicher Zeitzeuge im Entstehungsprozess dieses Gedenkorts und erlebte noch die Übergabe des Deserteursdenkmals im November 2015, bevor er drei Jahre später verstarb.

Das Ludwig-Baumann-Fest unterstützt die Hamburger Initiative "Sedanstraße umbenennen!", die sich seit 2020 um eine Umbenenneung der Sedanstraße nach Ludwig Baumann bemüht.
     
Hamburg zwischen Dammtorbahnhof
und Stephansplatz: Alle Veranstaltungen finden am Deserteursdenkmal statt.
Samstag
7. 9. 2024
Gegen Kriegsertüchtigung, Aufrüstung und Waffenlieferungen.
Für Frieden, Diplomatie und Völkerverständigung

15:00
bis
19:30

Chor Hamburger Gewerkschafter*innen, September 2011

Festprogramm
mit Lesung, Lyrik, Musik, Film und einer Führung:


  Chor der Hamburger Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter

  Initiative »Sedanstraße umbenennen«: Textcollage im Ensemble

  Hartmut Botsmann über Aktionskunst der 1980er-Jahre am Kriegsklotz

  Marx' Sisters & Brothers: Tucholsky-Revue (Gesang, Rezitation, Keyboard)

  Dialogische Lesung der »Antikriegsambulanz« (Lothar Zieske und René Senenko)

  Führung mit dem Bildhauer Volker Lang, Schöpfer des Hamburger Deserteursdenkmals. Volker Lang erläutert seine Intentionen und die Geschehnisse, die zur Schaffung des Deserteursdenkmals führten, bevor es im Herbst 2015 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Die Führung ist zugleich ein Beitrag zum »Tag des offenen Denkmals«.

19:30
"Ludwig Baumann" (Kurzfilm 2011) 

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»Ludwig Baumann« (2011), Kurzfilm 7 min



19:45 Sabine Kebir, (c) Kurt Buchwald
  »Ihr wärt zu mehr gut als zum blinden Welterobern« - Brechts „Kriegsfibel“ in Bild & Ton mit Sabine Kebir (Berlin), 60 min.
Dieser Programmteil findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg statt und wird gefördert durch die Landeszentrale politische Bildung Hamburg
21:00
25. April 1945: Die historische Begegnung an der Elbe
  »Joe Polowsky - ein amerikanischer Träumer« (Dokfilm BRD 1986, 83min, Regie/Prod.: Wolfgang Pfeiffer). Ein Taxifahrer aus Chicago erlebt als US-Soldat im 2. Weltkrieg die historische Begegnung mit der Roten Armee in Torgau an der Elbe mit, ein Erlebnis, das ihn bis an sein Lebensende nicht mehr loslässt. Wertvoll.
Sonntag
8. 9. 2024

16:00
 

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