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1926  

Objekt: 1926_fonds
Objekt: 1926_druz
     
Frankreich / Italien
Titel (Italienisch): Giacomo Matteotti / Assassinato Barbaramente dal Fascismo / il 10 giugno 1924.
Stempel auf Adressseite: Fondo SolidarietÀ proletaria “Matteotti”.
Übersetzung:
Giacomo Matteotti, barbarisch ermordet am 10. Juli 1924 / [Adressseite:] Proletarischer Solidaritätsfonds "Matteotti".
Künstlersignatur / Fotograf:
-
Hintergründe:
Der Matteotti-Fonds wurde im April 1924 von der SAI zur Unterstützung von antifaschistischen Emigranten aus "nichtdemokratischen Ländern" (»pour le mouvement ouvrier des pays sans démocratie«) eingerichtet und vom Matteotti-Komitee in Paris verwaltet. Mit "nichtdemokratischen Ländern" war auch die Sowjetunion gemeint. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: April 1926.
Syrien
Titel (Französisch): Prisonniers Druzes de le Djebel.
Übersetzung: Gefangene Drusen vom Djebel ["Le Djebel" meint im Französischen allgemein einen arabischen Gebirgszug oder Berg].
Fotoatelier: Luigi Stironi, Photographe Artiste, Damas [= Damaskus, Syrien]
Hintergründe: Umfangreiche Fotokartenserie aus dem Studio Stironi (Damaskus), das öffentlich sichtbare Ereignisse aus der Zeit der "Syrischen Revolution" 1925-1927 im Bild festhielt und auf Fotopostkarten verbreitete. Alle Aufnahmen entstanden gefahrlos im Schutze der französischen Mandatsmacht. Frankreich war nach dem Ersten Weltkrieg das Mandat über Syrien und Libanon zuerkannt worden. Gegen diese Fremdherrschaft kam es 1925-1927 zu einem allgemeinen Aufstand von Sunniten, Alawiten, Schiiten, Drusen und Christen, der aber wegen der fehlenden Koordinierung erfolglos blieb. Da die Erhebung bei den Drusen im Dschabal al-Arab (dt. "Drusengebirge") im Südwesten Syriens ihren Ausgang nahm, wird sie auch "Große Drusenrevolte" genannt. Unsere Aufnahme entstand dort nach einem Gefecht zwischen Sommer 1925 und Sommer 1927. Die französischen Armee (30.000 Soldaten) verübte zahlreiche Verbrechen. Massaker an Zivilisten, Serienhinrichtungen, massenhafte Zwangsumsiedlungen, Einsatz von schweren Waffen (Tanks und Bomber), die Bombardierung von Damaskus, Hauszerstörungen und Kollektivbestrafungen gehörten zum Arsenal der Besatzer. Nur durch diese brutalen Maßnahmen war es möglich, Syrien im Mai 1926 zurückzuerobern. 2000 französische Soldaten und 6000 syrische Aufständische verloren ihr Leben, 100.000 Syrer wurden aus ihren Heimatorten vertrieben.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Sommer 1925 bis Sommer 1927.
                        
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Objekt: 1926_pfingst

Objekt: 1926_verbannung

Objekt: 1926_havel
   
Niederlande
Titel (Niederländisch): PINKSTERFEST TE AMSTERDAM 1926.
Übersetzung: Zu Pfingsten nach Amsterdam, 1926.
Künstlersignatur: Fre Cohen
Hintergründe: Karte zum Treffen der Sozialistischen Jugend-Internationale vom 21. bis 25. Mai 1926 in Amsterdam, an dem 6000 Jugendliche teilnahmen. Anschließend fand am gleichen Ort der 3. Internationale Sozialistische Jugendkongress statt, der einen Forderungskatalog zum Jugendschutz in allen Ländern beschloss. Siehe Objekte 1923_hh, 1923_lund und 1929_wien.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1926.
Marokko / Frankreich          
Titel (Französisch): La reddition d'Abd el-Krim.
Übersetzung
: Die Kapitulation von Abd el-Krim.
Herausgeber /
Verlag:  -
Hintergründe: Mohammed Abd al-Karim (1882-1963), Präsident der Rif-Republik, rief 1923 die Unabhängigkeit seines Landes aus. Im antikolonialistischen Krieg gegen Spanien und Frankreich (1921-1926) musste er sich aufgrund der grausamen, mit Senfgas geführten Kriegsführung der Kolonialmächte der Übermacht beugen. An diesem schmutzigen Krieg gegen die Rifkabylen war auch Deutschland beteiligt. Abd al-Karim ergab sich am 27. Mai 1926 den französischen Militärs (Abb.) und wurde auf die Insel Réunion verbannt. Als er 1947 nach Frankreich gebracht werden sollte, glückte ihm im ägyptischen Hafen Port Said die Flucht. Bis zu seinem Tod blieb er im Exil in Kairo. Siehe auch Objekte 1926_rifkabyl und 1926_maroc.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1926.
Deutschland
Titel: Gausängerfestes des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) zu Pfingsten 1926 in Brandenburg/ Havel / Gemischter Massenchor im Stadion Am Grillendamm.
Herausgeber: -
Hintergründe: Der ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) geht historisch auf Initiativen von Arbeitern und Handwerkern zur Selbsthilfe bei der Notfallrettung und der Ausbildung in Erster Hilfe zurück. In Deutschland und in der Schweiz 1888 gegründet, bestehen insbesondere seit den 20er Jahren des 20. Jh. Arbeiter-Samariterverbände in zahlreichen Ländern. Das Transparent "Freie Turner" auf dem Foto deutet lediglich auf den Veranstaltungsort, ein Sportstadion, hin. Die Sportstätte Grillendamm bzw. Am Grillendamm existiert noch heute (Stand 2016).
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1926.
                      
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Objekt: 1926_traffic
Objekt: 1926_reichsbanner
Objekt: 1926_fuersten
Objekt: 1926_holzhauer
 
Großbritannien
Titel (Englisch): ROAD TRAFFIC. GENERAL STRIKE MAY 1926.
Übersetzung
: Straßenverkehr, Generalstreik Mai 1926.
Herausgeber / Druckvermerke: -
Fotograf [s. Bildseite]: SCOTT
Hintergründe: Der Generalstreik legte in London den öffentlichen Verkehr lahm und rief auf den Straßen einen immensen Stau privater Fahrzeuge hervor.
Ort: London.
Über den Fortgang des Generalstreiks siehe Objekt 1926_castleford.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1926.

Deutschland
Titel: Reichsbanner-Sachsentreffen Dresden 1926.
Hintergründe: Der SPD-Schutz- und Ordnerorganisation "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" wurde am 22.4.1924 in Magdeburg gegründet. Das Sachsen-Treffen in Dresden fand am 12. und 13. Juni 1926 statt.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juni 1926.

 


Deutschland
Titel: Unsere Antwort am 20. Juni! Keinen Pfennig mehr den Verderbern Deutschlands! S.P.D. Berlin.
Herausgeber: SPD Berlin.
Druck: Offsetdruck L.M. Barschall, Berlin.
Hintergründe: Karte zur Volksabstimmung über die Fürstenenteignung am 20.6.1926, die erfolglos ausging.
// Als 1925 bekannt wurde, dass es in einigen Ländern Deutschlands Pläne gab, die Fürsten für die Beschlagnahmung ihres Besitzes während der Revolution 1918 / 1919 finanziell abzufinden und ihnen die volle Verfügbarkeit über den Besitz zurückzugeben, stellte angesichts des Massenelends in Deutschlands die KPD im Reichstag am 25. November 1925 den Antrag auf eine entschädigungslose Enteignung der deutschen Fürsten. Ein Volksbegehren sollte die Voraussetzung für eine Volksabstimmung schaffen. Infolge dieser Idee entfaltete sich eine nie dagewesene Initiative im Reich. In Großstädten trugen sich bis zu 50% der Wahlberechtigten in die Listen ein, auf dem Lande hingegen gab es viele Widerstände gegen das Plebiszit, die Resonanz blieb dort gering. Dennoch war reichsweit die Beteiligung weit höher als bei den letzten Reichstagswahlen. Im April setzte die Regierung den Vorschlag von Reichspräsident Hindenburg durch, wonach die Volksabstimmung nur bei einer Zustimmung von 50% der Wähler (bisher einfache Mehrheit) erfolgreich sein könne (20 Millionen Wähler). Da der Reichstag den Gesetzentwurf der KPD im Mai ablehnte, kam es am 20. Juni 1926 zum Volksentscheid. 36,3 % aller Wahlberechtigten stimmten für die Enteignung. Nur in Berlin, Hamburg und Leipzig überstieg das Quorum die 50%-Marke. Trotz dieser Abstimmungsniederlage hatten die Arbeiterparteien und andere demokratische Kräfte ein enormes Mobilisierungspotential bewiesen, wie es zuvor nie erreicht worden ist. 
Das trug dazu bei, dass bei den nachfolgenden Verhandlungen mit den Fürstenhäusern der staatlichen Position mehr Gewicht zukam als zuvor. Die insgesamt 26 Verträge mit den Fürstenhäusern liefen auf eine Anpassung an die modernen kapitalistischen Verhältnisse im Staat hinaus: Kostenintensive und Kulturobjekte (Theater, Sammlungen, Museen, Archive, Parks und Schlösser) wurden von den Ländern übernommen oder gingen in Stiftungen ein, profitable Titel jedoch erhielten die Fürsten zurück (Wälder, rentable Böden).

Postalische Merkmale: Gelaufen Juni 1926 (Berlin).
Deutschland
Titel: Holzhauer Kaltbrunn 1926.
Hintergründe: Waldarbeiter im Schwarzwald.
Postalische Merkmale: Gelaufen Juli 1926 (Schenkenzell).
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Objekt: 1926_sportfest
Objekt: 1926_soermus

Objekt: 1926_schutzbund

Objekt: 1926_lipnice
 
Österreich
Titel: ArbeiterTurn- und Sportfest Wien - 1926 / 4.-11. Juli.
Künstlersignatur: Slama
Künstler: Victor Th. Slama (1890-1973), österreichischer Grafiker und Plakatkünstler.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1926.
Deutschland
Titel: Der russische Violinkünstler E. Soermus mit seiner Frau, der Pianistin Virgina Soermus. 
Herausgeber: -
Hintergründe: 1923 ging der estnische Violinist Eduard Sõrmus (der "rote Geiger") für die Rote Hilfe auf Tournee durch Deutschland. Am 31. Juli 1926 war es ihm bei einem Konzert in Weimar nicht erlaubt, zu reden und Spenden zu sammeln. An seiner Stelle sprach seine Frau Virginia Tschaikowski-Sõrmus, die bei vielen Konzerten gemeinsam mit ihm auftrat. Herausgeber ungenannt.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1926.
Österreich
Titel: Reichsordnertag in Wien / 11. VII. 1926. 
Hintergründe: Treffen des Republikanischen Schutzbundes am 11. Juli 1926. Der Republikanische Schutzbund wurde 1923 / 1924 als bewaffnete Schutz- und Ordnerabteilung der österreichischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) gebildet.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1926.
ČSR
Titel (Tschechisch): Kolonie v Lipnici 1926
Übersetzung
: Ferienkolonie in Lipnice 1926. 
Herausgeber:
Ústřední škola Dělnická / Vzdelávacie ústředí / českosl. strany socialistické v Praze.
Hintergründe:
Noch vor der Proklamation der Tschechoslowakei im Oktober 1918 gab sich die "Česká strana národně sociální" (ČSNS; dt: Tschechische National-Soziale Partei)  den Namen Československá strana socialistická / Tschechoslowakische Sozialistische Partei. Bei ihrem Parteitag 1926 benannte sie sich abermals um: Československá strana národně socialistická / Tschechoslowakische Partei des Volkssozialismus (ČSNS); sie bestand bis 1938. Die Volkssozialisten waren eine einflussreiche, auf Reformen orientierte, antimilitaristische Partei, die alle Volksschichten zu erreichen suchte und an Stelle des Klassenkampfes die Einheit der Nation postulierte. Sie rekrutierte sich aus Arbeitern, Kleinbauern und Gewerbetreibenden, Angestellten, Unternehmern und Lehrern. // Die Karte zeigt badende Kinder im Ferienlager ("Kolonie") in Lipnice nad Sázavou / Lipnitz an der Sasau (im Grenzbereich zu Mähren). Das Lager wurde von der "Zentralen Arbeiterschule", einer Einrichtung der Prager Parteigruppe der ČSNS, organisiert. Siehe auch Objekt 1927_boju.
Postalische Merkmale:
-
Datierung:
Sommer 1926.
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Objekt: 1926_kollwitz
Objekt: 1926_leipzig
Objekt: 1926_bruecke
Objekt: 1926_castleford
 
Deutschland
Titel: Nie wieder Krieg!
Aufdruck Adressseite: Anti-Kriegskundgebung der Sozialistischen Areiterjugend Bezirksverband Brandenburg-Grenzmark 31. Juli und 1. August 1926 [handschriftlich ergänzt:] in Hennigsdorf an der Havel.
Hintergründe: Käthe Kollwitz schrieb im Dezember 1922 an Erna Krüber: "Vom Internationalen Gewerkschaftsbund habe ich den Auftrag bekommen, ein Plakat gegen den Krieg zu arbeiten. Das ist eine Arbeit, die mich freut. Mag man tausendmal sagen, daß das nicht reine Kunst ist, die einen Zweck in sich schließt. Ich will mit meiner Kunst, solange ich arbeiten kann, wirken.“ Erstmals bekannt wurde das Motiv, als es auf Plakaten für den Mitteldeutschen Jugendtag in Leipzig im August 1924 Verwendung fand. // Hennigsdorf ist eine Gemeinde nordwestlich von Berlin (seit 1962 Stadt); 1925 hatte der Ort rund 7700 Einwohner. Bekannt war der Ort vor allem durch das Stahl- und Walzwerk.
Postalische Merkmale:
-
Datierung: Juli / August 1926.
Deutschland
Titel: Ortsgruppe Roter Frontkämpferbund Leipzig-Zentrum / 12. Abteilung Leipzig.
Aufschrift der sowjetischen Fahne (Russisch):
 Ячейке Л.К.С.М.Б. / Завода "Красная Саря" / от Ячейки К.П.Б. / В XII. международный юношеский день / 19 / 5 / IX / 26.
Übersetzung: Zelle des Leninschen Komsomol beim Werk "Morgenröte" / von der Parteizelle der KP (Bolschewiki) zum XII. Internationalen Jugendtag am 5. September 1926.
Hintergründe: Karte des RFB Leipzig zum XII. Internationaler Jugendtag in Leipzig. Links die Fahne der Komsomolzelle des sowjetischen Betriebes „Morgenröte“.
Postalische Merkmale:
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Datierung: September 1926.
Deutschland / Dänemark
Titel: Hans Windisch - Die Brücke / Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit / Deutscher Zweig.
Herausgeber: s
iehe Titel.
Künstler: Hans Windisch (1891-1965).
Hintergründe: Die Karte gab die Liga anlässlich ihrer Nordisch-Deutschen Konferenz vom 24. bis 26. September 1926 in Flensburg (Deutschland) und Sønderborg (Dänemark) heraus. Die IFFF wurde 1915 in Den Haag gegründet. Ihr deutscher Zweig rekrutierte sich aus Frauen der radikal-bürgerlichen Frauenbewegung. Im Jahr 1928 bestanden in Deutschland 80 regionale Gruppen mit mehr als 2000 Mitgliedern. Die Liga setzte sich für friedliche Lösungen von internationalen Konflikten, für eine volle politische Gleichberechtigung von Frauen und die Schaffung einer neuen sozialen und wirtschaftlichen Ordnung ein. 1933 wurden die Büros geschlossen, der Besitz konfisziert. Die Aktivistinnen mussten emigrieren.
Postalische Merkmale: -
Datierung: September 1926.
Großbritannen
Titel (Englisch): Hightown-Soup-kitchen-Staff.
Übersetzung
Das Suppenküchenpersonal von Hightown.
Herausgeber:
-
Hintergründe: Das Bild zeigt die Mitarbeiterinnen der Streikküche im Kohlerevier von Castleford (bei Leeds). Am 4. Mai 1926 begann der erste Generalstreik in der Geschichte Großbritanniens. Er wurde nach einer Woche von der TUC-Führung abgebrochen. Allein die Bergarbeiter setzten ihn fort
(unterstützt vom britischen IAH-Zweig Workers International Relief), mussten den Kampf aber am 30. November aufgeben. Das Bild entstand in der 26. Streikwoche, also einen Monat vor Streikende. Castleford galt als eine der Hochburgen der Kommunistischen Partei. Die Gesichter der jungen Köchinnen und ihrer Helfer in der hinteren Reihe spiegeln großes Selbstvertrauen. Wahrscheinlich privat angefertigte Fotopostkarte, keine Angaben zum Herausgeber. Siehe auch Objekt 1926_traffic.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Oktober 1926.
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Objekt: 1926_bergedorf
Objekt: 1926_su
Objekt: 1926_schlichter
Objekt: 1926_anarcho
 
Deutschland
Titel: Arbeiter-Radfahrer-Bund Solidarität Ortsgruppe Bergedorf-Sande, gemischte Mannschaft.
Herausgeber: siehe Titel.
Hintergründe: Auf der Adressseite folgende handschriftliche Mitteilung: 
"Am 8.12.26 findet im H.H.S. unsere Versammlung um 8 Uhr statt. Sehr wichtige Tagesordnung – Dein Erscheinen sei Deine Pflicht. Der Vorstand".
Postalische Merkmale: Manuell beschriftet und adressiert, ohne Stempel und Marke.
Datierung: Dezember 1926.
China / IRH / UdSSR (?)
Titel (Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch): Tchin-Hong-Ki, Chairman of the revolutionary union of the chinese sailors in Hong-Kong / Tchin-Hong-Ky, President [sic] des roten Vereines der chinesischen Seeleute in Hong-Kong / Tchin-Hong-Ky, President de l’union revolutionnaire de marins chinois à Hong-Kong / Чин-Хон-Ки, Председатель революционного союза китайских моряков в Гонконге.
Herausgeber: Internationale Rote Hilfe.
Hintergründe: Karte für Su Zhaozheng (Su Chao-Cheng; 1885-1929). Ab 1921 Organisator der ersten Seeleute-Gewerkschaft in Guangzhou (Kanton) und Hong Kong, Führer der großen Streiks in diesen Städten (1922 / 1925). Im Mai 1926 zum Vorsitzenden des Exekutivkomitees des Allchinesischen Gewerkschaftsverbandes (siehe Objekt 1933_deng) gewählt, 1927 übernahm er den Vorsitz des Rates der Volkskommissare in der Kanton-Kommune. In dieser Zeit leitete er in Kanton auch die IAH. Seit 1928 Mitglied des Präsidium des EKKI und der RGI. Su Zhaozheng starb 1929 in Shanghai an einer Blinddarmentzündung.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Um 1926.
Deutschland
Titel: Weiße Justiz. Zum Besten der "Roten Hilfe", Preis 1 Mark.
Verlag: Zentralkomitee „Die Rote Hilfe“, Berlin.
Künstlersignatur: R. Schlichter
Künstler: Rudolf Schlichter (1890-1955).
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1926.
Frankreich
Titel (Französisch): L’en dehors.
Hintergründe:
Französischsprachiges Zitat von Henri-David Thoreau zum "Recht auf Widerstand gegen die Staatsgewalt". Karte der anarchistischen Zeitschrift “L'en dehors” ("Außerhalb", "Das nach außen"), die von 1922 bis 1939 in Orléans erschien und von dem Individualanarchisten Émile Armand (1872-1962) herausgegeben wurde // Serie. Die an Motivkarten umfangreiche Serie, die ohne weiterführende Recherchen nur für Einzelkarten datierbar ist (1925, 1926, 1931), wurde von Armand über die ganze Erscheinungsdauer seiner Schriftenreihe herausgegeben. Anfänglich stellten die Karten bekannte Anarchisten (auch Armand selbst) und eine Liste ihrer bekanntesten Werke vor. Später erschienen Karten (wie die hier vorgestellte), welche die Wirkung einer eindrucksvolle künstlerischen Grafik im Zusammenhang mit einem literarisches Zitat zu potenzieren wussten.
Künstlersignatur der Grafik: les
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1925 / 1926.
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Objekt: 1926_kriegdemkrieg

Objekt: 1926_rifkabyl
Objekt: 1926_maroc
Objekt: 1926_hans
Deutschland
Titel: Krieg dem imperialistischen Krieg!
Herausgeber: KPD Groß-Hamburg. 
Die Losung "Krieg dem imperialistischen Krieg!" gehört ab 1926 zu den zentralen Losungen der KPD und des RFB. Sie findet sich deshalb auf zahlreichen Plakaten und Materialien wieder. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1926 / 1927.
Marokko
Titel (Französisch): La Guerre au Maroc / Partisans dans la Région de Kifane.
Übersetzung: Marokkokrieg - Partisanen der Kifane-Region.
Verlag: Photo Coutanson.
Hintergründe: Kämpfer der Rifkabylen im Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien und Frankreich (1921-1926). Die Rifkabylen konnten nur durch den Einsatz von Senfgas unterworfen werden, eine vom Völkerrecht schon damals geächtete Kriegsführung. Aus einer Serie. Siehe auch Objekte 1926_verbannung und 1926_maroc.
Postalische Merkmale: Die Karte weist auf der Adressseite eine handschriftliche, undatierte Mitteilung von "Maurice" in frz. Sprache auf.
Datierung: 1921-1926.
Frankreich / Marokko
Titel (Französisch): La civilisation française au Maroc / 12.000 tués, 4 milliards gaspillés! Les ouvriers et les paysans ont donné tout cela / Regardez pour quoi faire?
Übersetzung: Zivilisation auf französisch in Marokko. 12.000 getötet, 4 Milliarden Franc verschwendet! Arbeiter und Bauern haben dafür alles geben müssen. Geben Sie für das, was zu tun nötig ist?
Herausgeber: Fédération Nationale des Jeunesses Communistes, Paris.
Hintergründe: Protest gegen den Kolonialkrieg und Genozid in Marokko, an dem neben Spanien auch Frankreich beteiligt war. Siehe auch Objekte 1926_verbannung und 1926_rifkabyl.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1924-1926.
Lettland
Titel (Lettisch): Alb. Hāns / XX GADU SIMTENIS.
Aufdruck Adressseite: Nekas netraucē vairāk garsīgās cīņas spējas kā alkohols / J. Deučs.

Übersetzung: Alb. Hāns / Das 20. Jahrhundert / Nichts stört den Kampf des Geistes mehr als der Alkohol / J. Deučs.
Künstlersignatur: Alb. Hāns
Herausgeber: -
Hintergründe: Die politische Karikatur erlebte in den 1920er und 30er Jahren in den baltischen Ländern eine erste Blütezeit. Die bekanntesten Grafiker auf diesem Gebiet waren in Estland zu Hause: Gori, Redo Randels, Romuls Tīts und andere. Die vorliegende Postkarte gehört zu einer Serie kapitalismuskritischer Karikaturen, insb. von Gori und Hāns, die auf der Adressseite jeweils durch ein Zitat ergänzt werden, das dem Kampf gegen Alkohol und Alkoholismus in die Bildaussage einzubeziehen beabsichtigt. Auch in unserem Falle wird das deutlich. Während der Bildtitel "Das 20. Jahrhundert" sehr allgemein bleibt, scheint das Deučs-Zitat auf der Adressseite dem Herrn mit Zylinder einen Spruch in den Mund zu legen, der sich auf die inhaftierten Arbeiter bezieht und damit zynisch wirkt. // Über den Künstler Alb. Hāns konnte unser Projekt keine biogragischen Daten ermitteln (Stand März 2017).  
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1926-1930.
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Objekt: 1926_gandhi

     
Indien
Titel (Hindi / Schrift Devanagari, Englisch):

M.K. Gandhi. Great Hero of Satyagraha.
Übersetzung: Mahatma M.K. Gandhi, der große Held des Satyagraha.
Verlag
: Joshi Brothers, Bombay.
Hintergründe
: Anfang der 1920er Jahre stand Gandhi (1869-1948) im Zenit seines Ruhms. Sein Auftreten motivierte die Inder zu Streiks und zu Boykotten gegen die britische Kolonialherrschaft. Er rief zum Boykott von englischen Waren sowie zum zivilen Ungehorsam gegen eine neue Steuererhöhung auf. Infolge der Auseinandersetzungen, insbesondere mit Polizeikräften, verurteilte man ihn zu einer Haftstrafe von 6 Jahren. Nach zwei Jahre entlassen, wurde er Ende 1924 zum Präsidenten des Indischen Nationalkongresses (INC) gewählt. Kurz darauf, spätestens 1926, erschien die Serie mit dieser Karte. Sie zeigt Gandhi mit einem recht jugendlich wirkenden Portrait von etwa 1915. // "
Satyagraha" nannte Gandhi seine in Südafrika ab 1906 / 1907 entwickelte Strategie, mit Methoden von Gewaltlosigkeit und Leidensbereitschaft solange an das Gewissen und die Vernunft des Gegners zu appellieren, bis dieser für die eigene Sache gewonnen ist. Die Methoden schlossen auch den zivilen Ungehorsam ausdrücklich ein. // Siehe auch Objekt 1933_gandi.

Postalische Merkmale: -
Datierung: Um 1926.
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1927  
Objekt: 1927_kolonial
Objekt: 1927_shanghai
Objekt: 1927_kalinin
Objekt: 1927_ruthenberg
 
Niederlande
Titel (Niederländisch): Liga tegen imperialisme en koloniale overheersching / het verbond van blank en bruin Maakt de menschheid vry.
Übersetzung: Liga gegen Imperialismus und Kolonialherrschaft
/ Die Allianz von Weiß und Braun macht die Menschheit frei.
Herausgeber: siehe Titel.
Hintergründe: Spendenkarte zur Finanzierung einer niederländischen Delegation zum "Weltkongress gegen koloniale Unterdrückung und Imperialismus” in Brüssel, 10.-15. Februar 1927.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Februar 1927.

China
Titel (Englisch): Commencement of General Strike, (“Shanghai” 1927).
Übersetzung: Beginn des Generalstreiks, Shanghai 1927.
Herausgeber: -
Hintergründe:
Um den Vormarsch der Nationalen Revolutionsarmee unter dem Kommando von Chiang Kaishek in Richtung Shanghai zu unterstützen, riefen die Gewerkschaften in Shanghai am 17. Februar 1927 den Generalstreik aus. Da Chiang Kaisheks Truppen nicht eingriffen und die Streikenden von Machthabern der Stadt blutig verfolgt wurden, gingen die Gewerkschaften zum Aufstand über. Der Aufstand wurde niedergeschlagen. Die Verweigerung der Hilfe durch die Revolutionsarmee führte zu einer noch tieferen Spaltung zwischen den Flügeln der Nationalen Volkspartei. Am 21. März erhoben sich Shanghais Arbeiter erneut. Innerhalb eines Tages kontrollierten sie fast die ganze Stadt. Doch das militärische Kräfteverhältnis war nicht zu ihren Gunsten; in der Stadt waren 22.400 ausländische Soldaten stationiert; 2000 Bandenleute und 3000 Soldaten Chiang Kaisheks standen lediglich 2700 schlecht bewaffneten Mitgliedern der Arbeitermilizen gegenüber. Die Komintern drängte somit auf den Beibehalt des Bündnisses mit der Guomindang statt auf eine Revolution und Räteregierung. Die Aufständischen übergaben also die Stadt Shanghai den Truppen Chiang Kaisheks. Über den weiteren Verlauf der Ereignisse siehe Objekt 1927_massacre.
Postalische Merkmale:
Ohne Postkartenzudruck.
Datierung: Februar 1927. 

UdSSR
Titel (Russisch): Председатель В.Ц.И.К. тов.[арищ] М.И. Калинина с семьей.
Übersetzung: Der Vorsitzende des Zentralen Exekutivkomitees Genosse M.I. Kalinin mit Familie.
Herausgeber: Кино-Комитет Народного Комиссариата Просвещения / Kino-Ausschuss des Volkskommissariats für Aufklärung. 
Hintergründe: Von einem Esperantisten aus Wladamir ("Vladimiro") in Russland an Richard J. in Wiesa (Oberlausitz, heute zu Kodersdorf).
Postalische Merkmale: Gelaufen Februar 1927 (Wladimir, UdSSR).
USA
Titel (Englisch): Charles E. Ruthenberg / ... / Let’s fight on!
Übersetzung: Charles E. Ruthenberg / Lasst uns kämpfen!
Herausgeber: -
Hintergründe: Gedenkkarte für den am 2. März 1927 verstorbenen Gründer der Kommunistischen Partei der USA. Auf der Adressseite zahlreiche biografische Daten. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: März 1927.
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Objekt: 1927_massacre

Objekt: 1927_weisweiler
Objekt: 1927_kampfmai
Objekt: 1927_faud
 
China
Titel: -
Herausgeber / Verlag / Fotostudio: -
Hintergründe: Nachdem im März und April 1927 die kommunistisch geführten Gewerkschaften in Shanghai mit Generalstreik (s. Objekt 1927_shanghai) und bewaffneten Aufstand die Bildung einer Räteregierung angestrebt hatten, riet die Komintern zugunsten des Einheitsfront-Bündnisses mit der Guomindang von diesem Schritt ab. Guomindang-General Chiang Kaishek nutzte die Situation am 12. April zu einem Handstreich gegen die Kommunisten. Die bewaffneten Banden des großen Shanghaier Gangstersyndikats, zu dem Chiang gute Kontakte hatte, massakrierten innerhalb kurzer Zeit 2000-4000 Arbeiter, zumeist Kommunisten oder mit ihnen Sympathisierende. Auch in anderen Städten brachen die linken Gewerkschaften zusammen. Chiang kündigte das Bündnis mit der Kommunistischen Partei auf, verbot sie in seinem Herrschaftsbereich und ließ deren Anhänger verfolgen. Mit der Niederwerfung der Kantoner Kommune im Dezember und der Säuberung der
Nationalen Volkspartei von Kommunisten war die Niederschlagung der Arbeiterbewegung vollendet. Die Liquidierung der Kommunisten soll 30.000 bis 35.000 Menschenleben gekostet haben. Chiang Kaishek bildete in Nanjing (Nanking) eine Gegenregierung, weitete seine Herrschaft über ganz Nordchina aus und legte die Grundlagen für ein kapitalistisch orientiertes China. // Im Bild Opfer des Massakers in Shanghai. Anonyme Karte. Lediglich die Reklameplakate für Produkte und Filme lassen eindeutige Rückschlüsse auf Ort und Zeit zu.
Datierung: Ab April 1927.
Deutschland
Titel: Übergabe der ersten russischen Zellenfahne am Roten Tag in Weisweiler 8. Mai 1927.
Verlag: Verlag Hans Och, Aachen.
Hintergründe: Karte einer RFB-Gruppe im Rheinischen Braunkohlengebiet bei Aachen. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1927.
Deutschland
Titel: Kampfmai 1927.
Herausgeber: KPD Wasserkante.
Hintergründe: Maipostkarte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1927.
Deutschland
Titel: Der Syndikalist / Organ der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (Anarcho-Syndikalisten).
Verlag: Verlag Fritz Kater, Berlin. 
Hintergründe:
Die Gewerkschaft "Freie Arbeiter-Union Deutschlands" (FAUD) entstand 1919 aus der Vereinigung von ehemaligen Sozialdemokraten, die eine Zentralisierung der Gewerkschaftsarbeit ablehnten oder sich als kommunistische Anarchisten verstanden. Die FAUD bestand zwar bis 1933, hatte aber ihren größten Einfluss in den Jahren der verstärkten Klassenkämpfe bis 1923. In diesem Zeitraum organisierte sie zahlreiche Streiks; 1920 stellte sie gegen den Kappputsch die Rote Ruhrarmee auf, der vor allem Bergleute angehörten. Sie unterhielt von 1918-1932 das Wochenblatt "Der Syndikalist". 1922 gründete sich in Berlin auf ihre Initiative die Internationale Arbeiter-Assoziation (IAA), ein Zusammenschluss von anarchosyndikalistischen Gruppen aus Europa und Amerika. 1933 löste sich die FAUD auf, viele ihrer Mitglieder leisteten Widerstand gegen das Hitlerregime. Einige Mitglieder schlossen sich 1937 im Spanienkrieg den anarchosyndikalistischen Milizen der CNT-FAI an// Unsere Abbildung zeigt eine Werbekarte der Wochenzeitung "Der Syndikalist" mit faksimiliertem Kopf der Ausgabe vom 4. Juni 1927. Die Adressseite wirbt mit dem Slogan: "'Der Syndikalist' ist das einzige revolutionäre, politische und wirtschaftliche Wochenorgan in deutscher Sprache".
Datierung: Juni 1927.
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Objekt: 1927_huesperanto
Objekt: 1927_justizpalast
Objekt: 1927_beisetzung
Objekt: 1927_gruender
 
Ungarn
Titel (Esperanto): 1927 - XXIV-a grupo de Hung.Esp.[eranto] Societa Laborista Hódmezővásárhely.
Übersetzung: 1927 - XXIV. Gruppe der Ungarischen Vereinigung der Arbeiter-Esperantisten in Hódmezővásárhely. 
Hintergründe:
Die Hungara Esperantista Societo Laborista (HESL), 1913 ins Leben gerufen, soll auch von vielen Studenten unterstützt bzw. mitgetragen worden sein. In der Horthy-Ära unterlag Esperanto in der ungarischen Provinz vielen Verboten und Beschränkungen. Trotz der behördlichen Einschränkungen entwickelte sich Ungarn zu einem Zentrum der Esperanto-Bewegung in Europa. Ausgelöst wurde das durch literarische Erfolge in Esperanto, die viele Menschen bei dem Drang, die halbfeudalen Verhältnisse in Ungarn zu überwinden, ansprach. Die Postkarte entstand anlässlich der Gründung der Ortsgruppe der Arbeiter-Esperantisten am 7. Juli 1927 in Hódmezővásárhely in Südostungarn. 
Postalische Merkmale: Gelaufen Juli 1927 (Ort?).
Österreich
Titel: Wien 15. und 16. Juli 1927. 
Herausgeber: Österreichische Rote Hilfe
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Hintergründe: Nach der Neuordnung in Europa 1918 / 1919 blieb die Republik Österreich wirtschaftlich schwach; wichtige Wirtschaftszweige waren nunmehr in den von Habsburg unabhängig gewordenen Nationalstaaten nach zuhause. Zu dieser Strukturkrise gesellten sich ab 1929 die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise.  1933 war ein Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung ohne Arbeit, was im Land zu einer starken politischen Polarsierung führte. Diese Gegensätze in Österreich eskalierten schließlich 1927. In Schattendorf (Burgenland) wurden bei einer Demonstration des sozialdemokratischen Schutzbundes zwei Personen erschossen, darunter ein Kind. Im "Schattendorfer Urteil" wurden die Täter, die einer kaisertreuen Frontkämpferorganisation angehörten,  von einem Geschworenengericht freigesprochen. Die am Tag nach dem Freispruch einsetzende Empörung am 15. Juli 1927 entlud sich in einer großen spontanen Demonstration ("Julirevolte"). Der Gerichtsgebäude neben dem Parlament wurde von Demonstranten gestürmt und ging in Flammen auf ("Justizpalastbrand"). Nachdem auch Polizeiwachen ins Visier der Proteste geraten waren, lösten Polizeikräfte die Demonstration mit Waffengewalt auf. Sie schossen dabei auch auf Flüchtende und Unbeteiligte. Die Bilanz des Blutbades: 89 Tote (davon vier Polizisten), 1057 Verwundete.
// Aus einer Serie, "gewidmet den Juliopfern". Näheres zu diesem Exemplar siehe "Post an Häftlinge": 1927 / 1928.
Postalische Merkmale: Gelaufen März 1928 (Hamburg). 
Datierung: Juli 1927 (Kartendruck) und März 1928 (Versand).  
Österreich
Titel: Die Beerdigung der ersten Opfer vom 15. Juli 1927.
Hintergründe: Karte zum Justizpalastbrand in Wien. Mehr zum Ereignis siehe nebenstehende Karte (links).
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1927.
Deutschland 
Titel: Die Gründer des Arbeitergesangsvereins Oberlungwitz 17.7.1927.
Fotostudio: Hermann Naumann, Oberlungwitz.
Hintergründe: Oberlungwitz liegt im Landkreis Zwickau in Sachsen.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1927.
 
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Objekt: 1927_jungfront

Objekt: 1927_suomi
Objekt: 1927_sacco

Objekt: 1927_boras

 
Deutschland
Titel: Reichsführerlager der Roten Jungfront vom 3.-24. Juli in Tambach-Dietharz (Thüring[en]).
Herausgeber: RFB.
Hintergründe: "Rote Jungfront" nannten sich die Jugendformationen des 1924 gegründeten "Roten Frontkämpferbundes"
(RFB) für jugendliche Mitglieder zwischen 16 und 21 Jahren.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1927.
Finnland
Titel (Finnisch): »Emme ole rikoksellisia, vaan jos meidät yli 7 vuoden kidutusten jälkeen teloitetaan, tehdään se ainoastaan siksi, että olemme köyhiä ja vastustamme ihmisten riistoa.« Vanzetti / Teloitus tapahtui Bostonissa elokuun 23 päivänä 1927 / Sacco / Vanzetti.
Übersetzung:
»Wir sind keine Verbrecher. Wenn wir nach sieben Jahren der Tortur hingerichtet werden, dann nur deshalb, weil wir arm und gegen die Ausbeutung der Menschen sind.« Vanzetti / Die Hinrichtung fand in Boston am 23. August 1927 statt / Sacco / Vanzetti
Herausgeber: Suomen Työväen Järjestönuorten liitto r.y. [Finnischer Arbeiterjugendverband e.V.].
Hintergründe: Karte zur Gedenkfeier im Arbeiterhaus Helsinki nach der Hinrichtung von Nicola Sacco & Bartolomeo Vanzetti. Trotz weltweiter Massenproteste wurden die beiden Arbeiter am 23.8.1927 im Staatsgefängnis von Charlestown in Boston auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.
Postalische Merkmale: -
Datierung: August 1927.
Niederlande
Titel (Flämisch): SACCO / VANZETTI / Gouverneur FULLER, hun moordenaar!
Übersetzung: Sacco / Vanzetti / Gouverneur Fuller, ihr Mörder!
Herausgeber: De Roode Bibliotheek, Zandvoort.
Postalische Merkmale: -
Datierung: August 1927. 
Schweden
Titel (Esperanto): La tria kongreso des Sveda. Laborista Esperanto Asocio en Borås 1927.
Übersetzung: 3. Kongress der Schwedischen Arbeiter-Esperanto-Assoziation in Borås 1927. 
Hintergründe: Im 40. Jahr seit der Grundlegung von Zamenshofs Sprachlehre gab es weltweit zahllose Aktivitäten der Esperantisten.
Borås liegt nur 50 Kilometer von Göteborg entfernt. Mehrfach bewarben sich die schwedischen Arbeiter-Esperantisten um die Ausrichtung des SAT-Kongresses. Im August 1928 fand der 8. Kongress dann in Göteborg statt.  
Postalische Merkmale: Gelaufen September 1928 (Göteborg).
Datierung: 1927 (Druck) und September 1928 (Versand).

 

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Objekt: 1927_postmarko
Objekt: 1927_palmov
Objekt: 1927_prolettheater Objekt: 1927_lekhal
 
UdSSR
Titel (Esperanto): Poŝtmarko aperigita de U.S.S.R. honore a la 40-jara jubileo de Esperanto.
Übersetzung:
 Briefmarken-Emission in der UdSSR zum 40-jährigen Esperanto-Jubiläum.
Druck: Tip. "Petschatny Trud".
Hintergründe: Ersttagsbriefkarte zur Briefmarke anlässlich der Ehrung zum 40-jährigen Esperanto-Jubiläum". Ersttagsbrief als Postkarte.
Postalische Merkmale: Gelaufen November 1927 (Kiew).

 

Ukraine (UdSSR)
Titel (Ukrainisch): В. Ленін.
Übersetzung: V. Lenin.
Herausgeber: "Український Робітник", Харків; Verlag "Ukrainischer Arbeiter", Charkiv.
Künstlersignatur: Пальмов.
Künstler: Виктор Никандрович Пальмов (1888-1929) / Viktor Nikandrovič Palmov, russisch-ukrainischer Künstler.

Hintergründe: Anlässlich des 10. Jahrestags der Oktoberrevolution erschienene Karte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: November 1927.
Belgien
Titel: Les Vony Girls.
Herausgeber: -
Hintergründe: Agitprop-Theater "Théâtre Prolétarien" von Fernand Piette in Brüssel (1926-1934). Der Ensembleleiter Piette ganz links im Bild mit Mademoiselle Vony Piette.
// Fotopostkarte auf Gevaert-Papier.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1926 / 1927.
Frankreich
Titel (Französisch): Trois victimes parmi d'autres de l'impérialisme français aux Colonies.
Übersetzung: Drei weitere Opfer des französischen Imperialismus in den Kolonien.
Herausgeber: Secours Rouge International, Section Française.
Hintergründe: Mitte der 1920er Jahre gab die französische Sektion der IAH eine Serie von Postkarten heraus, die auf inhaftierte Aktivisten gegen Kolonialismus und Krieg aufmerksam machte. Vorgestellt wurden Kämpfer für die nationale Unabhängigkeit in den französischen Kolonien, zu Haftstrafen verurteilte Matrosen der Kriegsmarine und Aktivisten der Arbeiterbewegung. Die vorliegende Karte ist gewidmet den folgenden Männern:
Cheikou-Cissé, der für unbefristete Zeit in die Strafkolonie auf Neukaledonien (eine französische Kolonie im südlichem Pazifik) verbannt wurde;
Biboulet, Pierre (1860-1928), Sekretär der Fédération communiste d'Alger. Er musste eine Haftstrafe im Gefängnis Barberousse in Algier antreten, weil er an Protesten gegen den Marokkokrieg beteiligt war. 
Ben Lekhal (*1894), algerischer Kommunist, verurteilt wegen des Verstoßes gegen die repressiven Kolonialrechtsregelungen zu 2 Jahren Haft. Er hatte 1923 an Protestaktionen gegen die Besetzung des Ruhrgebietes und später gegen den Kolonialkrieg in Marokko und Syrien teilgenommen. Nach seiner Kandidatur bei den Gemeindewahlen in Algier wurde er 1927 deportiert. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1927.
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Objekt: 1927_hoffmanns

Objekt: 1927_boju

Objekt: 1927_antikrieg
Deutschland 
Titel: Hoffmann's Rote Sänger, Berlin.
Namen auf Bildseite:
Erich Hoffmann / Gertrud Christ / Hermann Halle.
Herausgeber: siehe Titel.
Druck: HRSV.
Hintergründe: Sozialistische Kleinkunstbühne in Berlin, die mit ihrem abendfüllenden Programmen zur "Befreiung und Einigung des Proletariats" beizutragen beabsichtigte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Um 1927.
ČSR
Titel (Tschechisch): 1897-1927 / 30 LET PRACE A BOJů / ČSL. STRANY NÁR. socialistické.
Übersetzung: 1897-1927. Dreißig Jahre Arbeit und Kampf. / Tschechoslowakische Volkssozialistische Partei.
Hintergründe: Jubiläumskarte der Partei ČSNS. Die reformistisch-sozialistische, staatstragende ČSNS hatte ihre Wurzeln in der Arbeiterschaft, verfügte über einen Gewerkschaftsverband, war Sammelbecken für viele nichtmarxistische Linke und ehemalige Anarchisten und konkurrierte mit der sozialdemokratischen ČSSD
(vgl. Objekte 1932_czmai und 1935_soukup). Sie errang bei Wahlen während der Ersten Republik 1918-1938 stets zwischen 8 und 10 % der Stimmen. Bekanntester Repräsentant war Edvard Beneš, 1918-1935 Außenminister des Landes, zeitweise auch Ministerpräsident und Staatsoberhaupt. Eine Fotopostkarte von einem Kinderferienlager der ČSNS finden Sie unter Objekt 1926_lipnice.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1927.
Deutschland
Titel: Krieg dem Kriege / Einigkeit aller Schaffenden überwindet den organisierten Massenmord: "Militarismus und Krieg"!
Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der Antikriegsverbände: Friedensbund der Kriegsteilnehmer, Berlin N31 / Verband der Kriegsgegner (Rhld.-Westf.) Solingen / Verband ehem. Kriegsteilnehmer, Mylau / Organ der Verbände „Friedenswacht“ – Solingen.
Druck: C. Linke, Berlin
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Künstlersignatur: EGGERT 27
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1927.

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1928  
Objekt: 1928_jugend
Objekt: 1928_ruda
Objekt: 1928_schulspeisung
Objekt: 1928_dresden
 
Deutschland
Titel: Herzliche Glückwünsche zur Jugendweihe.
Fotostudio: NPG.
Hintergründe: An Walter Seifert / Dresden-Gorbitz / Am Geyersgraben 6 [gemeint ist die Straße: Geyersgraben, bis 1921 Am Graben] gesandte Jugendweihglückwünsche. Das Bildmotiv vor konventioneller Atelierskulisse, wie wir sie von Konfirmantenfotos kennen, weicht vom Gewohnten ab: Der Jugendweihabsolvent hält sein Jugendweihgeschenk, ein aufgeschlagenes Buch, das eine bekannte Grafik von Frans Masereel (1889-1972) zeigt. Sie stammt aus Masereels 1918 geschaffenen, 25-teiligen Holzschnittzyklus „Die Passion eines Menschen“.
Postalische Merkmale: Gelaufen 31.3.1928 (Dresden-Gorbitz).
ČSR
Titel (Tschechisch): Vzpomeňte obětí měšťácké třídní justice! Podporujte Mezinárodní Rudou Pomoc!
Übersetzung: Denken Sie an die Opfer der bürgerlichen Klassenjustiz! Unterstützen Sie die Internationale Rote Hilfe!
Herausgeber: IRH.
Hintergründe: Die tschechoslowakische Rote Hilfe (Ruda pomoc) wurde 1925 gegründet und bestand bis zu ihrem Verbot im Jahr 1932. Sie wirkte Illegal weiter und unterstützte ab 1933 die antifaschistischen Emigranten aus Deutschland. Nach dem Beistandspakt UdSSR-ČSR (Mai 1935) gründete sie sich offiziell unter dem Namen "Solidarita" neu. // Teil einer Serie. Diese Serie erschien auch in einer deutschsprachigen Version.
Postalische Merkmale: Gelaufen Mai 1928 (Kutná Hora).
Deutschland
Titel: Wir fordern Schulspeisungen.
Hintergründe: Vor der Reichstagswahl im Mai 1928 stellten SPD und KPD die Losung "Schulspeisung statt Panzerkreuzer" in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfes. Die gescheiterte bürgerliche Regierungskoalition hatte zuvor als ein Prestigevorhaben den Bau des "Panzerkreuzers A" und die Streichung der Zuschüsse für die Schulspeisung vorgesehen. Beide Linksparteien gingen gestärkt aus der Wahl hervor, während die bürgerlichen Parteien Verluste hinnehmen mussten. // Die Fotopostkarte, deren Motiv offensichtlich bei einer Wahlkundgebung entstand, ist heute nicht mehr lokalisierbar, Bildautor und Herausgeber sind unbekannt.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1928.
Deutschland
Titel: Kampf Mai 1928.
Herausgeber: SPD Groß-Dresden.
Druck: Kaden & Comp., Dresden.
Künstlersignatur: EW.
Hintergründe: Mai-Karte mit Flugblattcharakter. Auf der Rückseite wirbt der Herausgeber (anstelle des Postkartenzudrucks) für die Maikundgebung auf dem Theaterplatz in Dresden, für die Abendfeiern am 1. Mai und für die Dresdner SPD-Kandidaten zur Reichstagswahl am 20. Mai 1928: "Die Liste der Schaffendenden, Unterdrückten [und] Enterbten ist Liste 1: Fleißner, Tony Sender, Schmidt Krätzig".
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1928. 
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Objekt: 1928_aussig
Objekt: 1928_lungo
Objekt: 1928_koeln
Objekt: 1928_arbeiterfotograf
 
ČSR
Titel (Deutsch): Sozialistische Jugend / Reichsjugendtag Pfingsten 1928, Aussig.
Herausgeber: Sozialistischer Jugendverband Teplitz-Schönau.
Druck: Graph.Kunstanstalt A. Bartel, Rumburg, ČSR.
Künstlersignatur: Slama.
Künstler: Victor Th. Slama (1890-1973), österreichischer Grafiker und Plakatkünstler.

Hintergründe: Nachdem es im Oktober / November 1920 beim Verbandstag des "Verbandes der sozialdemokratischen Arbeiterjugend" in Karlsbad / Karlovy Vary in Grundsatzfragen zu keiner Einigung kam, verließ die große Mehrheit (88 gegen 22 Stimmen) die Organisation und schloss sich der Kommunistischen Jugendinternationale an. Nach dieser Spaltung gründete die Minderheit am 5.12.1920 Teplitz / Teplice auf einer "Reichskonferenz" den "Sozialistischen Jugendverband", der in Teplitz seinen Sitz behielt. Verbandsorgan: "Sozialistische Jugend", Auflage bis 10.000. Die Sozialistische Jugend (SJ) blieb der Jugendverband der Deutschen Sozialdemokratischen Partei in der Tschechoslowakei (DSAP). Die SJ hatte auf die Gründung und Ausrichtung der zu Pfingsten 1923 in Hamburg gebildeten Sozialistischen Jugendinternationale maßgeblichen Einfluss. Die Postkarte ist dem Reichsjugendtag 1928 in Aussig / Ústí n.L. gewidmet. Noch im gleichen Jahr kam es infolge der pazifistischen Agitation der SJ unter Rekruten ("Wenn die Köpfe denken, schießen die Flinten nicht") zu Hausdurchsuchungen bei SJ-Mitgliedern und zu Zensureingriffen bei der Verbandszeitung. Erst 1935 oder 1936, als die faschistische Gefahr in Europa zunahm, begann die SJ, sich an militärischen Übungen der "Republikanischen Wehr" (der Ordnungsgruppe der DSAP) zu beteiligen. Im Jahr 1931 zählte sie 9-10.000 Mitglieder und rivalisierte bei der Werbung um junge Mitglieder stets mit dem Arbeiter-Turn-und-Sportverband ATUS.

Datierung:
Mai 1928.
Italien / Deutschland
Titel (Deutsch, Französisch): Lungo Tevere (Rom), wohin Matteotti entfuehrt wurde / Lungo Tevere (Rome), ou Matteotti a été enlevé
Herausgeber: Atelier Scherer, Köln (?).
Hintergründe: Zehn Tage nach Matteottis mutiger Parlamentsrede am 30. Mai 1924 gegen den faschistischen Terror während des zurückliegenden Wahlkampfes wurde er am 10. Juni 1924 von fünf bis sechs Faschisten am Lungotevere Arnaldo da Brescia in Rom in ein Auto gezerrt und dort erdolcht
(vgl. Objekte 1924_linz und 1924_matteotti). Die Leiche des Sozialisten wurde erst zwei Monate später entdeckt. Der Mord stürzte das faschistische Regime in eine Krise, 180.000 Mitglieder traten aus Mussolinis Partei aus, die Opposition verließ das Parlament ("Matteotti-Krise"). Da sich die Opposition auf kein gemeinsames Handeln einigen konnte, gewann Mussolini Anfang 1925  mit einer Rede im Abgeordnetenhaus die Initiative zurück. Hatte er aber bis zur Krise mit dem Parlament kooperiert, ging er jetzt zur offenen Diktatur über. Das Foto zeigt die Ehrung des Ermordeten am Ort der Entführung unmittelbar nach Bekanntwerden des Tathergangs. Die Karte ist Teil einer in Deutschland oder Frankreich gedruckten Kartenserie und erschien im Juni 1928 anlässlich einer antifaschistischen Ausstellung in Köln.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juni 1928. 
Deutschland
Titel (Deutsch, Französisch): Italienische antifascistische Ausstellung / Exposition antifasciste italienne. 
Herausgeber: Atelier Scherer, Köln (?).
Hintergründe: Von Emigranten aus Italien im Volkshaus Köln gezeigte Ausstellung über ihre antifaschistische Presse. Teil einer Serie.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juni 1928.
Deutschland
Titel: Bist Du schon Mitglied der Arbeiterfotografen?
Herausgeber: VdAFD.
Künstler / Fotograf:
Willi Zimmermann (1900-1977), Dresden.
Hintergründe: Erste Werbepostkarte der Vereinigung der Arbeiter-Fotografen Deutschlands (VdAFD). 
Postalische Merkmale: -
Datierung:
Juli 1928.
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Objekt: 1928_spartakiade
Objekt: 1928_marine
Objekt: 1928_maison

Objekt: 1928_kollwitz

ČSR
Titel (Tschechisch): II Spartakiáda AT žije.
Übersetzung: Es lebe die II. Spartakiade.
Fotostudio: Foto Vidlák, Lázně Poděbrady.
Hintergründe: Nach zweijähriger Vorbereitung und der Einladung ausländischer Sportler wurde die für Anfang Juli 1928 geplante II. Spartakiade roter Sportler in der Tschechoslowakei vom Polizeipräsidium Prag mit der Begründung verboten, die Teilnahme von Schülern an den Sportübungen des Proletarischen Sportverbandes FPT verstoße gegen Ordnung und Sicherheit. Das Verfahren ging durch mehrere Instanzen. Letztlich bestätigte das Innenministerium das Verbot. Das Foto zeigt Sportler(innen), die für die Spartakiade werben. Buchstaben auf den Hemden ergeben die Losung: "Es lebe die II. Spartakiade", die Aufschrift auf dem Transparent lautet: "Proletáři všech zemí, spojte se" (Proletarier aller Länder vereinigt euch).
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1928.
Deutschland
Titel: Rote Marine. 
Herausgeber:
Druckvermerk: 4180 oder 4/80.
Hintergründe: Treffen der Hamburger „Roten Marine“ mit der Besatzung des schwedischen Panzerkreuzers „Fuelgia“ im August 1928. Im Hintergrund eine Fahne mit den Bildnissen von Max Reichpietsch und Albin Köbis. Die "Rote Marine" war eine Sektion des Roten Frontkämpferbundes (RFB).
Postalische Merkmale: -
Datierung: August 1928.
Belgien
Titel (Französisch): Congres socialiste international, 5-12 août 1928 / Bruxelles Maison du Peuple.
Übersetzung: Kongress der Sozialistischen Internationale vom 5.-12. August 1928 / Brüssel: Volkshaus.
Herausgeber / Verlag / Druckvermerk: -
Hintergründe:
Postkarte mit der Ansicht des Brüsseler "Maison du Peuple" (Deutsch: Volkshaus). Begegnungsstätten der Arbeiterklasse gab es unter dieser Bezeichnung in Frankreich und Belgien seit dem 19. Jahrhundert. Der im Art-Nouveau-Stil im Auftrag der Parti ouvrier belge (POB) / Belgische Werkliedenpartij (BWP) errichtete Bau wurde 1899 eröffnet. Das Gebäude wurde trotz zahlreicher Proteste 1965 abgerissen. // Der Absender bzw. die Absenderin der Postkarte war zum 3. Kongress der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (SAI), der im Maison du Peuple in Brüssel vom 5. bis 11. August 1928 stattfand, delegiert (auf der Karte ist abweichend 5.-12. August notiert). Die SAI war der Zusammenschluss der sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien. Sie wurde 1923 in Hamburg gegründet und bestand bis 1940.
Postalische Merkmale:
Gelaufen August 1928 (Brüssel), adressiert nach Paluel in Frankreich.
Deutschland
Titel: 9. November 1918 - 1928. 
Künstlersignatur: Kollwitz
Künstlerin: Käthe Kollwitz
(1867-1945). 
Postalische Merkmale: Ohne Postkartenzudruck.
Datierung: November 1928.
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Objekt: 1928_lettland
Objekt: 1928_salvadori
Objekt: 1928_turkey
Lettland
Titel (Lettisch): Cilvēkam cilvēka tiesības!
Übersetzung: Menschenrechte für Menschen!
Herausgeber /
Verlag: -
Künstlersignatur: Waldmanis 28.
Künstler: Voldemārs Valdmanis
(1905-1966).
Hintergründe: Spendenkarte für inhaftierte Arbeiter. Der lettische Maler, Graphiker, Plakatkünstler, Bühnenbildner und Buchillustrator Valdmanis stand der Arbeiterbewegung nahe und unterstützte Aktivitäten linker Gewerkschaften. Seit 1928 war er Assistent beim Bühnenbildner am Arbeitertheater, dem Vorgänger des Nationaltheaters in Riga, 1933-1940 dessen leitender Bühnenbildner.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1928.
Frankreich / Italien
Titel: Guglielmo Salvadori.
Herausgeber: Rivista "L' Universita Proletaria", Paris.
Hintergründe: Der Universitätsprofessor, Philosoph und Übersetzer von Werken Herbert Spencers Guglielmo Salvadori und seine Frau Giacinta kritisierten in britischen Zeitungen den italienischen Faschismus. Nachdem 1924 der Gelehrte von Mussolinis Schwarzhemden körperlich attackiert wurde, floh das Ehepaar in die Schweiz. Die Karteserie der in Paris erscheinenden Zeitschrift "L' Università Proletaria" macht auf das Schicksal von Italienern wie Guglielmo Salvadoris aufmerksam, die in der Heimat von Mussolini verfolgt wurden. // Teil einer Serie. Die Monatsschrift "L' Università Proletaria" (für Wissenschaft, Philosophie, Kunst und Literatur) wurde von italienischen Emigranten in Paris in den Jahren 1928 und 1929 herausgegeben.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1928.
Türkei
Titel: Keski terbiye / yeni terbiye.
Übersetzung: Alte Erziehung / neue Erziehung.
Herausgeber: Türk maarif cemiyeti ["Türkische Bildungsgesellschaft"].
Druck: Hilal Matbaası, Istanbul (?)
Klischeeherstellung: Klişe Alaeddin İstanbul.
Hintergründe: Bereits wenige Monate nach Gründung der Republik (Oktober 1923) wurde in der Türkei eine Schlüsselposition der alten Machtverhältnisse, das Kalifat, abgeschafft (März 1924). Derwischklöster, religiöse Gerichtshöfe, die Religionsschulen für Geistliche und Richter wurden aufgelöst und die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Alle Schulen wurden dem Erziehungsministerium unterstellt. Der Staatsgründer Kemal Atatürk strebte die Errichtung einer modernen Türkei nach westlichem Vorbild an. Der gesellschaftliche Fortschritt, der auch in der Geißelung der Prügelstrafe seinen Ausdruck findet, geht auf den Einfluss dieser Vorbilder zurück. Die Bildpostkarte propagiert das neue Bildungswesen und stellt es den Zuständen von vor der Staatsgründung gegenüber, wo die körperliche Züchtigung zu den legitimen Erziehungsmethoden gehörte. Die Statistik rechts oben im Bild zeigt die Zahl der Schulabgänger seit Staatsgründung: 350.000 Kinder haben die Grundschule absolviert, 800.000 Erwachsene die Volksschule (für Umschulung von arabischem auf lateinisches Alfabet). Die Bildpostkarte erschien ab 1928 für die Umschulungskampagne nach Einführung des lateinischen Alfabets. 
Postalische Merkmale: -
Datierung:
ab 1928.
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1929  

Objekt: 1929_zonguldak

Objekt: 1929_griffel

Objekt: 1929_shepherd
Objekt: 1929_naturfreunde

 
Türkei
Titel (Englisch): Turkey Zonguldak Mine / Eregli Coal Mine.
Übersetzung: Türkei - Zonguldak-Bergbau / Eregli-Kohlenzeche.
Herausgeber: -
Hintergründe:
Die Aufnahme entstand am Stollenmund der Steinkohlenzeche im Revier Zonguldak-Ereğli an der Schwarzmeerküste der Türkei. Dieses Kohlevorkommen wurde im ersten Drittel des 19. Jhs. entdeckt. Das Osmanische Reich nahm die Ausbeutung in Angriff, um sich unabhängig von britischen Kohlelieferungen zu machen. Heute ist die Region der größte Kohlenpott der Türkei. Trotzdem muss die Türkei bis heute Steinkohle zur Deckung des eigenen Bedarfs einführen. Die schwierige geologische Struktur im Abbaugebiet der Provinz Zonguldak erschwert (bis heute) eine Mechanisierung der Produktion. Die Förderung ist arbeitsintensiv, die Arbeitsbedingungen entsprechend schwer. Da viele Arbeiter zugleich Bauern aus der Umgebung waren, die ihre Felder zu bestellen hatten, standen sie als Arbeitskräfte nicht durchgehend zur Verfügung. Diese Unbeständigkeit der Arbeitskräftezahl und der Mangel an ausgebildeten Arbeitern schlug sich negativ auf die Produktivität nieder. Da Kohle als Energieträger für die Fortführung des Krieges gegen Griechenland (bis 1922) aber von großer Bedeutung war, setzte sich die Regierung Anfang der 1920er Jahre für verbesserte Arbeitsbedingungen ein, gewährte einige soziale Leistungen, führte das System der doppelten Belegschaft sowie die staatlich gelenkten "Kooperativkassen" ein, welche teilweise die Funktion einer Gewerkschaft übernehmen sollten. Die doppelte Belegschaft ermöglichte den Arbeitern nach 2-3 Wochen Bergmannsdasein in ihre Dörfer zurückzukehren, um den Hof zu bestellen und sich mit Lebensmitteln einzudecken. Da die Reallöhne niedriger lagen als vor dem Ersten Weltkrieg und der Arbeitstag mit 10-14 Stunden keine gesetzliche Regelung kannte, kam es 1923 in Zonguldak und bei den Eisenbahnern zu einer Streikwelle. Es gründete sich in der Türkei ein Verband (birlik) aus 32 Gewerkschaften mit 30.000 Mitgliedern, der aber bereits ein Jahr später verboten wurde. // Die Adressseite hat den Aufdruck "Cartolina Postale". Da in den Gruben von Zonguldak nach dem Ersten Weltkrieg auch ein italienischen Konsortium Kapital und Know-how investierte, stammt die Fotokarte vermutlich von einem italienischen Ingenieur. Erst 1936-1940 ging die gesamte Kohleförderung an der Schwarzmeerküste in staatliche Hände über.  
Postalische Merkmale: -
Datierung:
2. Hälfte 1920er Jahre.
UdSSR
Titel (Russisch, Deutsch): Гриффель (Германия) – война / Griffel (Deutschland) – Krieg.
Adressseite: Музей Революции. Выст.[авка] 10-лет. Коминтерна / Revolutionsmuseum. Ausstellung 10 Jahre Komintern
Druckvermerk: ХРО-ГИЗ No. 116 / ChRO-GIS Nr. 116.
Postalische Merkmale: -
Datierung: März 1929.

Palästina
Titel (Englisch): AN EASTERN SHEPHERD.
Übersetzung: Schäfer aus dem Osten.
Verlag: Published by Missionary Film Committee [London].
Hintergründe: Der Filmemacher T. H. Baxter sollte im Auftrag des britischen Missionary Film Committee ab April 1929 in Palästina einen Film produzieren, der die Landschaften der biblischen Historie mit den heute darin existierenden Menschen zum Gegenstand haben sollte. Die hierbei entstandene Postkartenserie zeigt harmlose Motive (Landschaften, Nutztiere etc.). Die Fotografie des Hirten, der einen Blick in die Arbeitswelt der Palästinenser gewährt, stellt eine eindrucksvolle Ausnahme dar.
Postalische Merkmale: -
Datierung: April 1929.

Deutschland
Titel: 1. SÜDDEUTSCHES NATURFREUNDE JUGENDTREFFEN PFINGSTEN 1929 HEILBRONN AM NECKAR.
Signatur: K. Seubert.
Adressseite: Offizielle Festkarte. 
Herausgeber: Verlag T.V. „Die Naturfreunde“ Reichsleitung für Deutschland / Nürnberg.
Druck: Buchdruckerei Seubert, Nürnberg.

Hintergründe: Die sozialistische Freizeit- und Tourismusorganisation der "Naturfreunde" entstand zu Ausgang des 19. Jh. in der Arbeiterbewegung als Alternative zu den bürgerlichen Wander- und Gebirgsverbänden, - zunächst in Österreich, später europaweit. Besonders in Deutschland fanden die Naturfreunde viele Anhänger. 1933 gab in 22 Ländern 200.000 Mitglieder. Nach dem an Hitler 1933 die Macht in Deutschland übertragen worden war, wurde die Organisation verboten und viele Funktionäre verhaftet. Hitler ließ die 300 Naturfreundehäuser beschlagnahmen. Viele Naturfreunde transportierten illegale Materialien über die Landesgrenzen, andere biederten sich den gleichgeschalteten Wanderverbänden an. Auch das Dollfußregime in Österreich unterband 1934 die Tätigkeit der Naturfreunde. Der Hauptsitz der Naturfreunde-Internationale wurde nach Zürich verlegt. Siehe auch Objekte 1933_lausche und 1937_koenigshoehe.
Postalische Merkmale: Gelaufen April 1929 (Nürnberg), adressiert nach Chemnitz.
 
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Objekt: 1929_polonais Objekt: 1929_soc
Objekt: 1929_wien
Objekt: 1929_bauvolk
 
Frankreich / Polen
Titel: 27 / Mines Domaniales de Potasses d'Alsace / Cours de couture pour les femmes des mineurs polonais.
Übersetzung: MDPA / Nähkurse für Frauen der polnischen Bergarbeiter.
Herausgeber: Edition de la S.C. des Potasses d'Alsace N°27.
Hintergründe: Bereits kurz nach Entdeckung der Pottaschevorkommen im Elsass 1904 wurden polnische Fachleute und Bergarbeiter angeworben. Als im Zuge des Versailler Vertrags Frankreich das Oberelsass (das 1871 von Deutschland besetzt worden war) zurückgliederte, fasste der französische Staat die übernommenen Kaligruben unter dem Namen "Mines Domaniales de Potasse d'Alsace" (MDPA) in einer Aktiengesellschaft zusammen. Weitere Gruben gingen an die private Bergbaugesellschaft Kali Sainte-Thérèse (KST) über. Der Arbeitskräftebedarf stieg erheblich. Gedeckt wurde er wiederum vor allem durch polnische Arbeitsimmigranten. Ein Drittel der angeworbenen Arbeiter brachte Frau & Kind mit ins Elsass. Ab 1929, als die Zahl der polnischen Grubenarbeiter 3000 schon weit überschritten hatte, rief die MDPA für polnische Frauen und Mädchen in den Zechenkolonien Kurse im Nähen, Kochen und Hauswirtschaft ins Leben. Der erste Lehrgang wurde im April 1929 im Gebäude des Kindergartens der Zechenkolonie Staffelfelden eröffnet. Die Kurse wurden prinzipiell nur in frz. Sprache abgehalten (Versuche, auch polnischsprachige Kurse zu etablieren, wurden unterbunden). Die Gründe für die Einrichtung der Kurse waren nicht etwa humanitärer Natur, sondern lagen in der Erzielung von existentiellen Mindeststandards (Ernährung, Hygiene, Kleidung) in den Kolonien und dienten dem Erhalt der Arbeitskraft. Mehrfach kam es zu Rückwanderungswellen von Arbeitern in die alte Heimat, insb. während der Weltwirtschaftskrise ab 1929 (sowie nach Ende des Zweiten Weltkrieges, als viele Polen sich entschlossen, die zerstörte Heimat aufbauen zu helfen). Die Weltwirtschaftskrise sorgte auch im Elsass für Not und Elend. Bereits vor der Bildung der Volksfront in Frankreich im Mai 1936 brachen im Elsass Streiks für höhere Löhne aus, die erfolgreich endeten. Heute ist der Kaliabbau Vergangenheit. Die unrentabel gewordene Förderung wurde 100 Jahre nach Entdeckung seiner Vorkommen aufgegeben. Die Nachfahren der polnischen Bergleute sprechen heute zwar nicht mehr die Sprache ihrer Vorfahren, bewahren aber Teile ihrer Kultur weiter (Feste, Trachten). // Aus einer Serie. Die im Bildtitel angeführte Zahl 27 bezeichnet das Motiv Nr. 27 der Postkarten-Serie.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Ab April 1929.
Belgien
Titel (Französisch): Petite maman, pour une vie meilleure, vote avec papa, pour les socialistes.
Übersetzung: Mama, stimm für ein besseres Leben mit Papa, für die Sozialisten.
Herausgeber: Parti Ouvrier Belge / Belgische Werkliedenpartij (?).
Künstlersignatur: C.DIAT (?)
Hintergründe:
In der Zwischenkriegszeit stellten die Sozialisten (= Belgische Arbeiterpartei) stets Minister in der Regierung. Die Partei setzte in den Koalitionsregierungen Reformen durch wie den 8-Stundentag, die Einführung der Altersrente, der Erbschaftssteuer, der abgestuften Einkommenssteuer sowie die Beseitigung des Streikpostenverbots. Nach dem Tod des Parteivorsitzenden Émile Vandervelde im Jahr 1938, übernahm Henri de Man (1885-1953) den Vorsitz. De Man galt als Befürworter eines "Dritten Wegs". Postulierte er zunächst Positionen gegen den Faschismus, wandelte er sich im Zuge der Entwicklung selbst zu einem Apologeten faschistischer Maßnahmen. Während die Regierung bei der Besetzung des Landes durch die deutsche Wehrmacht im Juni 1940 exilierte, betrieb De Man eine aktive Kapitulalations- und Kollaborationspolitik gegenüber Nazideutschland, damit (so De Mans Argument) sich Blutvergießen wie im Ersten Weltkrieg nicht wiederholten. In einem Manifest schrieb er nach der Besetzung des Landes: "Für die Arbeiterklasse und für den Sozialismus ist dieser Zusammenbruch einer altersschwachen Welt weit davon entfernt, eine Katastrophe zu sein, sondern ist eine Befreiung." De Man löste seine Partei auf und wurde in der Besatzungszeit de facto Ministerpräsident. Viele Mitglieder der aufgelösten Arbeiterpartei lehnten De Mans Vorgehen ab und beteiligten sich am Widerstand gegen die Besatzung. Für seinen Verrat wurde De Man nach dem Krieg (1946) in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Über die Wahlkampferfolge der Belgischen Arbeiterpartei nach dem Ersten Weltkrieg siehe Objekt 1919_Belge.   
Postalische Merkmale: Gelaufen Mai (?) 1929 (Beauraing, Belgien).
Österreich
Titel: Wien 12.-14. Juli 1929, 2. Internationales sozialistisches Jugendtreffen.
Aufdruck auf Adressseite: 2e Journée Internationale des Jeunesses Socialistes / Vienne, 12, 13 et 14 juillet 1929 / 2nd International Day of Socialist Youth / Vienna, July 12th to 14th 1929. Nähere Informationen zur Gründung der Sozialistischen Jugend-Internationale und zu weiteren Postkarten, die anlässliche von SJI-Treffen erschienen sind, siehe die Objekte 1923_hh, 1923_lund und 1926_pfingst
Herausgeber: Sozialistische Jugend-Internationale.
Postalische Merkmale: Gelaufen Mai (!) 1929 (Suhl).
Deutschland
Titel: 1. Mai 1929 / Wir sind das Bauvolk der kommenden Zeit. 
Herausgeber: -
Hintergründe: Maipostkarte. Herausgeber ungenannt.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1929. 
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Objekt: 1929_rod

Objekt: 1929_vogeler

Objekt: 1929_blutmai
Objekt: 1929_mandoline
 
Mexiko
Titel: 1o Mayo Durango, J.G. Rodriguez hablando la última vez.
Übersetzung
: 1. Mai in Durango,
J.G. Rodriguez bei seiner letzten Rede.
Herausgeber / Verlag / Fotostudio: -
Fotograf / Bildautor: -
Hintergründe: Über die Jugend von José Guadalupe Rodríguez (geboren um 1910) ist wenig bekannt. Nach einem Besuch in der Sowjetunion (Jahr?) gab er in seiner Heimatstadt Durango (im gleichnamigen Bundesstaat) im nördlichen Westen Mexikos eine Zeitung heraus, in der er von seiner Reise und den Erfahrungen in den landwirtschaftlichen Genossenschaften in der UdSSR berichtete. 1924 organisierte der jugendliche Rodríguez in Durango die erste Mai-Kundgebung. Als im März 1929 die Escobar-Rebellion ausbrach, ein nach General Escobar benannter Putsch von Großgrundbesitzern und Generälen gegen die Regierung, riefen auch die Arbeiterorganisationen und Gewerkschaften auf, den Putsch niederzuschlagen. In den Bundesstaaten Durango, Coahuila, Veracruz und andernorts bildeten Kommunisten bewaffnete Guerillas, die den Kampf gegen die Escobaristen aufnahmen. Rodriguez übernahm von der Regierung den Auftrag, in den Llanos seiner Region die Bauern zu mobilisieren. Nach dreimonatigen opferreichen Gefechten zog er an der Seite von General Medinabeitia in die Stadt Durango ein. Rodríguez‘ militärische Erfolge trugen erheblich zum Sieg der Regierungstruppen über die Putschisten bei. Die Kommunisten wollten den Kampf aber überführen in eine radikale Umwälzung der Verhältnisse. Mexiko, so Rodríguez in seinen öffentlichen Reden, brauche eine sozialistische Revolution, um endlich eine gerechte Verteilung des Reichtums im Land durchzusetzen. Unsere Fotopostkarte zeigt ihn bei seiner letzten Rede während der Maikundgebung 1929 in Durango. Die Regierung, die lediglich auf einige Reformen orientiert war, ließ ihn unter dem Vorwand der Waffenentwendung verhaften und am 14. Mai 1929 ohne Verfahren im Militärstandort Cuartel de Juarez bei El Paso erschießen. Die entkleidete Leiche des 19jährigen Kommunisten warfen die Militärs in ein Massengrab. Nach Rodríguez‘ Tod kam es zu Protestkundgebungen in Hamburg, Berlin, Paris, Stockholm, Buenos Aires u.a. Orten, bei denen die mexikanische Regierung für den Mord verantwortlich gemacht wurde. Heute trägt ein Stadtviertel von Durango seinen Namen. // Die Jahreszahl 1924 auf dem Banner im Bildhintergrund bezeichnet das Gründungsjahr einer an der Kundgebung beteiligten Organisation.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1929.
Deutschland
Titel: 1. Mai - Proletarier aller Länder vereinigt Euch! KPD (O).
Künstlersignatur: -
Künstler: Heinrich Vogeler (1872-1942).
Hintergründe: Für die KPD-O entworfene Postkarte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1929.
UdSSR
Titel (Russisch): Плакат художников Р.В. Гершаника и Н.И. Михайлова „Der 1. Mai“.
Übersetzung: Plakat der Künstler R.W. Gerschanik und N.I. Michajlow "Der 1. Mai".
Künstlersignatur: ?
Künstler: Роман Васильевич Гершаник / Roman Wassiljewitsch Gerschanik (1898-1984, Plakatkünstler) und: 
Николай Иванович Михайлов / Nikolaj Iwanow Michajlow (1898-1949).

Verlag: Isogis / Изогиз; Staatsverlag für bildende Künste, Leningrad.
Druck: Fedorow-Druckerei Leningrad.
Hintergründe: Motivkarte zum Blutmai 1929 in Berlin. Aus der Serie "Современные художники" (Künstler der Gegenwart).
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1929 (Motiv) und 1930 (Druck).
Deutschland
Titel: Klingende Internationale Leipzig 1929. 
Aufdruck Adressseite: 1. Int. Bundesfest des D.A.M.B. / Arbeiter-Mandolinisten vereinigt Euch!
Herausgeber: D.A.M.B.
Druck: Conrad Müller, Schkeuditz-Leipzig.
Postalische Merkmale: Gelaufen Juni 1929 (von Berlin nach Belgrad). 
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Objekt: 1929_ruegemer
Objekt: 1929_kinderrep
Objekt: 1929_popoldomo
   
Deutschland
Titel: Nie wieder Krieg! Werbt für die Deutsche Friedensgesellschaft e.V., Bund der Kriegsgegner!. 
Künstlersignatur: Bruno Rügemer Würzburg
Künstler: Bruno Rügemer, Würzburg, Lebensdaten ?
Postalische Merkmale: Gelaufen Juni 1929 (Würzburg).
Deutschland
Titel: S.A.J. TREFFEN I.D. KINDER-REPUBLIK – SACHSEN 1929.
Stempelaufdruck Adressseite: Rote Falken / Zeltlager bei Kötzschenbroda.
Herausgeber: SAJ / Rote Falken.
Hintergründe: Die "Kinder-Republik Sachsen" war ein Sommerzeltlager bzw. Kinderferienlager der Roten Falken und fand vom 11. Juli bis 12. August 1929 in Kötzschenbroda statt (der Ort gehört seit 1935 zu Radebeul). Zur Geschichte der Roten Falken siehe Objekt 1932_falken. Die erste Kinderrepublik in Deutschland war im Sommer 1927 durch die Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde in Seekamp bei Kiel ins Leben gerufen worden. Dort waren statt der erwarteten 500 Teilnehmer 2.300 Arbeiterkinder aus vielen Teilen Deutschlands, aus Dänemark, Österreich und aus der Tschechoslowakei angereist. So hatte das Lager - neben äußerst widrigen Wetterverhältnissen - mit großen Verpflegungsproblemen zu kämpfen. Das Konzept sah eine weitgehend selbstgestaltetes Lagerleben über vier Wochen vor, bei dem die Erwachsenen nur beratend zur Seite stehen sollten. In den Folgejahren fanden kleinere Kinderrepubliken in vielen Teilen Deutschlands statt. Am bekanntesten wurden die Ferienrepubliken in den Jahren 1929 bis 1931 (oder 1932?) auf der Rheininsel Namedy.
Postalische Merkmale: Gelaufen Juli 1929 (Kötzschenbroda).
Deutschland
Titel (Esperanto): popoldomo leipzig / 9. SAT-Kongreso 4.-10. Aǔgusto 1929.
Aufdruck Adressseite: 9. Weltkongress der Arbeiter-Esperantisten.
Herausgeber: -
Hintergründe: Im Bild oben das 1920 beim Kapp-Putsch zerstörte Volkshaus ("Popoldomo") in Leipzig, unten das bis 1923 wiederhergestellte Gebäude, zugleich Tagungsort des 9. SAT-Kongresses im August 1929. Teil einer Serie.
Postalische Merkmale: Gelaufen Oktober 1929 (Bogorodsk bei Moskau).
Datierung Kartendruck: August 1929.
 
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Objekt: 1929_annaberg
Objekt: 1929_ajc
Objekt: 1929_gastonia
 
Deutschland
Titel: Nie wieder Krieg.
Herausgeber: -
Hintergründe: Fotopostkarte vom Bezirksjugendtag der SAJ vom 31.8. bis 1.9.1929 in Annaberg (Erzgebirge; Sachsen).
Postalische Merkmale: -
Datierung:
August / September 1929.
Niederlande
Titel (Niederländisch): Sluit u aan!
Übersetzung: Schließ dich an!
Herausgeber: Arbeiders Jeugd Centrale.
Künstlersignatur: Schwarz
Druck: Senefelder Amst.
Hintergründe: Die AJC war eine 1918 von der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (Sociaal-Democratische Arbeiderspartij / SDAP) und dem niederländischen Gewerkschaftsbund (NVV) ins Leben gerufener sozialistischer Jugendverband, analog zur SAJ in Deutschland. Die AJC bestand bis 1959.
Postalische Merkmale: Gelaufen Oktober 1929 (Gravenhage [= Den Haag]).
Datierung des Kartendrucks: -
USA
Titel (Englisch): Textile Bosses Evicted Workers, Pregnant Mothers, New-born Babies Out of Homes.
Übersetzung: Die Textilbosse setzten Arbeiter, Schwangere und Neugeborene auf die Straße.
Herausgeber: Gastonia Joint Defense and Relief Committee, New York.
Fotograf: -
Hintergründe: Spendenkarte zur Unterstützung der Gastonia-Streikenden vor Gericht. 1928 waren 2000 Arbeiter von Loray Mill, einer der größten Textilfabriken in Gastonia, North Carolina, wegen der unerträglichen frühkapitalistischen Ausbeutungsmethoden in den Südstaaten (die erst im und nach dem 1. Weltkrieg industrialisiert worden sind und nun in eine Flaute geraten waren) in den Streik getreten. Die Arbeiter, unbeeinflusst durch reformistische Gewerkschaften, traten der von Kommunisten geführten Nationalen Textilarbeiter-Union bei, welche Schwarze und Weiße gleichermaßen aufnahm. In einer Atmosphäre von Antikommunismus und Rassismus gingen Bürger, Polizei und Firmenleitung mit äußerster Brutalität gegen die Streikenden vor. Doch die IAH half im großen Umfang. Auf Exmittierungen richtete sie ein Zeltlager ein und versorgte die Streikenden mit Lebensmitteln. Es kam zu bewaffneten Auseinandersetzungen der Streikenden mit der Staatsgewalt und den Privatarmeen der Firmen. Die bekannte Gewerkschafterin und Sängerin Ella May Wiggins, Mutter von drei Kindern, wurde erschossen. Ihre Mörder gingen frei aus. Obwohl die Streikenden den Kampf 1929 verloren, war er der Auslöser zahlreicher Gastonia-Initiativen im ganzen Land, die auch nach der Niederlage aktiv blieben. So wurden die Grundlagen für die Gewerkschaftsarbeit in North Carolina gelegt. 23 Gastonia-Streikende wurden vor Gericht gestellt, viele von ihnen zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Die Inhaftierten kamen später gegen Kaution frei, die Kommunisten unter ihnen verließen das Land und gingen in die Sowjetunion.
// Das Bild auf der Postkarte zeigt eine von Exmittierung betroffene alte Frau.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1929.
 
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Objekt: 1929_eberswalde
Objekt: 1929_employ
   
UdSSR / Deutschland
Titel (Russisch, Deutsch): Демонстрация протеста красных туристов против социал-фашистского руководства. На лозунге "Исключенная с.-д. группа Эберсвальде" / Eine Protestkundgebung der roten Sportler gegen die sozial-faschistische Führung.
Verlag: Isogis (Изогиз, Staatsverlag für bildende Künste) Leningrad.
Fotograf: -
Hintergründe: Die mindestens 11-teilige Serie widmet sich den "Roten Touristen" und proletarischen Wandergruppen in Deutschland. // Der 1919 gegründete Arbeiter-Turn- und- Sport-Bund (ATSB) fuhr politisch im Fahrwasser der SPD. Da der Einfluss der KPD zeitweise stark zugenommen hatte, schloss im Juni 1928 der ATSB-Bundestag alle KPD-Anhänger rigoros aus. Bis 1932 verloren so 32.000 Sportler ihre Mitgliedschaft. Die Ausgeschlossenen gründeten im Mai 1929 (also nach dem Blutmai 1929) die "Interessengemeinschaft zur Wiederherstellung der Einheit im Arbeitersport", die sich im Dezember 1930 in "Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit" (kurz "Rotsport") umbenannte. Betroffen waren vor allem die äußerst mitgliederstarken Fichte-Gruppen im Berliner Raum sowie zahlreiche Sportvereine in den industriellen Zentren (Sachsen, Ruhrgebiet). Gleiches passierte auch bei den Naturfreunden. Die sozialdemokratisch dominierte Reichsleitung der Naturfreunde hatte bereits im Jahr 1925 ihren "Gau Brandenburg" aufgelöst und (bis zum Jahr 1932) sage und schreibe 213 Ortsgruppen aus dem Verband entfernt (mit einem Drittel der Mitglieder). Die verstoßenen Berliner Naturfreunde schlossen sich dem Arbeitersportverein Fichte an und gründeten dort eine eigene Wandersparte (siehe im Bild das Banner "ASV Fichte Wandersparte"). Die Postkarte zeigt auch die Gruppe der ebenfalls ausgestoßenen Naturfreunde-Gruppe von Eberswalde (Stadt nordöstlich von Berlin in Brandenburg), die offensichtlich noch nicht "Fichte" beigetreten war. Die Banneraufschrift lautet: "T.V. »Die Naturfreunde« ausgeschlossene Gruppe Eberswalde" // Im Foto erkennt man weitere zwei Transparente, eines mit der Aufschrift "A-I-Z" sowie ein nicht lesbares, offensichtlich SPD-kritisches Banner.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Fotomotiv bis 1929; die Kartenserie kam um 1930 heraus. 
Großbritannien
Titel (Englisch): Officials. Staffordshire Employed & Unemployed Workers Association. 1929.
Übersetzung: Funktionäre des Verbandes der beschäftigten und beschäftigungslosen Arbeiter, Staffordshire.
Fotograf: -
Hintergründe: Die Grafschaft Staffordshire (Sitz ist Stafford) liegt in den Midlands, also in Englands zentralem Quergürtel, der durch Kohlebergbau und Industrie geprägt ist. Der Hauptort Stafford ist bekannt durch seinen Elektroanlagen-Bau.

Postalische Merkmale: -
Datierung: 1929.
   
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1930  

Objekt: 1930_masaryk
Objekt: 1930_gaucho
Objekt: 1930_wien
   
ČSR
Titel (Tschechisch): Karel Štika: Před výkladem (linoryt).
Übersetzung: Karel Štika: Vor der Erläuterung (Linolschnitt).  
Künstlersignatur: -
Künstler: Karel Štika (1898-1975), tschechischer Grafiker und Maler.
Hintergründe: Schaufenster zum 80. Geburtstag des Staatspräsidenten T.G. Masaryk. Als Philosoph entwickelte Masaryk die Idee von der Erziehung eines „neuen Menschen“ durch eine bessere Gesellschaft. Deshalb die Aufschriften im Bild: "Umerziehung"; "Weltrevolution"; "Humanistisches Europa". Politisch näherte sich Masaryk im Laufe seiner Regierungsjahre der Tschechoslowakischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (ČSDSD) an. Das hinderte die Regierung in der Zeit der Krise ab 1930 nicht daran, mit repressiven Maßnahmen gegen Streikende und Kommunisten vorzugehen. Masaryk starb 1937. Linolschnitt von Karel Štika.
Postalische Merkmale: -
Datierung: März 1930.
Argentinien
Titel (Englisch): Gauchos at Meal, Argentina.
Übersetzung: Gauchos beim Mahl, Argeninien. 
Fotostudio: A.W.B. & C.
Hintergründe: Die Karte stellt die Gauchos in einer folkloristisch inszenierten Idylle dar und reiht sich damit in das Sujet der bekannten "Landestypen"-Postkarten ein. Mit der Privatisierung der Böden wurden aus den ursprünglich nomadisierenden, freien Viehzüchtern und Rinderhirten abhängige Landarbeiter (péones), sodass es seit Beginn des 20. Jh. keine freien Gauchos mehr gab. Das Fotomotiv fand bereits kurz nach 1900 auf Postkarten Verwendung, wurde aber noch immer 1930, als die uns vorliegende Karte postalisch zum Versand kam, vertrieben. Es kehrte - wie bei anderen Postkartenmotiven auch - über Jahrzehnte auf zahlreichen Postkartenausgaben wieder.
Postalische Merkmale: Gelaufen März 1930 (Buenos Aires).
Datierung der Kartenproduktion: 1920 (das Motiv ist allerdings weit älter).
Österreich
Titel: 1. Maifeier Wien 1930.
Hintergründe: Fotopostkarte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1930.
 
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Objekt: 1930_staevne
Objekt: 1930_isr
Objekt: 1930_ciolkoszc
   
Dänemark
Titel (Dänisch): Socialistisk Nordisk Ungdom Stævne / 1930 København 12 og 13 juli.
Übersetzung: Sozialistisches Nordisches Jugendtreffen / 1930 Kopenhagen am 12. und 13. Juli.
Künstlersignatur: Martinus Hougaard. 
Künstler: Martinus Hougaard (1897–1956), dänischer Grafiker und Pressezeichner.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1930.
Frankreich / RGI 
Titel (Französisch): Ve congrès de L’I.S.R.
Übersetzung5. Kongress der Roten Gewerkschafts-Internationale.
Druck: La Cootypographie, Courbevoie.
Hintergründe: Die im Juli 1921 in Moskau gegründete Rote Gewerkschafts-Internationale (RGI, Profitern, frz. Internationale syndicale rouge, abgekürzt ISR) vereinigte - im Gegensatz zum sozialdemokratisch orientierten IGB - die revolutionären, kommunistisch geprägten und (anfangs auch) syndikalistischen Gewerkschaften. Anlässlich des 10. Jahrestags fand vom 15. bis 30. August 1930 in Moskau der 5. RGI-Kongress statt. Dieser Kongress drang darauf, in Ländern, wo es starke revolutionäre Gewerkschaftsverbände gab (wie die RGO in Deutschland) unorganisierte Mitglieder für diese Verbände zu gewinnen. Dieser Linie folgte die RGI bis zum VII. Weltkongress der Komintern im Jahr 1935. Seit dieser politischen Neuorientierung war - im Kampf gegen den Faschismus in Europa - die "Einheitsfront" das dringende Gebot der Stunde. In Ländern mit starken "reformistischen Gewerkschaften" wurden die RGI-Verbände aufgefordert, diesen beizutreten ("Gewerkschaftseinheit"). Ihren Abschluss fand dieser Prozess in der Auflösung der RGI im Jahr 1937. // Das eindrucksvolle Motiv ist der Grafik von Gerschanik & Michajlow entlehnt, siehe Objekt 1929_blutmai.
Datierung: August 1930.
Polen
Titel (Polnisch): Poseł Adam Ciołkosz wywieziony jako więzień polityczny do twierdzy w Brześciu n.B. 10/IX 1930 r.
Übersetzung: Abgeordneter Adam Ciołkosz am 10.9.1930 als politischer Gefangener in der Festung Brest interniert. 
Hintergründe:
Nachdem Ciołkosz (Tarnow; 1902-1978) wegen seiner Kritik an der Sanacja-Politik der Regierung 1930 verhaftet wurde, ließ die Polnische Sozialistische Partei (PPS) diese Karte drucken. Trotz Verhaftung wurde Ciołkosz als Sejm-Abgeordneter der PPS im gleichen Jahr wiedergewählt.
Postalische Merkmale: -
Datierung: September 1930.
 
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Objekt: 1930_fin
Objekt: 1930_pruegel
Objekt: 1930_artek
Objekt: 1930_eberteiche
Finnland
Titel (Finnisch): Militarismi, – aseellisuus – tuottaa kuolemaa jas turvattomuutta maailmalle.
Übersetzung: Militari
smus - Rüstungsindustrie produziert Tod und Unsicherheit in der Welt.
Herausgeber: Finnische Antimilitaristische Union
.
Hintergründe: Vorsitzender der Finnischen Antimilitaristischen Union war Arndt Pekurinen (1905-1941), der 1923 zusammen mit Aarne Selinheimo die Union gegründet hatte. Nachdem sich Pekurinen in drei Einberufungsfällen geweigert hatte, eine Uniform anzuziehen und ein Gewehr zu tragen, wurde er im sogenannten Fortsetzungskrieg gegen die UdSSR 1941 an der Front in Uhtua (heute Kalavela in Russland) von einem finnischen Erschießungskommando hingerichtet.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1930.
Deutschland
Titel: Weg mit der Prügelstrafe.
Herausgeber: -
Hintergründe: Fotopostkarte von einer Demonstration von Schülerinnen und Schülern. Ort und Jahr nicht genannt  (wahrscheinlich Leipzig, um 1930).
Postalische Merkmale: -
Datierung: Um 1930.
UdSSR
Titel (Russisch): Крым Артек - Пионерский лагерь. З.П. Соловьев с пионерами.
Übersetzung: Krim Artek - Pionierlager. S.P. Solowjew mit Pionieren. 
Herausgeber: АХР (Ассоциация художников революции / Assoziation Revolutionärer Künstler).
Druck: Fedorow-Druckerei Leningrad. 
Künstlersignatur: Илья Машков [schwer leserlich, evtl. mit Jahreszahl hinter dem Namen]. 
Künstler: Ilja I. Maschkow (1881-1944).
Hintergründe: Sinowij P. Solowjow (С.П. Соловьёв [Schreibweise auf Karte З.П. Соловьев]; 1876-1928) war Arzt und stellvertretender Volkskommissar für Gesundheitswesen der RSFSR, einer der maßgeblichen Organisatoren der sowjetischen Gesundheitsfürsorge.
// Die АХР, die diese Karte herausgab, existierte von 1922-1932, unter dem hier aufgeführten Namen ab 1928.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Um 1930.
Deutschland
Titel: Friedrich-Ebert-Eiche.
Herausgeber / Fotostudio: -
Hintergründe: Reichsbanner-Formation an einer Friedrich-Ebert-Eiche mit Ebert-Gedenkstein, undatiert; Ort?
Fast alle der einstigen Ebert-Eichen und -Denkmäler sind ab 1933 umgewidmet oder zerstört worden. Karte anonym bzw. privat.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Undatiert, 1925-1930.
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Objekt: 1930_kladno
Objekt: 1930_fichte
Objekt: 1930_jeun
 
ČSR
Titel (Tschechisch): Kladno 1930 kSČ před Válkem svaz horniků.
Übersetzung: Bergleute-Gewerkschafter auf einer Versammlung der Kommunistischen Partei der ČSR. 
Herausgeber: -
Hintergründe: Kladno - nordwestlich von Prag - war und ist ein großes Zentrum der tschechischen Kohle- und Eisenindustrie. Siehe Objekt 1922_kladno. // Teil einer Serie.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1930.
UdSSR / Deutschland
Titel (Russisch, Deutsch): Пешеходный поход пролетарских туристов. На знамени коммунистические лозунги / Ein Wandergruppe proletarischer Touristen mit Kampflosungen.
Verlag: Isogis (Изогиз, Staatsverlag für bildende Künste) Leningrad.
Fotograf
: -
Hintergründe: Der Arbeitersportverein "ASV Fichte" im Raum Berlin war einer mitgliederstärksten Arbeitersportverbände Deutschlands. Da ein Großteil seiner Mitglieder KPD-Anhänger waren, gehörte "Fichte" zu den vom ATSB 1928 ausgeschlossenen Verbänden. Näheres zu diesen Vorgängen siehe Obekt 1929_sporteinheit. Nach den Ausschlüssen gründete sich 1929 / 1930 die "Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit" (kurz "Rotsport"), welche einen großen organisatorischen Rückhalt im Berliner Raum sowie durch zahlreiche beigetretene Sportvereine in den industriellen Zentren in Sachsen, im Ruhrgebiet u.a. fand. Im Foto erkennt man Transparente mit den Aufschriften "Sporteinheit" und "Fichte Berlin / Kämpft für die Sporteinheit".
// Vergleiche auch Objekt 1929_eberswalde.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Um 1930; die Fotomotive sind nur wenig älter als die Postkartenserie.
Belgien
Aufschrift auf Fahne (Französisch): Jeunesse socialiste / Petit-Wasmes / 1930.
Aufschrift Adressseite: Nous voulons FORCE et SANTE.

Übersetzung: Sozialistische Jugend / Petit-Wasmes / 1930 / Wir wollen Kraft und Gesundheit. 
Herausgeber: Ecole Socialiste d’Education Physique de Petit-Wasmes.

Fotostudio / Verlag:
Ed. Photo A. Vilain, Wasmes.
Hintergründe: Petit-Wasmes ist heute ein Ortsteil von Colfontaine in Wallonien.

Postalische Merkmale: -
Datierung: 1930.
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1931  
Objekt: 1931_heller
Objekt: 1931_henning
Objekt: 1931_muetter
Objekt: 1931_sfa
 
Deutschland
Titel: Vitus Heller.
Herausgeber: Arbeiter- und Bauernpartei Deutschlands, Reichszentrale Würzburg.
Hintergründe: Die Arbeiter- und Bauernpartei war eine linkskatholische Partei, die eng mit der KPD zusammenarbeitete. Vitus Heller (1882-1956) war Gründer der kleinen Christlich-Sozialen Reichspartei (CSRP), die antikapitalistisch und pazifistisch ausgerichtet war. Ende Januar 1931 benannte er die CSRP in "Arbeiter- und Bauernpartei Deutschlands" um. Heller sah sich als "kommunistischer Katholik"; wenngleich er zeitlebens der katholischen Kirche treu blieb. 1933 war er zeitweise im KZ Dachau inhaftiert.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Januar / Februar 1931.
Deutschland
Titel: Ernst Henning M.d.B. / am 15. März 1931 durch Faschisten in Fünfhausen im Hamburger Landgebiet auf der Heimfahrt von einer Versammlung im Autobus ermordet.
Herausgeber: RHD.
Hintergründe: Spendenkarte zugunsten des "Mordabwehrfonds der Roten Hilfe".
Henning war seit 1928 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft (M.d.B.).
Postalische Merkmale: -
Datierung: März 1931.
Deutschland
Titel: Käthe Kollwitz, Aus einer Folge Krieg.
Herausgeber: Weltfriedensbund der Mütter und Erzieherinnen.
Hintergründe: Der Weltfriedensbund der Mütter und Erzieherinnen wurde im Frühjahr 1931 als deutsche Gruppe der "Ligue internationale des Mères et des Educatrices pour la Paix" (Sitz in Paris) gegründet.
Künstlersignatur: Käthe Kollwitz
Motiv: "Aus einer Folge Krieg", Kreidelitho, 1919.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Frühjahr 1931.
UdSSR
Titel (Russisch): Рабочий клуб.
Aufdruck AdressseiteСаседание юнсекции.
ÜbersetzungArbeiterklub / Gruppensitzung.
Herausgeber: СФА = Советская филателистическая ассоциация / Sowjetische Philatelistische Gesellschaft, gegr. im Oktober 1926.
Druck: тип.[ография] „Мосполиграф“, Москва / Druckerei „Mospoligraf“ Moskau.
Künstlersignatur: -

Hintergründe: In der Serie Детская серия“ ("Kinderserie") gab der Philatelistische Verband diese kindgerecht gestaltete Karte (No. 22) heraus. Da der Name des Illustrators nicht genannt wird (was für sowjetische Karten ungewöhnlich ist), handelt es sich bei der Serie wohl um Reklame für den eigenen Verband oder um eine Sammelkarte. Dargestellt sind "Oktoberkinder" bei ihrem Gruppentreff im Arbeiterklub. An der Wand ein Bildnis von Lenin im Kindesalter (das auch Bestandteil des Emblems dieser Kinderorganisation war). Den Oktoberkindern gehörten Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren an, bevor sie in die Pionierorganisation aufgenommen wurden. 
Postalische Merkmale: Gelaufen April 1931 (Батуми / Batumi, Georgische SSR).
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Objekt: 1931_iglesias
Objekt: 1931_porto
Objekt: 1931_rgo
Objekt: 1931_tanz
Spanien
Titel (Spanisch): ¡Viva la República Española! / 14 – Abril – 1931 / Pablo Iglesias – Fundador del Partido Socialista Español.
Übersetzung
Es lebe die Spanische Republik! 14. April 1931 / Pablo Iglesias, Gründer der Sozialistischen Partei Spaniens.
Herausgeber / Verlag / Druckvermerk: "MADE IN SPAIN".
Hintergründe: Karte zur Proklamation der Zweiten Spanischen Republik am 14. April 1931, mit der in Spanien die Monarchie gestürzt wurde. Die neue Republik aus Sozialisten und linken Republikanern sah sich einem schwerem Erbe gegenüber: Im Süden herrschte der Großgrundbesitz vor, auf dem Lande, wo die katholische Kirche das Bildungsmonopol inne hatte, waren die meisten Menschen Analfabeten. Die schwach entwickelte Industrie war in Baskenland und Katalonien, also im Norden, zuhause. Aber ebendiese Regionen strebten eine nationale Autonomie an. Die neue Regierung reagierte auf Streiks und "direkte Aktionen" der größten Gewerkschaft, der anarchistischen CNT, mit drakonischen Mitteln. Das Regierungsbündnis zerbrach an den Widersprüchen und ermöglichte somit im November 1933 den Wahlsieg der monarchistischen Kräfte um J.M. Gil Robles. Doch nutzten die linken Parteien und Organisation die Auszeit zur Reorganisation. Als die rechte Regierung 1936 Wahlen ausrufen musste, fügten sich die linken Kräfte zu einem "Wahlblock der Linken" (später Volksfront genannt). Sie gingen aus den Wahlen als Sieger hervor. // Die Sozialistische Partei trägt heute den Namen Partido Socialista Obrero Español (PSOE) und ist sozialdemokratisch orientiert.
Postalische Merkmale: -
Datierung: April 1931.
Portugal
Titel (Portugiesisch): O 1.º de Maio, no Pôrto:--Um aspecto das manifestações.
Übersetzung
Der Erste Mai in Porto, - Momentaufnahme von den Kundgebungen.
Herausgeber / Verlag / Druckvermerk: -
Hintergründe: In Portugal führten mehrere Faktoren zu den Maiunruhen des Jahres 1931. Die sozialen Kämpfe im Februar d.J. gegen Arbeitslosigkeit und Hunger in Lissabon, die Gründung der Republik im Nachbarland Spanien und mehr noch die Revolten auf Madeira, auf den Azoren und anderen portugiesischen Besitzungen zwischen Februar und Mai aktivierten Teile der Medizin- und Jura-Studentenschaft, sich für eine Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen im Land einzusetzen. Am 25. April 1931 hatten sich Medizinstudenten von Lissabon mit den Aufständischen von Madeira solidarisiert. Bei den Studentenunruhen, die auch die Universitäten von Porto und Coimbro erfassten, kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei kam in Porto der Medizinstudent João Martins Branco ums Leben. Die Trauerkundgebung am 30. April wurde zu einer Protestdemonstration gegen die brutalen Polizeimethoden. Die zugespitzte Lage machte den 1. Mai in vielen Orten Portugals zu einem Kampftag gegen die Diktatur. In den Universitätsstädten demonstrierten Studenten gemeinsam mit Kommunisten und Anarchosyndikalisten. In Lissabon trieb die Polizei auf dem Rossio, einer der bekanntesten Plätze der Hauptstadt, die Demonstranten auseinander und verhaftete viele von ihnen. Als es in der Nähe zu mehreren Explosionen kam, brach Panik aus. Es gab vier Tote und mehr als 20 Verletzte. Auch in Porto - wo die Aufnahme entstand - ging die Polizei gegen die Maidemonstranten vor. Das Salazar-Regime beendete alle Erhebungen auf dem Kontinent und auf den Inseln mit Militär- und Polizeigewalt. Die revolutionären Offiziersrevolten auf den Inseln ließ die Regierung mit britischer Militärhilfe niederschlagen; viele der Aufständischen ließ sie auf Gefängnisinseln deportieren. 1932 wurde Finanzminister Salazar, der durch weitreichende Vollmachten zum mächtigsten Mann Portugals geworden war, zum Ministerpräsidenten ernannt. 1933 führte Salazar das Land mit einer neuen Verfassung in den klerikalfaschistischen "Neuen Staat" (Estado Novo; siehe auch Objekt 1938_ordem). Gegen diese Diktatur formierte sich im Januar 1934 offener Widerstand, als Kommunisten, Anarchosyndiakisten und Sozialisten gemeinsam einen Generalstreik gegen die Faschisierung der Gewerkschaften und die Aufhebung des Streikrechts durchführten, an dem 60.000 Arbeiter teilnahmen. Der Generalstreik wurde niedergeschlagen. // Die Karte ist Teil einer Serie über die Maiunruhen in Porto.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1931.
UdSSR
Titel: 1.Mai 1931 / Massenstreik / KPD RGO.
Plakatkünstler: -
Herausgeber: Музей революции СССР / Revolutionsmuseum der UdSSR, Moskau
Druck: Druckerei "Volodarskogo", Leningrad
.
Hintergründe: Karte aus der 23-teiligen Postkartenmappe "Плакаты Компартии Германии / Plakate der K.P.D.", die im Jahr 1933 vom Revolutionsmuseum in Moskau herausgegeben wurde. Siehe hier
Objekt 1933_plakaty.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1931.
Deutschland
Titel: Pfingstfahrt 1931.
Herausgeber: -
Herkunft: Aus einem privaten Fotoalbum
der Familie Lünzmann, Hamburg-Langenhorn.
Hintergründe: Die Tanzpädagogin und Kommunistin Jenny Gertz (1891-1966; rechts im Bild) mit Arbeitermädchen beim "Gestaltenden Tanz" während des Pfingstausflugs der Gruppe im Mai 1931 in Cuxhaven. Seit 1924 brachte Jenny Gertz die Tanzausbildung in den Vorbereitungskursen zur proletarischen Jugendweihe sowie für andere Arbeiterjugendgruppen auf ein hohes künstlerisches Niveau. In Halle/ Saale unterhielt sie eine eigene Tanzschule, die nach 1933 von der Gestapo geschlossen wurde. Sie emigrierte nach Prag und später nach England, wo sie ihre Lehrtätigkeit im Kindertanzbereich fortsetzte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte sie nach Halle zurück //
Die Aufnahme entstand am 25. Mai 1931 am Wattenmeerstrand oder an der Elbmündung bei Cuxhaven.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1931.

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Objekt: 1931_parteitag

Deutschland
Titel: Kundgebung der 160.000 anlässlich des Parteitags der S.P.D. am 31. 5. 1931 auf dem Messplatz in Leipzig.
Herausgeber: -
Druck: Lohmann, Leipzig.
Hintergründe: Zusammenklappbare Doppelpostkarte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1931.

 
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Objekt: 1931_gym
Objekt: 1931_kloeppel
Objekt: 1931_chile
   
       
Österreich / Belgien
Titel (Banner): Socialistische Turnbond van België / Fédération Socialiste Gymnastique de Belgique.
Hersteller / Fotostudio: -
Hintergründe: Fotopostkarte von der Eröffnungsfeier zur Arbeiter-Olympiade 1931 in Wien. Die 2. Arbeiter-Olympiade wurde vom 19. bis 26. Juli 1931 mit der für Wien bis dahin größten Sportveranstaltung abgehalten, an der 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 23 Ländern teilhatten, darunter 25.000 Aktive. Die Arbeiterolympiade in Wien war zugleich eine Machtdemonstration für den Sozialismus, um den erstarkenden Faschismus in Europa die "internationale Solidarität der Arbeiterbewegung" entgegenzusetzen. Unterstrichen hat das die zeitgleiche Durchführung des Kongresses der Sozialistischen Arbeiterinternationale in Wien. // Im Bild die Delegation der "Fédération Socialiste Gymnastique de Belgique / Socialistische Turnbond van België", des belgischen sozialistischen Turnverbands FSG / STB, der 1904 im wallonischen Charleroi gegründet worden war und bis 1977 beide Sprachflügel vereint organisierte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1931.

 

 

 
Belgien 
Titel (Französisch): Dentellières flamandes.
Übersetzung: Flämische Spitze.
Verlag: Ern.[est] Thill, Bruxelles; mit Logo “Nels”.
Hintergründe: Trotz des etwas folkloristischen Einschlags der Karte ist der Charakter der Tätigkeit als abhängige Beschäftigung von proletarischen Klöpplerinnen in Heimarbeit nicht zu übersehen. Teil einer Serie: série Dentellières, no. 20
Postalische Merkmale: Gelaufen September 1931 (Brüssel).
Chile 
Titel (Spanisch): Combate naval-aéreo de Coquimbo / 4. IX. 1931.
Übersetzung: Marine-Luft-Kampf im Hafen von Coquimbo am 4. September 1931.
Verlag / Herausgeber / Fotostudio: Casa Hans Frey / Valparaíso / Santiago / Concepción / Coquimbo / Antofagasta.
Hintergründe: Chile gehörte zu den von der Weltwirtschaftskrise am stärksten betroffenen Ländern der Welt. Waren krisenbedingt Preise und Ausfuhr des Hauptexportartikels Salpeter schon stark rückläufig, verdrängte auf dem Weltmarkt der Kunstdünger den Salpeter endgültig. Die Schließung der Salpeterminen in der Atacamawüste zog die Abwanderung Tausender Menschen in die Großstädte nach sich. 1931 waren 130.000 Chilenen arbeitslos (Einwohnerzahl: 4,5 Mio); das Land litt unter einer hohen Auslandsverschuldung und war bankrott. Die Regierung verordnete ein rigides Sparprogramm und kürzte im staatlichen Sektor die Bezüge um 30%. Da der Sold der Armeeangehörigen bereits im Vorjahr um 10% gekürzt worden war und seine Kaufkraft unter der galoppierenden Inflation litt, kam es in der Nacht vom 31. August zum 1. September 1931 auf dem Schlachtschiff "Almirante Latorre" im Hafen von Coquimbo zur Meuterei. Die Matrosen forderten die Regierung auf, die Kürzungen zurückzunehmen. Die Revolte griff sofort auf die anderen 13 Schiffe der Flotte im Hafen über, sodass sie 2750 Matrosen erfasste. Am 3. September schlossen sich im Marinestützpunkt Talcahuano das militärische Landpersonal und Werftarbeiter an. Bald waren 30 Schiffe in den Häfen Chiles in den Händen der aufständischen Matrosen. Jetzt stellten die Aufständischen auch politische Forderungen: die Einleitung einer Agrarreform (Landaufteilung), die Heranziehung der Unternehmen für die Bewältigung der Krise und die Abgeltung der Auslandsschulden durch die Vermögenden im Land. Unterstützt wurden diese Forderungen nunmehr von der Federación Obrera de Chile (FOCH) und von der Kommunistischen Partei Chiles. Die FOCH rief am 4.9. den Generalstreik aus. Nach dem Verstreichen eines Ultimatums durch die Regierung griffen Regierungstruppen am 5. September den Marinestützpunkt in Talcahuano an; die Luftwaffe bombardierte die Schiffe der Aufständischen. Deren Mannschaften hatte viele Tote zu beklagen. Gegen die Flotte setzte die Luftwaffe 20 Bomber ein, darunter zwei schwere vom Typs Junkers R-42. Wenn auch diese Luftangriffe wenig effektiv waren, so führten die militärischen Mittel, zu denen die Regierung griff, zum Rückzug und zur Aufgabe der Meuterer. 6 Führer des Aufstands wurden zum Tode verurteilt, 120 Matrosen erhielten Gefängnisstrafen. Der Aufstand scheiterte, weil es keine gemeinsame Aufstandsleitung von Matrosen und Arbeitern gab und somit die Meuterei isoliert blieb. In der kurzen Phase der "Sozialistischen Republik Chile" (1932) wurden alle Verurteilten in einer Generalamnestie vom 14. September 1932 freigelassen. // Offensichtlich wurde das Motiv retuschiert und bearbeitet.
Postalische Merkmale: -
Datierung: September 1931.
   
       
 
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Objekt: 1931_balalaika
Objekt: 1931_deineka
Objekt: 1931_pioneer
   
       
Deutschland
Titel: Kampf dem Kulturfaschismus! Balalaika-Orchester der 'ifa' ehem. des Verbandes der Studenten der U.d.S.S.R. / Leipzig.
Herausgeber: IFA.
Hintergründe: Als Antwort auf das Stigma des "Kulturbolschewismus" für alle fortschrittlichen Kulturerscheinungen geißelte die Linke in den Jahren 1930 bis 1932 die staatlichen Zensurmaßnahmen, den Bildungsabbau, den reaktionären Soldatenkult und den Rummel um Potsdam, Oberammergau und Beyreuth als "Kulturfaschismus". // Im November 1929 schlossen sich in Hamburg zahlreiche (bis zu 16) Kulturverbände, die der KPD nahe standen, zur „Interessengemeinschaft für Arbeiterkultur“ (IFA) zusammen, der „Dachorganisation proletarischer Kulturorganisationen".
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1930-1932.
UdSSR 
Titel (Russisch, Deutsch, Englisch): 
Худ.[ожник] А. Дейнека: Тормоз системы “социал фашизм“ / 
A. Deyneka
: Bremse nachSozial-Faschismus“-System
A. Deyneka: The Brake of theSocial-Fascism Type.

Verlag: Isogis (Изогиз, Staatsverlag für bildende Künste) Leningrad.
Künstler: Aleksandr A. Deineka (1899-1969).
Hintergründe: Sozialdemokraten (auf der Bildseite: С.Д. = "S.D.") hindern die Arbeiter an der Zertrümmerung des Kapitals. Aus einer Serie. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1931 / 1932.
UdSSR
Titel (Englisch, Deutsch): 
MOSCOW. Pioneer girls - physical culturists - at an All-Union assembly of pioneers / Moskau. Pionier-Sportlerinnen beim Pioniertreffen der gesamten Sowjetunion.
Herausgeber / Verlag: Sojusfoto.
Postalische Merkmale: Gelaufen 1936 (Moskau) nach ČSR (Olomouc).
Datierung: 1931 (Foto) und 1936 (Versand).
       
 
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Objekt: 1931_mopr
Objekt: 1931_kinderheim
Objekt: 1931_skk
Objekt: 1931_armenia
 
UdSSR
Titel (Russisch): МОПРовская Копейка на идет помощь жертвам капитализма и фашизма.
Übersetzung: MOPR-Kopeken für die Unterstützung der Opfer von Kapitalismus und Faschismus.
Hintergründe: Massenpostkarte (Auflage 1 Millionen) mit einer aufgedruckten Briefmarke (Wertzeichenaufdruck; ganz rechts) und zwei aufgeklebten Marken mit selben Nennwert, Motiv und Farbton. // Internationale Rote Hilfe (= MOPR), gegründet 1922, Sitz in Moskau; Komintern-Organisation zur Unterstützung von politischen Gefangenen und deren Angehörigen, Sektionen in zahlreichen Ländern. Erstes Mitglied der IRH war die bereits 1921 ins Leben gerufene RHD. Die IRH stellte nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 ihre Tätigkeit ein. Teil einer Serie. Siehe auch Objekt 1931_pomogi.
Postalische Merkmale:
Gelaufen im April 1934 (Charkow).
Datierung: 1931 (Karte) und 1934 (Versand). 
Schweiz 
Titel: Für ein Arbeiterkinderheim.
Herausgeber: Schweizerischer Sozialistischer Schulverein.
Signatur: Bay. 
Künstlerin: Hanni Bay, 1885-1978.
Hintergründe:
Spendenkarte für das 1931 eröffnete Kinderfreundeheim "Mösli" unweit der Felsenegg auf dem Albis bei Zürich. Das Haus bot Arbeiterkindern Erholung in der Natur. Jahrzehntelang von den Schweizerischen Kinderfreunden und den Roten Falken betrieben, besteht es seit 1988 als Stiftung fort, um auch weiterhin Jugend- und Schulgruppen einen Aufenthalt zu ermöglichen. Karte einer Serie
. Vgl. auch 1920_kinderwoche.
Postalische Merkmale: Gelaufen Oktober 1931 (Zürich-Wollishofen).
Niederlande 
Titel (Niederländisch): Als zyn machtige arm het will...
Übersetzung: Wenn sein starker Arm es will.
Herausgeber: Socialistische Kunstenaars Kring, S.K.K., Amsterdam Noord.
Hintergründe: Aufdruck auf der Adressseite (übersetzt): "Der Erlös aus diesen Karten kommt der Küche für die Kinder der Twentsche-Streikenden zugute, organisiert von der IAH". Die Karte erschien zum Streik der 14.000 Textilarbeiter vom 28. November 1931 bis April 1933 im Gebiet Enschede. Obwohl nicht alle Forderungen erfüllt wurden, gab der Streik Anstoß zu neuen Kampfaktionen 1932 / 1933, so zum Streik der Seeleute 1933 in Amsterdam. // Der Herausgeber, der Sozialistische Künstlerkreis S.K.K., Amsterdam, wurde 1927 gegründet. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: November 1931.
Armenische Sowjetrepublik
Titel (Armenisch vor Rechtschreibreform von 1940): 1920 / 1931 / Հ.Ս.Խ.Հ. / ՆՈՅ. 29 / ՍՈՑԻԱԼԻԶՄ.
Übersetzung: 1920 / 1931 / A.S.S.R. [Armenische Sozialistische Sowjetrepublik] / 29. November / Sozialismus.
Herausgeber: -
Hintergründe: Nach der Oktoberrevolution in Russland und dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns und des Osmanischen Reichs riefen in der Nachbarschaft Sowjetrusslands viele Staaten ihre Unabhängigkeit aus: Finnland und die baltischen Staaten, Polen, Weißrussland und die Ukraine, in der Kaukasus-Region Aserbaidschan, Georgien und Armenien. Die 1918 ausgerufene Demokratische Republik Armenien hatte mit vielen ungelösten alten und mit neuen Problemen zu kämpfen: Das waren die militärische Bedrohung durch die neue türkische Regierung unter Mustafa Kemal, die Gebietsforderungen der benachbarten Länder Georgien und Aserbaidschan, Hunderttausende Flüchtlinge, die vor dem Genozid an den Armeniern aus der Türkei geflohen waren und schließlich eine aus all den Problemen erwachsene Wirtschaftskrise. Nachdem im September 1920 türkische Truppen in Armenien einmarschiert waren, bat die Regierung die Bolschewiki um Hilfe. Am 29. November 1920 riefen die Bolschewiki die Armenische Sozialistische Sowjetrepublik aus. Zum 11. Jahrestag der Sowjetmacht visierte unsere Postkarte die Verwirklichung folgender Ziele an: Erfüllung des 5-Jahr-Plans in vier Jahren; 7-Stunden-Arbeitstag; Beseitigung des Analfabetentums und der Arbeitslosigkeit; Erhöhung des Tageslohns u.a.m.
Postalische Merkmale: Auf der Adressseite Stempelabdruck eines französischen Hilfskomitees für Armenien (Sitz in Lyon): Comité de Secours pour L'Armenie - Lyon.
Datierung: November 1931.
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Objekt: 1931_pomogi
Objekt: 1931_camper
Objekt: 1932_protiw
 
UdSSR 
Titel (Russisch): Помоги.
ÜbersetzungHilf.
Herausgeber: ZK MOPR der UdSSR.
Druckvermerk: Мосгублит No. 6276. Тираж 25.000 [Moskauer Bezirksverwaltung für Literatur und Verlagswesen; Druckbewilligung Nr. 6276; Auflage 25.000].

Künstlersignatur: Дени
Künstler: Deni (1893-1946) / Дени (Виктор Николаевич Денисов / Viktor Nikolajewitsch Denisow).
Hintergründe: Bekanntes Plakatmotiv auf Postkarte, von Deni 1928 entworfen. Die Plakatfassung ruft zum Beitritt zur MOPR auf. Deni war von der Oktoberrevolution bis zum Ende des 2. Weltkrieges einer der bekanntesten und produktivsten Plakatkünstler der Sowjetunion. Vgl. auch Objekt 1931_mopr.
Postalische Merkmale: -
Datierung des Kartendrucks: 1930-1932.
Frankreich
Titel (Französisch): Aidez les campeurs rouges. Pour une utilisation saine des loisirs des jeunes travailleurs.
Übersetzung: Helft den roten Campern / Für eine gesunde Freizeitgestaltung der Arbeiterjugend. 
Hintergründe: Nachdem 1931 erstmals französische Arbeiterkinder an einem Lager der Kinderfreunde in Deutschland teilgenommen hatte, gründeten sich Ende 1931 in Frankreich die "Campeurs Rouge". Diese organisierten im
August 1932 in Draveil (Seine-et-Oise) bei Paris gemeinsam mit den deutschen Falken die Republique des Enfants "Solidarité" bzw. Internationale Kinderrepublik „Solidarität“ (auch Internationale Falkenrepublik genannt), an der auch Hunderte Kinder und Jugendliche aus Deutschland teilnahmen. Das Lager sollte der Propagierung des Friedens- und Verständigungswillens der französischen und deutschen Sozialisten dienen. Zur Empfangsfeier erschienen 10.000 Besucherinnen und Besucher. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: Ende 1931 oder 1932. 
UdSSR
Titel (Russisch): Против фашизма!
Übersetzung: Gegen den Faschismus!
Verlag: Isogis (Изогиз; Staatsverlag für bildende Künste) Leningrad. 
Künstlersignatur: Дени (am unteren Kartenrand beschnitten).
Künstler: Deni (1893-1946) / Дени (Виктор Николаевич Денисов / Viktor Nikolajewitsch Denisow).
Hintergründe: Aus der Serie "Politsatira". Deni schuf die Grafik 1929 als Plakatentwurf. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1931 / 1932.
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1932  

Objekt: 1932_defendo
Objekt: 1932_werklozen
Objekt: 1932_armenia
Objekt: 1932_heidenau
 
UdSSR
Titel (Russisch): Пролетарии всего мира будут помогать в защите в СССР.
Übersetzung: Die Proletarier der ganzen Welt werden helfen, die UdSSR zu beschützen!
Verlag: Isogis (Изогиз; Staatsverlag für bildende Künste) Leningrad. 
Künstlersignatur: -
Hintergründe: In Esperanto verfasster und an einen Freund in Rabenau bei Freital (Sachsen) gesendete Karte. 
Postalische Merkmale: Gelaufen Januar 1932 (Leningrad).

 

Niederlande
Titel (Niederländisch): één front voor brood en arbeid / steunt het werklozen congres.
Übersetzung: Eine Front für Brot und Arbeit / Unterstützt den Arbeitslosen-Kongress.
Herausgeber:
-
Hintergründe: Spendenkarte. Die niederländischen Arbeitslosen-
Kongresse fanden im Februar 1932 in Rotterdam und im Februar 1934 in Amsterdam statt. 
Postalische Merkmale: Ohne Zudruck. Handschriftliche Mitteilung von "Vilhelmo" mit Tinte auf der Adressseite in Esperanto.
Datierung: Februar 1932.
Syrien
Titel (Armenisch, traditionelle westarmenische Schrift): 932/3/27 Հալէպ / անապատներում Դեյր էզ Զորի.
Übersetzung:  Aleppo, 27. März 1932 / in den Wüsten von Deir ez-Zor.
Herausgeber: -
Hintergründe:
Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel das Osmanische Reich in einzelne Nationalstaaten. Die Formierung dieser neuen Länder ging mit einer ethnischen Entflechtung im großen Stil einher. In der Praxis geschah dies durch Vertreibungen, Um- und Neuansiedlungen, häufig begleitet durch blutige Exzesse und Plünderungen. Auch die auf ein Kerngebiet reduzierte Türkei erstrebte ein religiös homogenes Staatsvolk. Doch bereits zuvor in den Weltkriegsjahren suchten die jungtürkischen Machthaber die Kriegslage und das Bündnis mit Deutschland zu einer vollständigen Ausrottung aller Armenier und anderer christlicher Minderheiten im Land zu nutzen. Insgesamt sollen während des Genozids 1915 / 1916 anderthalb Millionen Menschen umgekommen sein. Auch offizielle Schätzungen in der Türkei selbst gehen von 800.000 Toten aus. Viele zehntausend Armenier, welche im Zuge ihrer Vertreibung 1915 / 1916 aus der Türkei die Massaker überlebt hatten, vor allem Frauen und Kinder (die Männer waren umgebracht worden), landeten nach ihren Todesmärschen in der Wüste südlich der Stadt Deir ez-Zor im Osten Syriens. Die meisten sind dort verhungert. Im Jahr 2016 gehörte die Stadt Deir ez-Zor zur stark umkämpften Region im Syrienkrieg. // Das Bild zeigt einen jungen Armenier im Jahr 1932 in einem Beinhaus, das in Margadeh (88 km von Deir ez-Zor entfernt) zum Gedenken an die armenischen Opfer errichtet worden ist. // 1932 war Syrien französisches Mandatsgebiet (bis zur Unabhängigkeit Syriens 1946).
Postalische Merkmale: Handschriftliche Bemerkungen in Armenisch auf Adressseite.
Datierung: März 1932.
Deutschland
Titel: Wählt Thälmann.
Herausgeber: -
Hintergründe: Wahlhelfer in Heidenau (bei Pirna) für den Kandidaten zur Wahl des Reichspräsidenten Ernst Thälmann. Die Wahl fand am 13. März 1932 statt, erforderte aber einen zweiten Wahlgang, aus dem Hindenburg dann als Sieger hervorging. // Fotopostkarte, mit Retuschepinsel nachgezogene Schilderaufschriften.
Postalische Merkmale: -
Datierung: März 1932.

 

 
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Objekt: 1932_sa
Objekt: 1932_kampftag
Objekt: 1932_melbourne
Objekt: 1932_czmai
Deutschland
Titel: nur das können wir!
Herausgeber / Verlag: Richard Küter, Berlin.
Druck: Lindemann.
Hintergründe: Gegen die SA gerichtete Karte des "Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold", presserechtlich verantwortet von Richard Küter (1877-1949), Gausekretär des Reichsbanners Berlin & Brandenburg. Womöglich wollte die Karte das (zeitweilige) Verbot der SA und SS im April 1932 legitimieren. Doch bereits nach zwei Monaten wurde das Verbot aufgehoben. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: April 1932.
Deutschland
Titel: Roter Kampftag der Millionen gegen imperialistischen Krieg, Hunger und Faschismus! 1. Mai 1932.
Herausgeber: KPD Wasserkante.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1932.
USA
Titel (Englisch): MAY DAY, MELBOURNE, 1932.
Übersetzung: 1. Mai, Melbourne, 1932.
Herausgeber: -
Hintergründe:
Am 25. März 1931 wurden die neun schwarzen "Hobos" (Wanderarbeiter) Olen Montgomery (17 Jahre), Clarence Norris (19), Haywood Patterson (18), Ozie Powell (16), Willie Roberson (16), Charlie Weems (16), Eugene Williams (13), und die Brüder Andy (19) und Roy Wright (12 oder 13) wegen tätlicher Angriffe auf weiße Hobos in einem Zug in Alabama verhaftet. Nachdem zwei weiße Mädchen, die im gleichen Zug unterwegs waren, die Falschaussage machten, sie seien von den Schwarzen vergewaltigt worden, änderten die Beamten den Tatvorwurf auf Vergewaltigung. In Scottsboro (Alabama) wurden acht der Jugendlichen in Sammelverfahren zum Tode verurteilt, damals das übliche Strafmaß für diese Art Vergehen von Schwarzen an Weißen im rassistischen Süden der USA. Doch geschah es zum ersten Mal, dass jemand dem Fall eine internationale Aufmerksamkeit verschaffte: Die Kommunistische Partei der USA. Es war die Zeit, in welcher die Kommunisten die Schwarzen im Süden erfolgreich zu organisieren begannen. Auch die "National Association for the Advancement of Colored People" (NAACP; damals eine recht kleinbürgerliche Bewegung) setzte sich für die neun Jugendlichen ein, die ILD (US-Sektion der Roten Hilfe) übernahm die Verteidigung. Das Alabama Supreme Court bestätigte im März 1932 in 7 der 8 Fälle das Todesurteil. Es kam mehrfach zu Folgeprozessen, zur Aufhebung der Urteile und Neuverurteilungen. Erst in den 40er und 50er Jahren kamen einige zu Unrecht verurteilte frei, im Jahr 2013 sah sich der Staat Alabama veranlasst, Weems, Wright and Patterson, deren Urteile nie aufgehoben worden waren und die nie begnadigt worden sind, posthum zu begnadigen. // Wenn auch der Rassismus nicht überwunden werden konnte, so schuf die Mobilisierung des schwarzen Widerstands im Süden in den 1930er Jahren die Grundlagen dafür, die mittelalterlichsten Unrechtspraktiken gegenüber Schwarzen – insbesondere die Lynchjustiz – zurückzudrängen. Der Fall der Scottsboro Boys, der viel nationale und internationale Aufmerksamkeit erfuhr, war ein erster Anlauf hierfür. // Die Fotopostkarte zeigt Mitglieder der Kommunistischen Partei der USA, die am 1. Mai 1932 in Melbourne (Stadt im Bundesstaat Florida) gegen die Todesurteile an sieben der neun verurteilten schwarzen Jugendlichen der "Scottsboro Boys" demonstrieren.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1932.
ČSR
Titel (Tschechisch): 1932 – 1. MÁJ. Z krise kapitalismum do socialismu.
Übersetzung: 1932  – 1. Mai. Von der Krise des Kapitalismus zum Sozialismus.  
Herausgeber:
Československá sociálně demokratická strana dělnická (ČSDSD). 
Hintergründe: Maipostkarte
, herausgegeben von der Tschechoslowakischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Siehe auch Objekt 1935_Soukup. Politisch konkurrierten die Sozialdemokraten mit der reformistischen Partei der Volkssozialisten; vgl. Objekt 1927_boju.
Postalische Merkmale: Gelaufen Juni 1932 (Nová Paka).
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Objekt: 1932_borinage
Objekt: 1932_transport
Objekt: 1932_8tage
Objekt: 1932_skauten
 
Belgien
Titel (Französisch, Flämisch): Distribution de vivres aux grévistes de Borinage par le Secours Ouvrier International / Levensmiddelen-uitdeeling aan de stakers der Borinage door de Internationale Arbeidershulp.
Übersetzung:
Ausgabe von Lebensmitteln durch die IAH an die Streikenden des Borinage. 
Herausgeber: Secours Ouvrier International, Bruxelles.
Hintergründe: Nachdem 1930 die belgischen Bergwerksunternehmen bereits den Lohn der Bergleute gekürzt hatten, kündigten sie Anfang Juni 1932 eine weitere 5-%ige Lohnsenkung an. Daraufhin traten am 21.6. die Bergleute aus acht Gruben von Wasmes in den Streik. Auf Streikmärschen forderten sie die Kumpel der Nachbarreviere auf, ebenfalls die Arbeit niederzulegen. In ganz Belgien schlossen sich die Bergleute nach und nach dem Streik an, so dass im Juli 100.000 Menschen der Arbeit fern blieben (zeitweise sogar doppelt soviel und mehr), unter ihnen 30.000 im Borinage. Auch Metallarbeiter schlossen sich an. Der Streik brach nach zwei Monaten zusammen, an manchen Orten aber erst nach 13 Wochen. Das Borinage war eines der größten Steinkohlenreviere Europas; es liegt in der belgischen Provinz Hennegau. // Postkarte der Secours Ouvrier International, der belgischen Sektion der IAH, mit flämischen und französischem Text. Die IAH organisierte auch die Aufnahme von Kindern der Streikenden durch Familien in Frankreich und Deutschland.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juni / Juli 1932. 
Niederlande
Titel (Niederländisch): verhindert het oorlogstransport en de oorlogs productie voor de imperialisten.
Übersetzung: Verhindert Kriegstransporte und Rüstungsproduktion für die Imperialisten.
Herausgeber: Comité ter voorbereiding van het Wereld-Strijdcongres tegen den oorlog te Genéve.
Hintergründe: Ursprünglich sollte der "Weltkongress gegen den imperialistischen Krieg" ab dem 28. Juli in Genf stattfinden, doch am 7. Juli verboten die Schweizer Behörden den Kongress zunächst auf dem Territorium des Kantons Genf, dann landesweit. Hinter dem Verbot steckte die einflussreiche Völkerbund-Bürokratie. Denn die erste Session der Abrüstungskonferenz des Völkerbundes, die seit dem 2. Februar in Genf abgehalten wurde und nun am 23. Juli endete, war weitgehend ergebnislos verlaufen. Der Antikriegskongress fand schließlich vom 27. bis 28. August 1932 in Amsterdam statt. Schirmherr war Romain Rolland, Initiator Henri Barbusse. 2.200 Teilnehmer nahmen an dem Forum gegen Kriegsgefahr teil. Der Kongress war Ausgangspunkt der sogenannten "Amsterdam-Pleyel-Bewegung"
(vgl. Objekt 1933_weltkomitee).
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juni / Juli 1932.
Deutschland
Titel: AIZ - 8 Tage - 8 Tote. Reichsbannermann! Der Hitlersoldat hat deine und meine Genossen erschlagen! Reichen wir uns die Hand, Kamerad, dann werden wir alle Faschisten verjagen.
Verlag: Neuer Deutscher Verlag, Berlin.
Hintergründe: Karte für Aktionseinheit gegen
Faschismus
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1932.
Polen
Titel (Jiddisch): Zusammentrefen fojn di Arbeiter-Skauten in Zamoszcz – Krasnistaw – Komarow. Bei der Feiertag fojn unsren Internazionalen Kindertog 30. VII. 32. 
Hintergründe: Kindertagsfeier beim Jiddischen sozialistischen Verband der Frei-Skauten, dem Pfadfinderverband des antizionistischen BUND in Polen. Fotopostkarte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1932.
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Objekt: 1932_remda
Objekt: 1932_falken
Objekt: 1932_sallai
   
Deutschland
Titel: Friedrich-Ebert-Heim / Reichsferienheim des Verbandes der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands / Tännich, Post Remda (Thür.) / Speisezimmer, Hanf-Raum. 
Hintergründe: Das Heim war 1924-1933 im Schloss von Tännich untergebracht. Es fungierte als Reichsferienheim und als erste Bildungsstätte der Sozialistischen Arbeiterjugend. Der Künstler Alfred Hanf (1890-1974) schuf 1924 die Wand- und Deckenmalereien. Nach ihm ist der "Hanf-Raum" benannt.
Postalische Merkmale: Gelaufen Juli 1932 (Remda, Thüringen).
Österreich
Titel: Erholungsheim „Rote Falken“, Breitenstein A/Semmering.
Herausgeber: Schul- und Kinderfreunde, Sommerlager der Roten Falken in Breitenstein am Semmering.
Druck / Fotostudio: Erstes Wiener Kunstlicht-Atelier, Wien III.

Hintergründe:
Die Roten Falken gingen 1925 aus den Österreichischen Kinderfreunden (1908 in Graz gegründet) hervor. Sie waren eine Organisation der Arbeiterbewegung und bekannten sich zum Sozialismus. Das Interesse an dem Verband war nach seiner Gründung enorm, die Mitgliederzahlen stiegen rasch an. Solidaritätsaktionen, Wanderungen und Zeltlager standen im Mittelpunkt der Aktivitäten der Roten Falken. Anton Tesarek, der Gründer, hatte den Namen der Roten Falken aus Maxim Gorkis Erzählung »Das Lied vom Falken« entlehnt. "Der Name kann den Kindern ein Programm geben. »Falken« wollen unsere Buben sein: Wild, kühn, edel... aber unsere Buben wollen nicht nur Falken, sie wollen auch rot sein" (Anton Tesarek). Bei den Februarkämpfen des Schutzbundes 1934 gehörten auch zahlreiche Mitglieder der Roten Falken zu den Opfern; so wurde in Linz der Falkenführer Franz Mayr erschossen. // Die Idee der Roten Falken griff sofort auf die anderen deutschsprachigen Länder über (siehe Objekt 1929_kinderrep) und war Vorbild für die französischen "Campeurs Rouge" (Objekt 1931_camper) und ähnliche Gruppen in anderen Ländern.
Postalische Merkmale:
Gelaufen Juli 1932 (Breitenstein am Semmering). 
Ungarn / Österreich
Titel (Ungarisch, Deutsch):
SALLAI IMRE / FÜRST SÁNDOR / "A proletariátus bosszut áll értünk!" / “Das Proletariat wird uns rächen!“
Herausgeber: Österreichische Rote Hilfe, Wien.
Hintergründe: Gedenkkarte für die ermordeten ungarischen Revolutionäre Imre Sallai (geb. 1897) und Sándor Fürst (geb. 1903).
Auf den Sturz der Räteregierung 1919 in Ungarn folgten Regierungen, die eine extrem antikommunistische Doktrin vertraten. Die beiden Kommunisten Sallai und Fürst wurden einer "Verschwörung zum Sturz der Krone mit Mitteln der Gewalt" bezichtigt. Obwohl die Beweise der Anklage nicht ausreichten, wurden beide in einer zweistündigen Verhandlung in Budapest zum Tode verurteilt und am 29. Juli 1932 gehängt. Fürst war ein führender Kopf der illegalen Kommunistischen Jugendliga in Ungarn; Sallai hatte den Auftrag übernommen, für die illegale KP Ungarns die Untergrundpresse zu organisieren. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli / August 1932.
 
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Objekt: 1932_vittime
Objekt: 1932_avanti
 
Objekt: 1932_hungermarsch
   
Italien / Frankreich
Titel (Italienisch): Pro Vittime del Fascismo.
Übersetzung: Für die Opfer des Faschismus. 
Herausgeber: Jeunesse Socialiste Italienne Émigrée.
Künstlersignatur:
-
Hintergründe: Die "Jeunesse Socialiste Italienne Émigrée" war die sozialistische Jugendorganisation Italiens i
m französischen Exil. Viele italienische Antifaschisten, die aus der Haft oder Verbannung ("confino") flohen, flüchteten über die Grenze zunächst nach Zürich, wo sie bei den dort lebenden italienische Sozialisten und Antifaschisten Hilfe fanden. Hier erholten sie sich, wurden versorgt, bekamen Kleidung und Obdach. Bevor Hitler und Dollfuss an die Macht gelangten, emigrierten viele von ihnen nach Deutschland oder Österreich weiter; nach 1933/34 blieb nur noch Frankreich als Asylland.
Postalische Merkmale: -
Datierung: August 1932.
Italien / Frankreich
Titel (Italienisch): PARTITO SOCIALISTA ITALIANO / PRO AVANTI / Pro tregua all'eterno sudore.
Übersetzung: PSI / Für Avanti! / Waffenruhe für das endlose Schwitzen. 
Herausgeber: PSI.
Künstlersignatur:
-
Hintergründe: "Avanti!" wurde als Organ der PSI im Jahr 1896 gegründet. Verfocht das Blatt im Ersten Weltkrieg zunächst eine neutrale Position, brachte Mussolini das Blatt auf Kriegskurs ("Irredentismus"), wonach Italien in den Krieg eingreifen solle. Mussolini wurde 1914 aus der PSI ausgeschlossen. 1919 ließ er die Redaktion in Mailand in Brand setzen und (unter seiner Regierung) 1926 das Blatt ganz verbieten. Der Chefredakteur Pietro Nenni (1891-1980) flüchtete ins Exil nach Frankreich. "Avanti" erschien als Wochenzeitung in Paris und Zürich weiter. In Italien konnte "Avanti!" erst wieder ab 1943 erscheinen, verlor dort aber nach dem Krieg an Bedeutung. Das Blatt bestand bis 1993.
Postalische Merkmale: Gelaufen August 1932 (Romans, Frankreich).
Datierung: Die Maipostkarte stammt offensichtlich aus den Jahren der Kämpfe um den 8-Stundentag.
Frankreich / Großbritannien
Titel (Französisch): Pour soutenir la lutte des Chômeurs de la R.P. : 1 FRANC / Marche de la Faim des Chômeurs Anglais.
ÜbersetzungDen Kampf der Arbeitslosen unterstützen / Hungermarsch der Arbeitslosen Englands.
Hintergründe: Französische Spendenkarte für den britischen Hungermarsch von Schottland nach London. Organisator war die National Unemployed Workers Movement (NUWM), die sich nicht nur für die Arbeitlosen einsetzte, sondern auch für Mietstreiks und gegen Zwangsräumungen aktiv wurde und sich an Kampagnen gegen den „means test“ (Bedürftigkeitsprüfung für Arme) und staatliche Arbeitslager beteiligte.
Die ersten Protestierer begannen in Glasgow am 26. September 1932 den Marsch. Am 27. Oktober kamen rund 100.000 Teilnehmer zur Abschlusskundgebung im Hyde Park in London. Der Marsch von 1932 blieb damit der erfolgreichste "National Hunger March" in der Geschichte des Landes. Bis 1936 organisierte die NUWM alle zwei Jahre weitere Hungermärsche.
Zu Hungermärschen kam es ab 1930 in zahlreichen Ländern, auch in Frankreich; siehe Objekt 1933_hungermarsch (Frankreich).
Postalische Merkmale: -
Datierung: September 1932.
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Objekt: 1932_arac
Objekt: 1932_ahrens
Objekt: 1932_komm
Objekt: 1932_fuest
 
Frankreich 
Titel (Französisch): A.R.A.C. POUR LA PAIX!
Übersetzung: ARAC für Frieden!
Herausgeber: ARAC (L’Association républicaine des anciens combattants, „Republikanischer Verband der ehemaligen Kämpfer und Opfer des [ersten] Weltkriegs“).
Künstlersignatur: hen
Hintergründe: Die ARAC wurde 1917 in Frankreich gegründet und besteht noch heute. Sie trat für die Entschädigung der Kriegsopfer und -veteranen ein; sie verfocht Ziele, die gegen Krieg, Kolonialismus und Faschismus gerichtet waren. Führende Vertreter waren
Raymond Lefebvre und Henri Barbusse. Siehe auch Objekt 1936_arac.
Postalische Merkmale:
-
Datierung: Oktober 1932.
Deutschland
Titel: Die S.A.J. marschiert!
Aufdruck auf Adressseite:
Unterstützt die Sozialistische Arbeiterjugend. / Bild Nr. 2. / Echte Photographie.
Hintergründe: Parallel zur Vereinigung von SPD und USPD ging die Sozialistische Arbeiterjugend im Oktober 1922 in Nürnberg aus dem Zusammenschluss der parteinahen Jugendverbände der SPD und USPD hervor. Viele SAJler sahen sich in Opposition zur staatstragenden und wenig kampfbereiten Parteiführung, insbesondere bei der Bekämpfung des Faschismus, und wechselten zu anderen Jugendveränden oder wurden aus der SAJ ausgeschlossen. Auf dem Höhepunkt der Konflikte zwischen Mitgliedern und den von der Partei eingesetzten Jugendleitern verließen nach Abspaltung der SAP von der SPD im Jahr 1931 50.000 Jugendliche die SAJ und gründeten eine SAP-nahe Jugendorgansation. // Bei dem mittleren Fahnenträger handelt es sich um den Jungsozialisten Walter Ahrens
(*1912), der später Kommunist wurde und als "Bewährungssoldat" in der Wehrmacht kurz vor Kriegsende 1945 ums Leben kam. // "Echte Photographie".
Postalische Merkmale: Auf Adressseite datierte Nachricht, Oktober 1932 (Hamburg).
Deutschland 
Titel: Komm mit zur SAJ! / Unterstützt die Sozialistische Arbeiterjugend.
Herausgeber: SAJ.
Postalische Merkmale: Gelaufen November 1932 (Grünthal / Erzgebirge).
Schweiz
Titel (Französisch): A notre regrette camarade Henri Fürst / Le parti communiste.
ÜbersetzungUnser verstorbener Genosse Henri Fürst / Die Kommunistische Partei.
Adressseite (Deutsch): Genosse Fürst, der am 9. November 1932 von der Genfer Bourgeoisie ermordete Vorsitzende der RGO Genf, Mitglied des Z.K. der K.P.S., Mitglied der R.H.S. auf der Totenbahre. / Nieder mit dem Faschismus! Es lebe die proletarische Sodarität!
Herausgeber: Internationale Rote Hilfe, Sektion Schweiz, Zürich.
Postalische Merkmale: -
Datierung: November 1932.
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Objekt: 1932_vitoscha
Objekt: 1932_slask
Objekt: 1932_chom
 
   
Bulgarien
Titel: Eine Gruppe von Anarcho-Syndikalisten sendet dir brüderliche Grüsse.
Herausgeber: -
Hintergründe: An einen deutschsprachigen Genossen gerichtete Fotopostkarte eines bulgarischen Anarcho-Syndikalisten aus Sofia. Die Aufnahme entstand im Witoscha-Gebirge, das "Hausgebirge" von Sofia und beliebtes Ausflugsziel der Hauptstädter. Die zwei jungen Männer im Vordergrund halten die Zeitung
"Работникъ" (Rabotnik, deutsch: Arbeiter) in ihren Händen, das Organ der bulgarischen Anarchosyndikalisten, das in den Jahren 1929 bis 1934 erschien (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen, 1892 gegründeten Blatt der bulgarischen Sozialdemokratie) und ständig von Beschlagnahmung und Zensur bedroht war.
Postalische Merkmale: Mit handschriftlicher Erläuterung versehen und datiert (Sofia, 20. XI. 1932).
Datierung: November 1932.
Polen / Belgien
Titel (Polnisch, Deutsch, handschriftlich in Esperanto): Górny Ślask. Spust Wielkiego pieca. Hochofenabstich. / Supra Silezio. Defluigo de fero el "Granda Forno".
ÜbersetzungOberschlesien. Roheisenabstich am Hochofen.
Aufkleber: ONI KORESPONDAS EN ESPERANTO.
ÜbersetzungKorrespondenz in Esperanto.

Herausgeber / Verlag:
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Hintergründe: Der Arbeiter-Esperantist Teodor Stannek aus Strzybnica (einem Stadtteil von 
Tarnowskie Góry) im oberschlesischen Steinkohlerevier teilte dem Empfänger mit, dass seine Esperantogruppe mit Esperantofreunden in 16 Ländern korrespondiere. Er sei 24 Jahre alt und konfessionslos. Bei dem Empfänger Leon Braet (eigentlich Leon-Josef Braet; 1899-1956) in Nieuwpoort, Belgien, handelt  es sich um einen Bauunternehmer, der politisch progressiv und kulturell äußerst interessiert und musisch begabt war. Gegen Kirche, Glaube und Autoritäten hegte er große Abneigung. Braet war Vater von drei Kindern, u.a. von Mark Braet (1925-2003), der als Dichter, Humanist und Widerstandskämpfer bekannt wird. Während der Gesundung von einer Kehlkopfentzündung im Jahr 1926 erlernte Leon Esperanto und wird ein glühender Propagandist dieser Sprache. Er empfing fortan Esperanto-Freunde aus Holland, Ungarn und Deutschland. Über seine Esperanto-Verbindungen gelang es ihm, Kinder von Anhängern der Spanischen Republik, die nach Francos Sieg das Land verlassen mussten, in Pflegefamilien von Nieuwpoort unterzubringen.
Postalische Merkmale: Gelaufen Dezember 1932 (Lubliniec-Katowice).
Schweiz 
Titel: Pour le Noël des CHȎMEURS.
ÜbersetzungWeihnachten für die Arbeitslosen.
Herausgeber: Division des Arts Industriels du Technicum. 
Künstlersignatur: MB / T.B. K.G.
Druck: -
Hintergründe: Der Erlös aus dem Lithografieprojekt an der Ingenieurhochschule Technicum in Biel (Kanton Bern) im Rahmen einer Soirée am 15. Dezember 1932 sollte den Arbeitslosen zugute kommen.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Dezember 1932.
   
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Objekt: 1932_dsu
 
Objekt: 1932_zeromski
Objekt: 1932_wales
   
Dänemark 
Titel: RANDERS D.s.U. AFDELING / SÆLGES TIL FORDEL FOR UNGDOMSHJEMMET.
ÜbersetzungDsU-Ortsgruppe Randers / Verkauf zum Wohle des Jugendhauses.
Herausgeber: Danmarks Socialdemokratiske Ungdom, Randers
Fotograf: -
Druck: "Trykt i Arbejderpartiets Bogtrykkeri i Randers" (Gedruckt in der Druckerei der Arbeiterpartei von Randers).
Hintergründe: Karte der DsU im Parlamentswahlkampf 1932. // 1919 verließ die Mehrheit der Socialdemokratisk Ungdomsforbund (Sozialdemokratische Jugendliga) ihren Verband und wurde am 9. November 1919 zur Geburtshelferin der Venstresocialistisk Parti (Linkssozialistische Partei), aus der schließlich 1920 die Kommunistische Partei hervorging. Die Restgruppen der Jugendliga gründeten 1920 die Danmarks Socialdemokratiske Ungdom (DsU, Dänische Sozialdemokratische Jugend). Das Foto zeigt offensichtlich den Sitz der Sozialdemokratischen Partei in Randers (einer dänischen Hafenstadt), das Gebäude trägt die Aufschrift: "Socialdemokraten". Am LKW die Parolen: Knus Oppositionen / For Beskæftigelse OG FRED / Stem Socialdemokratisk / Stauning / RØD RIGSDAG; zu deutsch: Zermalmt die Opposition / Für Beschäftigung und Frieden / Wähl sozialdemokratisch / Stauning [Spitzenkandidat der Sozialdemokraten Thorvald Stauning] / Roter Reichstag. Am Fenster der Name: Robert Lundberg [Malermeister; 1888-1964; 1920-1935 Sitz im Folketing für den Kreis Randers].
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1932.
Polen 
Titel: Stefan Żeromski.
Herausgeber: Gimnazjum Państwowe im. M. Reja, Kielce. 
Künstlersignatur: "Rys. C. Obertyński".
Künstler: Czesław Obertyński (1890-1944).
Hintergründe: Gedenkkarte für den Schriftsteller Stefan Żeromski (1864-1925), das "literarische Gewissen Polens". Der Protagonist in seinem letzten Werk (Przedwiośnie; 1924, deutsch: Vorfrühling) schließt sich nach wechselvollen Wendungen der Revolution an. //
Die Spendenkarte diente der Finanzierung einer Gedenktafel für den Dichter, der das genannte Gymnasium in Kielce als Schüler einst besucht hatte. 1932 wurde die Tafel in der Schule eingeweiht, 1934 das Gymnasium in Żeromski-Liceum umbenannt. Die deutschen Besatzer ließen die Tafel nach 1939 zerstören. 1948 wurde sie erneuert. // Das Porträt auf der Postkarte schuf der Kielcer Künstler Czesław Obertyński Mitte der 20er Jahre, vermutlich nach dem Ableben von Żeromski. Während der Besetzung Polens durch Nazideutschland wurden bei einer Mordaktion an polnischen Geiseln am 6. Juli 1944 auch 54 Kielcer Bürger umgebracht. Unter den Opfern befand sich auch der Künstler Czesław Obertyński. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1925-1932.
Großbritannien / Wales 
Titel (Englisch): The Gwalia Gleemen of Pontypool.
Übersetzung: Die Walisischen Spielleute von Pontypool.
Herausgeber: Joint Committee.
Fotostudio / Fotograf: F.A. Cates. 
Hintergründe: Offizieller Knappenchor des gemeinsamen Komitees der Labour Party von Clapham [Londoner Stadtteil], der Socialist League und von Abgeordneten.
ProletCard konnte die Hintergründe dieser London-Wales-Konstellation noch nicht ergründen und bittet um Geduld. Möglicherweise pflegte der Chor vor allem walisisches Liedgut. Karten in gleicher Aufmachung sind seit Mitte der 192
0er Jahre in England auch von anderen Arbeiterchören erschienen. Fotopostkarte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1932.
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Objekt: 1932_agitprop

Objekt: 1932_tenerife

Objekt: 1932_portugal
   

UdSSR
Titel (Russisch): ЖИЗНЬ КРАСНОЙ АРМИИ / Агитповозки на маневрах (119250 Союзфото 1932).
Übersetzung: Leben der Roten Armee / Agitkarren beim Manöver.
Verlag / Herausgeber: Союзфото / Soyusfoto 1932.
Hintergründe: Die Jahresangabe auf der Adressseite zeigt - wie auf sowjetischen Karten
häufig üblich - das Entstehungsjahr des Motivs an, nicht jedoch immer das der Kartenproduktion. Dennoch kann man aufgrund des Erscheinungsbildes der Karte von einer zeitnahen Herausgabe ausgehen.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1932.

Teneriffa (Spanien)
Titel (Spanisch): Sindicato Agrícola del Norte de Tenerife – OROTAVA.
Übersetzung: Landwirte-Gewerkschaft von Nordteneriffa, Orotava.
Herausgeber / Verlag / Druckvermerk: Foto Baena.
Bildautor: Ernesto Fernando Baena Jover (geboren 1886; Todesdatum unbekannt)
Herstellverfahren: "Gelatina bromuro de plata".
Hintergründe: 1914 taten sich im Valle de La Orotava 23 kanarische Bananenpflanzer zu einer Sindicato (Gewerkschaft) zusammen, um das britische Exportmonopol an Bananen zu brechen und damit ihre eigene Existenz zu sichern. Mit Erfolg. Bauern anderer Orte folgten dem Beispiel und gründeten ebenfalls Sindicatos. 1933 lagen bereits 80 % des kanarischen Bananenexports nach Europa in den Händen dieser gewerkschaftlichen Initiativen. Aus diesen ging 1937 die Federación Agrícola de Sindicatos de Tenerife (FAST) hervor. Dieser Verbund besteht heute noch (seit 1946 als Genossenschaft). // Das Bild zeigt Arbeiterinnen beim Zimmern von Transportkisten für die Bananenausfuhr. // Der Fotograf E.F. Baena Jover, Sohn des spanischen Konsuls in Liverpool, hatte sich (Anfang der 20 Jahre?) mit seiner Familie in der Gemeinde Icod de los Vinos im Nordwesten Teneriffas niedergelassen und dort ein Fotostudio eröffnet. Baenas Landschaftsfotografien der Kanarischen Inseln gehören zu den bedeutsamsten fotografischen Zeugnissen der Zeit über diese Inselwelt. Seine Postkartenproduktion erreichte bereits 1925 einen Ausstoß von 32.000 Stück. Er schuf (von Mitte der 1920er bis Anfang der 1930er Jahre) neben dem hier vorgestellten Motiv eine Serie von Aufnahmen der gewerkschaftlichen Bananenproduktion in Orotava, die ebenfalls als Postkarten in Umlauf kam. Baena gehörte Anfang der 30er Jahre der sozialistischen Fraktion in Icod an, war Stadtrichter von Icod (zuvor dessen Stellv.) und gehörte der Provinzregierung an.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1930-1934.
Portugal 
Titel (Portugiesisch): O livro da actualidade / Jean Bardanne / Alemanha atacará em… / documentos secretos! 
Übersetzung: Das Buch von heute. Deutschland im Angriff / Jean Bardanne / Geheime Dokumente!
Verlag: Livraria triunfo, editora, Lisboa.
Hintergründe: Werbepostkarte für ein Werk des französischen Publizisten Jean Bardanne (Lebensdaten nicht ermittelt) über tatsächliche Revanche- und Rüstungspläne Hitlers, verknüpft mit Spekulationen über eine bevorstehende Weltkatastrophe. Bardannes Bücher erschienen vor allem in französischen Verlagen von Anfang der 1930er Jahre bis 1950, fast gänzlich zum Themenkomplex Militärspionage und geheime Kriegsplanungen. Sie waren für ein breiteres Publikum bestimmt. Auch der vorliegende Titel erschien 1932 zuerst in französischer Sprache ("L'Allemagne attaquera le..."). 
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1932.
 
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Objekt: 1932_trotzki
Objekt: 1932_interdom
Objekt: 1932_munich
Objekt: 1932_nowak
Frankreich
Titel (Französisch): Les Auteurs des Éditions Rieder / Léon Trotsky.
Übersetzung: Die Autoren des Verlages Rieder - Leo Trotzki. 
Verlag: Les Éditions Rieder, Paris.
Hintergründe: Werbepostkarte für Leo Trotzkis Werke. Teil einer Serie. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1932.
UdSSR
Titel (Russisch): Первый интернациональный детдом им. Е.Д. Стасовой, строющийся в Иваново Воэнесенске для детей политзаключенных капиталистических стран.
Übersetzung auf der Adressseite (Englisch, Deutsch): The First International children’s home, named after H.D. Stassova, now under construction at Ivanovo-Vosnessensk for children of political prisoners in the capitalist countries / Das in Iwanowo-Wosnessensk im Aufbau begriffene Erste Internationale Kinderheim namens H.D. Stassowa fuer Kinder politischer Gefangener in den kapitalistischen Laendern.
Herausgeber: ZK der MOPR, Moskau. 
Hintergründe: Im Jahr 1933 wurde die Schule eröffnet. Seit damals haben mehr als 5000 Kinder seine Tore passiert. Heute werden Kinder aus russischen Katastrophen- und Konfliktgebieten aufgenommen, womit das Heim seine Internationalität verloren hat. Iwanowo liegt 250 km nordöstlich von Moskau.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Um 1932.
Deutschland
Titel: Spielzug der S.A.J. München "Süd".
Herausgeber: -
Druckvermerk: y 20 
Hintergründe: Zur Geschichte der SAJ siehe Objekt 1932_ahrens. In Bayern litt die SAJ - wie auch die anderen nichtkonfessionellen Organisationen der  Arbeiterbewegung - unter zahlreichen Behinderungen und Verboten durch die Behörden und die katholische Kirche. Die drei Pfeile der "Eisernen Front", wie sie hier auf den Fanfarentüchern zu erkennen sind, setzten sich ab 1932 als Symbol einer kämpferischen (insbesondere antifaschistischen) Haltung in zahlreichen sozialdemokratischen Gruppierungen durch, auch im Ausland.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Um 1932.
UMC / Polen
Titel (Französisch, Englisch, Deutsch, Polnisch): La Lettre / The death-notice / Die Todesnachricht / ostatni list.
Adressseite Aufdruck: “VOX MORTUUM” / Souvenons-nous – Lest we Forget / Cycle de 12 Dessins de B. Nowak – Varsovie.
Übersetzung: Die Stimme der Toten / Erinnern wir uns (frz.) – Damit wir niemals vergessen mögen (engl.) / Zyklus von 12 Grafiken von B. Nowak, Warschau.

Herausgeber: "L‘Union Mondiale de la Femme pour la Concorde Internationale“, Genf.
Druck: Sadag, Genève.
Signatur: NB 
Künstler:
Bohdan Nowak / Bogdan Novak (*1900), polnischer Grafiker.
Hintergründe: Die in Genf ansässige Union Mondiale de la Femme pour la Concorde Internationale (UMC) gab 1932 / 1933 den Lithografie-Zyklus von Nowak auf 12 Postkarten heraus. Nach 1933 wurden Nowaks Lithografien in Ausstellungen gezeigt, z.B. im April 1934 in der Hoover War Library an der Stanford Universität bei San Francisco. Die Tageszeitung "Stanford Daily" schrieb damals, Nowaks Arbeiten seien "ein grafischer Protest der Schrecken und der Sinnlosigkeit des Krieges." Der Künstler setze bei der Wirkung auf die Darstellung der grauenhaften Schlachtfelder, urteilte die Zeitung abschließend. - Damit blieben Werk und Wirkung einer bürgerlich-pazifistischen Sicht verpflichtet. Die Profiteure und Apostel der Kriege bleiben ungenannt. Dennoch gehören die teils christlich gefärbten Antikriegs-Grafiken Nowaks zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der Antikriegskunst der 1930er Jahre. // Die UMC wurde 1915 von der Schweiz-Amerikanerin Clara Guthrie d'Arcis (1879-1937) sowie 35 Frauen aus mehreren Ländern gegründet, bei denen es sich um Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens handelte. Bereits 1914 gab es vorausgehende Initiativen dieser Frauen, um den Ersten Weltkrieg zu verhindern. Ziel war es, mit Mitteln der Bildung und Aufklärung ein Bewusstsein zu schaffen, das trotz aller Gegensätze den Krieg als Mittel der Politik prinzipiell ausschließen sollte. Die UMC entwickelte sich in den 20er Jahren zu einem international beachteten Faktor, der auch auf spezifischen Feldern (Kinderhilfe; Internationales Rotes Kreuz) seine Aufgaben fand. Internationale Frauen- und Friedensorganisationen wie die UMC nahmen auch Einfluss auf die Genfer Abrüstungskonferenz 1932-1934 und begleiteten diese durch eigene Initiativen. Doch auch sie vermochten das Scheitern der Abrüstungsverhandlungen in Genf nicht abzuwenden. Siehe 1935_derso.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1932 / 1933.
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Objekt: 1932_quaker
Objekt: 1932_chant
   
Frankreich
Titel (Französisch): Guerre ou Paix? Les deux Routes! Laquelle suivons-nous? / Poussez tous les Gouvernements à conclure des traités pour régler tous les différends par des moyens pacifiques.
Übersetzung: Krieg oder Frieden? Zwei Wege! Welchem folgen wir? Drängen alle Regierungen darauf, Verträge zu schließen, um alle Streitigkeiten mit friedlichen Mitteln beizulegen.
Herausgeber: Société des Amis (Quakers), Paris.
Hintergründe: Die Religionsgemeinschaft der Quäker (eigentlich "Gesellschaft der Freunde") sieht sich einer Ethik verpflichtet, die den Menschen als von Gott gezeugtes einmaliges Individuum und damit als Ausdruck des göttlichen Willens begreift. Welcher Weltanschauung oder Religion der Einzelne zuneige, sei hierbei gleichgültig. Und diese einmalige Ausprägung in Gestalt des Individuums müsse man unbedingt bewahren helfen. In Konsequenz müsse den Bedrängten Hilfe vor Verfolgung, Flucht und Tod angeboten werden. Diese Orientierung auf einen uneigennützigen praktischen Beistand gerade auch für Andersdenkende ließ die Quäker die Gefahren von Krieg und Verfolgung eher erkennen als dies in anderen christlichen Gemeinschaften der Fall war. Obwohl es in Deutschland Mitte der 30er Jahre nur 270 Quäker gegeben haben soll, haben diese bereits im April 1933 das German Emergency Committee gegründet, um politisch und rassisch Verfolgten zu helfen, ihnen Verstecke anzubieten und ihnen zur Flucht zu verhelfen. Durch Spendengelder der britischen Quäker wurden in Falkenstein (Taunus) und Bad Pyrmont (südwestlich von Hannover) "Rest-Homes" eingerichtet, in denen Verfolgte zwei Wochen Unterschlupf finden konnten (vgl. Objekt 1925_spielzeug). Ab 1935 verhalf das Berliner Quäker-Büro bzw. Quäker-Centre vielen Verfolgten zur Emigration. Das weltweite Netz von Quäker-Büros war für die Beschaffung von Visa unerlässlich. Nach den antisemitischen Pogromen vom November 1938 bewerkstelligten die englischen und deutschen Quäker gemeinsam mit dem britischen Konsulat in Frankfurt/M. eine Rettungsaktion für jüdische Kinder, die in Großbritannien aufgenommen werden sollten. Dadurch wurden vom Januar 1939 bis zum Kriegsbeginn (September 1939) 10.000 Kinder vor der Deportation in den Tod gerettet. Dies konnte nur gelingen, weil die Quäker keine bürokratischen, offiziellen Wege beschreiten mussten, um die Verschickung der Kinder vorzubereiten. Nach Kriegsbeginn bestand das Berliner Quäker-Büro (bis April 1945) weiter. Es wurde ständig von der Gestapo beobachtet, konnte aber Paketsendungen an Insassen von Konzentrationslagern und Gettos auf den Weg bringen. // Da Hitlerdeutschland im Oktober 1933 seine Mitgliedschaft im Völkerbund aufgekündigt hat und damit die Abrüstungsbemühungen in Genf zum Scheitern brachte, muss diese Postkarte der Quäker zuvor erschienen sein. In der Zwischenkriegszeit sind die Quäker für ihre äußerst rege Friedensarbeit bekannt geworden. Deshalb ist eine Datierung der Karte auch für die 2. Hälfte der 20er Jahre möglich.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Bis 1932 / 1933.
Frankreich
Titel (Französisch): Le chant des chômeurs / Paroles de Ducamp / Musique de R. Caby / Éditions de l’Association des Écrivains et Artistes Révolutionnaires.
Übersetzung: Das Lied der Arbeitslosen / Text von Ducamp / Musik von R. Caby.
Herausgeber:
Association des Écrivains et Artistes Révolutionnaires, Paris.
Künsterlersignatur: S. Dumas.
Hintergründe: Der Text soll von dem frz. Schriftsteller und Journalisten Maxime Du Camp (1822-1894) stammen, die Musik schrieb der politisch engagierte Komponist Robert Caby (1905-1992). Die Association des Écrivains et Artistes Révolutionnaires (AEAR) wurde als frz. Zweig der "Internationalen Vereinigung revolutionärer Schriftsteller" im März 1932 in Pantin (nordöstlich von Paris) gegründet und bestand bis 1939. Ihr Zweck war, die Literatur und Kunst gegen Faschismus und Krieg wirksam werden zu lassen. // Weitere Postkarte eines AEAR-Künstlers siehe Objekt 1933_winterhilfe.

Postalische Merkmale: -
Datierung: 1932.

                


 

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