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1933  

Objekt: 1933_traikov
Objekt: 1933_keglerheim
Objekt: 1933_schweiz
Objekt: 1933_alemania
Bulgarien
Titel (Bulgarisch): Тозъ, който падне въ бой за свобода Той не умира... / Хр. Трайковъ / раб. нар. представитель, убитъ отъ --- на 24. І.1933г.
Übersetzung: Wer im Kampf für Freiheit fällt, stirbt nie / Hristo Traikov / Parlamentsabgeordneter, getötet von --- am 24. Januar 1933.
Herausgeber:  -
Hintergründe:  Gedenkkarte für den mazedonischen Kommunisten und Abgeordneten der bulgarischen Volksversammlung Hristo Trojkow (geb. 1900). Trojkow wurde am 24. Januar 1933 in Sofia auf offener Straße von einem Mordkommando der terroristisch-nationalistischen IMRO erschossen. Aus Furcht vor Racheakten blieb der Herausgeber der Karte ungenannt; außerdem wurde der Name der Täter mit einem Balken überdruckt (hier mit "---" wiedergegeben). 
Nach der Wahlniederlage der rechten Regierung bei den Parlamentswahlen im Juni 1931 kam es zu einem enormen Aufschwung der Arbeiterbewegung in Bulgarien. Doch infolge der sozialen und wirtschaftlichen Probleme und der hieraus resultierenden großen Streiks erlitt die neue, auf demokratische Reformen orientierte Regierungskoalition "Naroden Blok" (Volksblock) bei den Gemeindewahlen 1932 erhebliche Verluste. In Sofia gewann die (kommunistische) Arbeiterpartei die Wahl mit doppelt so vielen Stimmen wie das Regierungsbündnis. Daraufhin annullierte die Regierung das Sofioter Votum, setzte zur Verwaltung der Stadt einen Ausschuss ein und verschärfte drastisch die Repression gegenüber den Arbeiterorganisationen. Der Mord an Trojkow und anderen Kommunisten durch die IMRO, die sich als "Ordnungskraft" mit den Mitteln des Terrors verstand (von vielen Arbeitern als Büttel des Staates betrachtet), ist vor diesem Hintergrund zu sehen.
Postalische Merkmale:  Ohne Zudruck.
Datierung: Januar 1933.
Deutschland
Titel: Die Einheitsfront angesichts der Opfer des Keglerheims.
Fotostudio: Photo Bohr, Dresden.
Hintergründe: Das Absacken der NSDAP und die Zunahme der KPD-Stimmen in der Wählergunst bei den Reichstagswahlen im November 1932 gegenüber dem Votum vom Juli 1932 wirkte auf maßgebliche Kreise der Herrschenden alarmierend. Ohne jede Verzögerung sollte Hitler nun an die Macht geschoben werden. Hitler provozierte am 22. Januar 1933 mit einem Riesenaufmarsch unweit des Karl-Liebknecht-Hauses in Berlin (KPD-Zentrale), geschützt von 15.000 Polizisten. Daraufhin kam es drei Tage später zu landesweiten Protestaktionen der KPD, auch in Dresden. Nach der Kundgebung in Dresden zogen 1200 Arbeiter zum Keglerheim in der Friedrichstraße. Als der Redner auf den Terror der Nazis zu sprechen kam, löste die Polizei die Versammlung auf. Es kam in dem überfüllten Saal zu einem Tumult. Die Beamten, die teilweise unter Alkohol standen, waren hochmotiviert, um scharf gegen die Kommunisten vorzugehen, und schossen in die Menge (in Dresden war der Polizeiapparat stark von Nazis durchsetzt). Neun Arbeiter wurden erschossen. Unsere Fotokarte zeigt die Beisetzung der Opfer auf dem Friedhof Dresden-Tolkewitz am 31. Januar 1933. Trotz Verbot dieser Trauerkundgebung nahmen 30.000 Arbeiter, auch viele Sozialdemokraten, daran teil. Damit wurde sie zu einer Einheitsfrontkundgebung und war die letzte öffentliche Massendemonstration in Dresden gegen den faschistischen Machtantritt. Am Tag zuvor hatte Hindenburg Hitler zum Reichskanzler ernannt.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Januar / Februar 1933.
  
Schweiz
Titel: Ernst Thälmann, Führer der KPD, seit Anfang März von den Hitler-Faschisten eingesperrt. 
Herausgeber:  Rote Hilfe Schweiz.
Hintergründe:  Am Nachmittag des 3. März 1933, also drei Tage nach dem Reichstagsbrand, wurde der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann (1886-1944) zusammen mit seinem persönlichen Sekretär Werner Hirsch in einer Wohnung in Berlin-Charlottenburg durch acht Polizeibeamte verhaftet. Denunziert hatte das Versteck ein Gartennachbar von Thälmanns Wirtsleuten.
Postalische Merkmale: -
Datierung: März 1933.
Spanien / Frankreich
Titel (Spanisch): ¡"Alemania sobre todo" y bajo de cruz gamada!
Übersetzung: "Deutschland über alles" – und unterm Hakenkreuz!
Herausgeber / Verlag:  -
Hintergründe: Der weitere Drucktext in spanischer Sprache auf der Bildseite lautet übersetzt: "So steht es im Nazireich um friedliche Bürger: um Schriftsteller, Rechtsanwälte, Ärzte, Pazifisten, Juden und Katholiken. Die Wahrheit der Fotografie kann nicht durch Reden oder Schriften geleugnet werden. Solange die Weltproteste die Barbaren nicht zwingt, ihre Konzentrationslager zu schließen, gehen die Misshandlungen und Torturen der Nazi-Inquisition an den unglücklichen Mitmenschen weiter." // Seltene spanischsprachige Karte. Wahrscheinlich stammt sie aus Willi Münzenbergs Carrefour-Verlag und den von ihm initiierten antifaschistischen Komitees in Paris. // Der Pressefotograf Georg Pahl (Agentur „Aktuelle Bilder Centrale“) nahm - wahrscheinlich am 6. März 1933, am Tag nach den Reichstagswahlen - im SA-Gefängnis Friedrichstraße 234 zwei fast identische Fotografien auf, also zu einem Zeitpukt, als die SA sich mit ihren Taten noch offen brüsten durfte. In den Innenhöfen der Friedrichstraße 234 hatte die Kreuzberger SA in Lagerschuppen ihre Exerzierräume eingerichtet. In einem der Baulichkeiten richtete die SA ab Anfang März 1933 ein Konzentrationslager für politische Gegner und Juden ein. Bereits am 6. März wurden hier 100 Personen eingeliefert. Das Bild zeigt eine bei der SA nicht unübliche vorgetäuschte Hinrichtung. Wegen solcher Schikanen und der Misshandlungen, denen die Inhaftierten ausgesetzt waren, wurde dieses frühe KZ bald „Blutburg“ genannt. Nach jetzigem Forschungsstand („Fotogeschichte“ #131) ist das Agenturbild erstmals am 15.3.1933 in der französischen Illustrierten „VU“ erschienen. Danach kam es in Printmedien und Publikationen vieler Länder zum Abdruck. Im April 1933 verwendete das „Comité d’aide aux victimes du fascisme hitlerien“ das Bild in seiner Broschüre „La Peste brune sur l’Allemagne“ (Paris). Am 13. März 1933 wurde in Berlin das Propagandaministerium eingerichtet, das sofort begann, den „Greuelmeldungen“ im Ausland entgegenzuwirken. Es unterband die unzensierte Verbreitung von Pressefotografien. Auf das bereits im Umlauf befindliche Pahl-Foto hatte dies keinen Einfluss. // Die auf dem Foto abgelichteten Personen konnten bisher namentlich nicht identifiziert werden.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Ab Mitte März 1933.
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Objekt: 1933_kinderarbeit
Objekt: 1933_lausche
Objekt: 1933_vietnam
Objekt: 1933_biederman

Schweiz
Titel: Vater haben sie den Lohn abgebaut...  Kinderelend, Zerstörung der Familien sind die Folgen.
Herausgeber: Sozialdemokratische Partei der Schweiz, Bern.
Postalische Merkmale: Gelaufen März 1933 (Winterthur).

 

ČSR
Titel: Ostern 1933.
Hintergründe: Deutsche Emigranten und nordböhmische Naturfreunde am tschechoslowakischen Naturfreundehaus "Lausitzerhütte" am Südosthang der Lausche (Luž) im Lausitzer Gebirge, nur 3-4 Kilometer von der Grenze nach Deutschland entfernt. Die Aufnahme entstand 6 Wochen nach dem Reichstagsbrand zu Ostern 1933 (Mitte April 1933). // Die Bedeutung der Lausitzerhütte als ersten Anlaufpunkt für politische Flüchtlinge aus Deutschland lässt sich auch an der Übernachtungskapazität ablesen, die hier auf "40 Matratzen" beziffert wurde. // Privat erstellte Fotopostkarte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: April 1933.
Frankreich / Indochina / Vietnam
Titel (Französisch): Amnistie aux 10.000 emprisonnés indochinois! / Vie sauve aux 8 condamnés à mort de Saïgon.
Übersetzung: Amnestie für 10.000 eingesperrte Indochinesen! / Retten wir das Leben von 8 in Saigon zum Tode Verurteilten.
Herausgeber: SRI, Französische Sektion, Paris.
Hintergründe: Kolonial abhängige Länder waren von der Weltwirtschaftskrise mehr betroffen als die Mutterländer. In Vietnam verschärfte sich die Lage durch Hochwasser- und Dürrekatastrofen. Auch im Gebiet von Vinh-Ben Thuy lebten die Bauern in großer Not. Von hier aus nahm der Nghe-Tinh-Aufstand seinen Ausgang, zunächst mit Maidemonstrationen im Jahr 1930, später mit der Bildung von Sowjets im Umland der Stadt Vinh. Die Sowjets reduzierten Steuern, verteilten Boden und begannen mit der Alfabetisierung. Die Kolonialverwaltung reagierte mit massivem Terror. Truppen der Fremdenlegion führten Massenexekutionen durch. Rund 10.000 Menschen wurden inhaftiert und deportiert. Gerichte sprachen ungezählte Urteile (80mal Todesstrafe, 550mal Zwangsarbeit oder lebenslange Haft, 800mal Deportation). Die gesamte Bewegung wurde mit diesen Terrormaßnahmen enthauptet. Die Postkarte bezieht sich auf ein Gerichtsverfahren am 5. Mai 1933 beim Strafgericht Saigon. Gegen 121 Annamiten (Vietnamesen), die 1930 und 1931 an Bauerndemonstrationen teilgenommen hatten, ergingen nach drei Jahren Haft folgende Urteile: 8 Todesurteile, 18mal lebenslange Haft sowie für 80 Annamiten 900 Jahre Zwangsarbeit. Die vorgedruckte, an den Präsidenten der Französischen Republik adressierte Karte fordert die Amnestie aller Inhaftierten sowie die Aufhebung der Todesurteile. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1933.
Deutschland
Titel / Grabsteininschrift: Adolf Biedermann / Ein Kämpfer für Freiheit u. Sozialismus.
Herausgeber: Illegale SPD-Statteilgruppe Hamburg-Langenhorn.
Hintergründe: Fotopostkarte vom Grab des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Adolf Biedermann auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg. Biedermann wurde am 11. Mai 1933 neben den Bahngleisen bei Recklingshausen tot aufgefunden. Fotopostkarten von diesem Motiv sowie vom Revolutionsdenkmal auf demselben Friedhof wurden als getarnte Quittungen für die illegale Beitragskassierung in der  SPD-Stadtteilgruppe Hamburg-Langenhorn ausgegeben. Der Sozialdemokrat und graphische Hilfsarbeiter Berthold Wiele (*1904) hat die beiden Aufnahmen angefertigt und eine große Anzahl Abzüge hergestellt. Viele dieser Karten wurden später als Belastungsmaterial in einigen Sammelprozessen gegen Sozialdemokraten verwendet. Wiele war auch als illegaler Kurier nach Dänemark tätig. Er war nach Verurteilung wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" von 1934-1938 im Zuchthaus Hamburg und KZ Sachsenhausen inhaftiert. Wie viele "politisch Vorbestrafte" wurde er gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in das Bewährungsbataillon 999 gesteckt und kam dort am 26. November 1944 ums Leben.  
Postalische Merkmale: -
Datierung: Ab Mai 1933.

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  Objekt: 1933_ipswich
Objekt: 1933_gandi
Objekt: 1933_eckstein
Objekt: 1933_sverige
 
  Großbritannien
Titel (Englisch): SOCIALISM ELIMINATES PROFITS AND GUARANTEES PEACE. Übersetzung: Sozialismus schafft die Profitgier ab und garantiert den Frieden.
Herausgeber: -
Hintergründe: Fotopostkarte von der Mai-Demonstration in Ipswich, hier einer der mit Schriftinstallationen bestückten Kundgebungswagen in der London Road. Aus einer Serie.
Datierung: Mai 1933.
Bulgarien
Titel: Махатма Ганди.
Transliteration aus Bulgarisch: Mahatma Gandhi.
Verlag: Издтава М. Стоиловъ, София / M. Stoilov, Sofia.
Hintergründe: Am 8. Mai 1933 begann Mahatma Gandhi (1869-1948), der Vorkämpfer und Künder des gewaltlosen Widerstands, einen Hungerstreik, der sich gegen die britische Kolonialmacht in Indien richtete und 21 Tage dauerte. 17mal griff Gandhi im Verlaufe seines Lebens zu dieser Form des zivilen Widerstands. 1947 endete die Kolonialherrschaft Großbritanniens in Indien. 1948 kam Gandhi durch ein Attentat ums Leben. Bekannt geworden war Gandhi im Jahr 1922, als er mit seiner Spinnradkampagne zum Boykott britischer Textilien aufrief. Die hierauf folgende Haftstafe von 6 Jahren wurde wegen seiner angegriffenen Gesundheit nach zwei Jahren aufgehoben. 1930 führte er einen Protestmarsch gegen die zu hohe Besteuerung von Meersalz durch die Briten durch, dem sich unterwegs viele Anhänger anschlossen. // Siehe auch Objekt 1926_gandhi.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1933. 
Frankreich
Titel (Französisch): Solidarité pour la lutte illégale en Allemagne, pour les prisonniers politiques et leurs familles! Donner pour le fond Ernst Eckstein !
Übersetzung: Solidarität mit dem illegalen Kampf in Deutschland, mit den politischen Gefangenen und ihrer Familien! Bitte, geben Sie für den Ernst-Eckstein-Fonds!
Herausgeber: s. Titel.
Künstlersignatur: FRIP
Hintergründe: Französischsprachige Karte der in Paris ansässigen SAP-Hilfsorganisation "Ernst-Eckstein-Fonds". Eckstein war linker Sozialdemokrat und Jurist, der nach dem Reichstagsbrand verhaftet wurde und am 8. Mai 1933 an den Folgen der Folter starb.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai / Juni 1933.
Schweden
Titel (Schwedisch): Solidaritet med Sovjet-Unionens arbetare och bönder.
Übersetzung: Solidarität mit den sowjetischen Arbeitern und Bauern.

Herausgeber / Verlag: -
Künstlersignatur: Auf einem deutschsprachigen (hier nicht wiedergegebenen) Expl. dieser Karte ist die Signatur "Sch 20" zu lesen.
Künstler: Carl Wendolin Scherer (1890-1953), Schweizer Grafiker.

Hintergründe:
Von diesem Postkartenmotiv liegen Exemplare in verschiedenen Sprachen vor. Die erwähnte Signatur "Sch 20" lässt auf das Entstehungsjahr des Entwurfs schließen: 1920. 
Postalische Merkmale: Gelaufen Juni 1933 (Övergård / Schweden, Leningrad und Moskva).
 
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Objekt: 1933_congres
Objekt: 1933_lutte
Objekt: 1933_suf
Objekt: 1933_juillet
Frankreich
Titel (Französisch): POUR LE Congres antifasciste europeen.
Übersetzung: Für den Antifaschistischen
Kongress Europas.
Herausgeber: Comité mondial de lutte contre la guerre impérialiste, Paris.
Hintergründe: Vom Weltkomitee gegen den imperialistischen Krieg (vgl. Objekt 1933_weltkomitee) und vom Westeuropäischen Büro der Komintern vorbereiteter "Antifaschistischer Arbeiterkongress Europas", der im Pariser Konzertsaal Pleyel stattfand und der "Mouvement Amsterdam-Pleyel" / "Amsterdam-Pleyel-Bewegung" ihren Namen gab. An dem Kongress nahmen 3500 Teilnehmer aus ganz Europa teil. Willy Münzenberg schrieb in der ersten Ausgabe des "Gegen-Angriff" vom 4./5. Juni 1933: "Der Pariser Kongress wird als einzigen Ausweg aus der Krise der alten kapitalistischen Welt den revolutionären Ausweg aufzeigen [...]." Aus dem Kongress ging das Zentralkomitee der antifaschistischen Arbeitervereinigung Europas hervor, das wenig später mit dem Weltkomitees gegen den imperialistischen Krieg fusionierte; vgl. Objekt 1933_komitee.
Künstlersignatur: ANTONI
Postalische Merkmale: Ohne Postkartenzudruck.
Datierung: Juni (Pfingsten) 1933.
Frankreich
Titel (Französisch): Aidez le Comité National de lutte contre la Guerre et le Fascisme.
Übersetzung: Unterstützt das nationale Kampfkomitee gegen Krieg und Faschismus. 
Herausgeber: s. Titel. 
Hintergründe: Das französische Nationalkomitee ging im Juni 1933 aus zwei Komitees gegen Krieg bzw. gegen Faschismus hervor. Auf europäischer Ebene gehörte es dem Zentralkomitee der antifaschistischen Arbeitervereinigung Europas an; vgl. Objekte 1933_congres und 1933_komitee. Die Initiativen dieser Komitees waren auch als "Amsterdam-Pleyel-Bewegung" bekannt.
Postalische Merkmale: Ohne Postkartenzudruck.
Datierung: Juni 1933.
Schweden
Titel (Schwedisch): Ungdom, samlas under de svartröda fanorna! / Syndikalistiska Ungdomsförbundet.
Übersetzung:
Jugend, schare dich unter das schwarz-rote Banner.
Verlag / Herausgeber: Syndikalistiska Ungdomsförbundet, Stockholm 1.
Signatur: Rön. (?)
Hintergründe: Der 1930 aus örtlichen "ungdomsklubbar" (Jugendklubs) hervorgegangene Sveriges Syndikalistiska Ungdomsförbund (SSUF oder SUF) war der Jugendverband der Sveriges arbetares centralorganisation (SAC), des schwedischen syndikalistischen Gewerkschaftsbundes. Der SUF-Kongress von 1933 nahm das Logo an (roter Reifen) und beschloss wichtige ideologische Grundsätze, so die Anwendung von Waffengewalt bei der Verteidigung revolutionärer Errungenschaften und der Verzicht auf jegliche parlamentarische Betätigung. Noch im gleichen Jahr begann die Herausgabe der Verbandszeitung "Storm" (Auflage 7-10.000). Bis 1936 wuchs die Zahl der Mitglieder auf 4000 (weiblicher Anteil 25 %). Ein wirksames Mittel der Mitgliederwerbung waren Fahrradtouren durch Schweden; die Teilnehmer nahmen unterwegs an Treffen teil, verkauften ihre Verbandszeitung, führten Theaterstücke auf u.a.m. Während des Spanienkriegs reihten sich einige SUF-Mitglieder in die anarchistischen Milizen in Spanien ein. Da diese Mitglieder den Kampf gegen den Faschismus als wichtigstes Erfordernis erkannten, kam es innerhalb des SUF zu Auseinandersetzungen in der Frage, ob vom Grundsatz, den Militärdienst konsequent zu verweigern, im Kampf gegen den Faschismus abgewichen werden soll. Auch in der Frage, ob nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 Finnland weiter zu unterstützten sei (8000 schwedische Freiwillige dienten während des Winterkrieges 1939-1940 in den finnischen Streitkräften), gab es gegensätzliche Positionen. // Teil einer Serie.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1933.
Frankreich
Titel: Secours Rouge International / 14 Juillet ! / libérons nos emprisonnés / 1 fr .
Übersetzung aus dem Französischen: 
SRI 14. Juli / Befreien wir unsere Inhaftierten.
Herausgeber: SRI. 
Künstlersignatur: -
Hintergründe: Karte der IRH anlässlich des französischen Nationalfeiertags. Ohne Jahr.
Postalische Merkmale: Ohne Postkartenzudruck.
Datierung: 30er Jahre (Juli).
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Objekt: 1933_rivera

Objekt: 1933_kinderhilfe

Objekt: 1933_tesch
 
Strasbourg / Frankreich 
Titel (Deutsch, Französisch, Englisch):
Wo der Faszismus herrscht! Ein Querschnitt durch Hitlerdeutschland / Le régime du Fascisme! A travers d’Allemagne d’Hitler / Under the Fascist yoke! Bird’s-eye view of Hitler Germany.
Künstlersignatur: -
Künstler: Diego Rivera (1886-1957).

Hintergründe: Spendenkarte der IHV-Flüchtlingshilfe der KPD-O. Das Motiv entwarf Diego Rivera in einer Serie von 19 Wandtafeln für die New Workers School in New York bis Juli oder August 1933. Wahrscheinlich erschien die Karte kurz später.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Ab Juli / August 1933.
Schweiz
Titel: Proletarische Kinderhilfe der Schweiz, Bern.
Herausgeber: siehe Titel.
Druck: Wolfsberg Zürich.
Künstlersignatur: CARIGIET 33.
Künstler: Alois Carigiet (1902-1985).
Postalische Merkmale: Gelaufen August 1933 (Bern).
Deutschland
Titel: Bruno Tesch - Von den Nazis ermordet am 1. August 1933 in Altona.
Herausgeber: -
Hintergründe: Bruno Tesch war zusammen mit Karl Wolff, Walter Möller und August Lütgens am 2. Juni 1933 durch ein Sondergericht in Altona (damals zu Preußen gehörig) wegen angeblicher Mittäterschaft am "gemeinschaftlichen Mord" beim ein Jahr zurückliegenden "Altonaer Blutsonntag" zum Tode verurteilt und am 1.8.1933 durch das Handbeil hingerichtet worden. Sechs weitere Angeklagte erhielten hohe Zuchthausstrafen. Stichhaltige Belege für die Schuld der Verurteilten konnte das Gericht nicht erbringen. Die Hinrichtung der vier Kommunisten war der erste Justizmord in Nazideutschland. 
Der Hamburger Bruno Tesch, mit 20 Jahren der jüngste der Verurteilten, war 1931 aus der SAJ ausgetreten und hatte als Klempnerlehrling und Jungkommunist in einer Maschinenfabrik und einer Gießerei einen Lehrlingsstreik zum Erfolg geführt. Die Gedenkkarte zeigt ein Polizeifoto, das gemäß Bruno Teschs letztem Wunsch eine Woche nach seinem Tod der Mutter übersandt wurde.
Postalische Merkmale: Ohne Postkartenzudruck.
Datierung: August 1933.
 
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Objekt: 1933_komitee
Objekt: 1933_batellerie
Objekt: 1933_kreuz
 
Frankreich
Titel (Französisch): HENRI BARBUSSE / le grand apôtre de la paix et de la liberté.
Übersetzung: Henri Barbusse, der große Apostel des Friedens und der Freiheit.
Herausgeber: Comité Mondial contre la Guerre et le Fascisme.
Druck: La Cootypographie, Courbevoie.
Hintergründe: Das Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus wurde von Barbusse ein Jahr nach dem Amsterdamer Weltkongress gegen den imperialistischen Krieg in Paris gegründet (am 20.8.1933; vgl. Objekt 1932_kriegstransporte). Es ging aus der Verschmelzung des Weltkomitees gegen den imperialistischen Krieg und des Zentralkomitee der antifaschistischen Arbeitervereinigung Europas hervor (vgl. Objekte 1933_congres und  1933_lutte). Sein Wirken war auch unter dem Namen "Amsterdam-Pleyel-Bewegung" bekannt. Ehrenpräsident war Romain Rolland.
Postalische Merkmale: -
Datierung: August 1933.
Frankreich
Titel (Französisch): Grève de la Batellerie / Blocus de la Fourche de JANVILLE - Août 1933.
Übersetzung: Streik der Binnenschiffer - Blockade der Flussgabelung bei Janville - August 1933.
Herausgeber / Verlag: Café du Bon Coin / Alfred Leclercq, Longueil-Annel (Oise) / Edition Cortet, Chauny-Photo (Aisne).
Hintergründe: Am Zusammenfluss von Oise und Oise-Kanal blockierten Boote und Schlepper der Streikenden den Verkehr. Die Schiffer forderten neben organisatorischen und technischen Verbesserungen die Einhaltung des 8-Stunden-Tages und die Einführung einer gewerkschaftlichen Versicherung. Aus einer Serie.
Postalische Merkmale: -
Datierung: August 1933.

Dänemark
Titel (Dänisch): Morderkorset / Naar I ser dette Tegn, da tænk: Kammeraternes Blod er udgydt for os. Deres brustne Øjne maner: I MAA HÆVNE OS!
Übersetzung: Mörderkreuz / Wenn Ihr dieses Zeichen seht, denkt daran: Das Blut der Genossen ist für uns vergossen worden. Ihre gebrochenen Augen mahnen: Die Rache ist unser!
Verlag: Malik-Verlag Prag (?).
Hintergründe: Das Motiv zeigt die bekannte Fotomontage von John Heartfield für den Umschlag des ersten Braunbuchs, zuerst veröffentlicht in der AIZ im August 1933 in Prag.
Postalische Merkmale: -
Datierung: August 1933.
 
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Objekt: 1933_4bilder
Objekt: 1933_murder
Objekt: 1933_deng
Objekt: 1933_gram
 
Österreich
Titel: Verhindert den Justizmord!
Verlag: Hermann Huttrer, Wien
Druck: Josef Salesy, Wien.
Hintergründe: Mit Bildern der vier (von fünf) Angeklagten im Reichstagsbrandprozess: Dimitroff, Torgler, Taneff und Popoff. 
Postalische Merkmale: Gelaufen September 1933 (Graz).

 

Großbritannien
Titel (Englisch): Hitler the Mass Murderer – Hitler’s Dictatorship drips with the blood of workers, peasants and intellectuals. The undersigned protest at the frame-up trial of Torgler, Dimitrov, Tanev and Popov for the burning of the Reichstag.
Übersetzung: Hitler der Massenmörder - Hitlers Diktatur trieft vom Blut der Arbeiter, Bauern und Intellektuellen / Die Unterzeichnenden erheben Protest zum Prozess gegen Torgler, Dimitrov, Tanev and Popov wegen des Reichstagsbrandes.
Herausgeber: Anti-Fascist Fighting Fund (ohne Ort).
Postalische Merkmale: Gelaufen September 1933 (South Shields).


Frankreich / China / Japan
Titel (Französisch): DENG-TSUNG-SIAN / Ancien Secrétaire du Secours Rouge de Chine, fusillé à Schangai / Sa compagne est encore en prison.
Übersetzung: Deng-Tsung-Sian / Ehemaliger Sekretär der Roten Hilfe Chinas, in Shanghai erschossen / Seine Lebensgefährtin ist noch immer in Haft.
Herausgeber: Secours Populaire de France, Paris.
Hintergründe: Deng Zhongxia (weitere Schreibweisen: Deng-Tsung-Sian, Teng Chung-hsia) wurde 1897 in Yizhang (Hunan) geboren. Während seines Studiums in Beijing (Peking) Marxist geworden, organisierte er bald die junge Arbeiterbewegung Chinas an führenden Positionen, leitete große Streiks und wurde wegen seiner Erfahrungen 1925 in das Exekutivkomitee des Allchinesischen Gewerkschaftsbundes (siehe Objekt 1926_su) und 1927 zum Sekretär des Provinzkomitees der KP der Provinz Guangdong gewählt. In Moskau (wo er sich 1928-1930 aufhielt) wurde er in das Exekutivkomitee der RGI gewählt. In Moskau schrieb er auch seine Erfahrungen nieder, die heute als eine der besten Quellen zur Geschichte der Arbeiterbewegung Chinas für die Jahre 1919-1926 gelten. 1930 nach China zurückgekehrt, wurde er im Mai 1933 in Shanghai von der Polizei der französischen Konzession verhaftet und an die Behörden der chinesischen Nationalregierung ausgeliefert. Chiang Kaishek ließ ihn nach lukrativen aber erfolglosen Angeboten, die Seite zu wechseln, in Nanjing (Nanking) am 21. September 1933 hinrichten. // An die japanische Botschaft in Paris gerichtete Protestkarte, zugleich Gedenkkarte für Deng Zhongxia. Die Herausgeber vermuteten als Hinrichtungsort Shanghai.   
Postalische Merkmale: -
Datierung: September / Oktober 1933.
Frankreich / Italien
Titel (Französisch): La solidarité du prolétariat international nous a sauvé des mains des bourreaux allemands En avant pour arracher Gramsci, le chef du prolétariat italien, des geôles fascistes! G. Dimitroff.
Übersetzung: Die Solidarität der internationalen Proletariats hat uns den Händen der deutschen Henker entrissen.
Vorwärts, holen wir Gramsci, den Kopf des italienischen Proletariats, aus den  faschistischen Kerkern. (G. Dimitroff).
Herausgeber: Section Italienne du Secours Rouge International (Paris?).
Hintergründe: Für die Freilassung des 1928 zu zwanzig Jahren Haft verurteilten Antonio Gramsci setzte sich ab 1933 in Paris die "Section Italienne du Secours Rouge International" ein (von der diese Spendenkarte stammt). 1935 wurde der schwerkranke marxistische Theoretiker in eine Klinik verlegt und starb dort 1937.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Ab 1933.

 

 
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Objekt: 1933_guth
Objekt: 1933_kaparoth
Objekt: 1933_dimitrov
Objekt: 1933_gent
ČSR
Titel (Deutsch, Tschechisch):
Heraus mit Torgler, Dimitrov, Tanov, Popov! / Propusťe Torglera, Dimitrova, Taneva, Popova!
Herausgeber: "Nákladem senátora Fr. Nedvĕda, Praha" / "Herausgegeben vom Senator Fr. Nedvěd, Prag".
Druck: Tiskl J. Šefl, Prag.
Künstlersignatur: -
Künstlerin: Hella Guthová / Guth (1908-1992).
Hintergründe: Seltene Karte mit der Forderung nach Freilassung der Angeklagten im Reichstagsbrandprozess.
Als Herausgeber zeichnete František Nedvěd, der für die Kommunistische Partei der ČSR in der tschechoslowakischen Nationalversammlung einen Senatssitz  inne hatte. Der Entwurf stammte von der Künstlerin Hella Guth, die ab 1933 viele deutsche Emigranten in Prag (Hedda Zinner, Willi Bredel, John Heartfield, Stefan Heym) unterstützte, dann 1939 aber selbst emigrieren musste. Sie floh nach England; 1951 ließ sie sich in Frankreich nieder. Die Kunstgeschichte hat ihr Schaffen erst in den 1990er Jahren wiederentdeckt.
Postalische Merkmale: Gelaufen September 1933; Eingangsstempel Reichsgericht Leipzig. 

 

Polen
Titel (Hebräisch): שנה טובה.
Übersetzung: Shana tova / „Ein gutes Jahr“.
Jiddischer Reim auf der Bildseite, links: 
און קומט א נייער זיסער יאהר
דאן שלאגען מיר קמרות
מיט אלע אלע היטלער-לייט,
מיט אלע שלעק און צרות...
Transliteration:   
Un kumt a najer sißer Jahr
dann schlagen mir kapores
mit alle alle Hitler Leit
mit alle Schleg und Zores.
Verlag: Verlag Jehudia, Warschau.
Hintergründe: Jüdische Neujahrskarte mit dem Wunsch nach Beseitigung der "Hitler-Leit" in Jiddisch mit hebräischen Schriftzeichen. Das Sühnevieh beim Kaparothfest trägt die Gesichtszüge von Hitler und die Namen von Göring und Goebbels. Der obige Reim lautet hochdeutsch:
"Es kommt ein neues süßes Jahr,
dann schlagen wir kaputt
alle alle Hitlerleute und alle (Schicksals-) Schläge und alle Not."
Die Karte erschien zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana, das im Jahr 1933 am 20. September begann.
Postalische Merkmale: -
Datierung: September 1933.


Frankreich
Titel (Französisch): Dimitrov, Ouvrier typographe / Membre du Parti Communiste Bulgare, Membre du Comité Exécutif de l'I.C.
Übersetzung: Dimitroff, Schriftsetzer, Mitglied der Kommunistischen Partei Bulgariens, Mitglied des Exekutivkomitees der Komintern.
Die Überschriften auf der Bildseite lauten übersetzt: "Gegen Armut, Faschismus und Krieg! Gegen den Hitlerterror! Für die sofortige Unterstützung unserer deutschen Brüder!"
Herausgeber / Verlag: -
Hintergründe: Der vor dem IV. Strafsenat des Leipziger Reichsgerichts angestrengte Reichstagsbrandprozess begann am 21. September 1933. Die Zitate Dimitroffs auf der Spendenkarte stammen vom 3. Verhandlungstag am 23. September. Georgi Dimitroff schrieb später in seinen Erinnerungen: "... wir fühlten, dass das französische Proletariat an der Weltkampagne gegen den Hitlerfaschismus und an dem kraftvollen Kampf für unsere Befreiung lebendigsten Anteil nahm. Als ich während des Prozesses im Moabiter Gefängnis war, teilte mir das Gericht mit, dass von Romain Rolland und Henri Barbusse Briefe und Telegramme für mich eingegangen seien. ... Das Gericht hielt sie zurück unter dem Vorwand, dass durch sie die Gefängnisordnung gefährdet werde. .... Aus allen Ecken und Enden Frankreichs trafen für mich haufenweise Briefe, Telegramme und Zuschriften ein. Sie wurden mir aus dem gleichen Grunde vorenthalten."
Postalische Merkmale: Ohne Postkartenzudruck.
Datierung: Ende September 1933.
Belgien
Titel (Flämisch): TEGEN HET FASCISME / Steunt de slachtoffers der hitleriaansche terreur.
Übersetzung: Gegen den Faschismus / Unterstützt die Opfer des Hitler-Terrors.
Herausgeber: Roode Hulp Gent.
Hintergründe: Spendenkarte mit der Forderung nach Freilassung der Angeklagten im Reichtagsbrandprozess. Die Karte wurde in mehreren Sprachen herausgegeben.
Postalische Merkmale: Gelaufen November 1933 (Gent). 
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Objekt: 1933_cambridge
Objekt: 1933_aiz1
Objekt: 1933_aiz2
Objekt: 1933_hungermarsch
Großbritannien
Titel (Englisch): Cambridge Anti-War Exhibition.
Übersetzung: Die Antikriegsausstellung von Cambridge. 
Herausgeber: -
Hintergründe: Die im Sommer 1933 an der Universität Cambridge gegründete studentische Initiative "Cambridge Anti-War Council" konzipierte die äußerst erfolgreiche, ästhetisch und inhaltlich anspruchsvolle "Anti-War"-Ausstellung, die mit Fotos, Artikeln und Plakaten über die Entwicklung von Krieg und Rüstung seit dem Ersten Weltkrieg informierte. Auch thematisierte sie neue Kriegstechnologien und die aktuellen weltweiten Kriegsvorbereitungen. Erstmals wurde die Schau vom 13.-18. November 1933 (in Cambridge) präsentiert. Bis zum Zweiten Weltkrieg kam sie nach 40 Orten in England. Auch in fast allen Universitätsstädten wurde sie gezeigt. // Auf der Karte sind Tafeln und Plakate mit folgenden Aufschriften zu sehen: "Krieg bedeutet: Arbeiter kämpft gegen Arbeiter"; "Gegen den Krieg / Brot statt Schlachtschiffe". //
Fotopostkarte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: November 1933 bis 1939.
ČSR
Titel: Der Richter - Der Gerichtete.
Verlag: AIZ Prag.
Hintergründe: Eine der bekanntesten Fotomontagen, die John Heartfield nach seiner Flucht aus Deutschland in Prag für die AIZ schuf. Aus einer Serie von 4 Postkarten der AIZ (Prag) vom Dezember 1933 mit bekannten Arbeiten Heartfields zum Reichstagsbrand. Auch in der Sowjetunion, in den USA u.a. Ländern erschien dieses Motiv als Postkarte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Dezember 1933.
ČSR
Titel: Der Galgengruss.
Verlag: AIZ Prag.
Hintergründe: Die Fotomontage zeigt den preußischen Innenminister Göring vor einem Galgen, im Hintergrund das brennende Reichstagsgebäude.
Die Postkarten dieser Serie wurden als Spendenkarten ausgegeben; umseitig ist zu lesen: "Helft den deutschen Emigranten, Ihr helft Euch selbst! Gebt Spenden für die Hilfskomitees". Aus der gleichen Serie wie "Der Richter - Der Gerichtete". 
Postalische Merkmale: -
Datierung: Dezember 1933.
Frankreich
Titel (Französisch): 18 Novembre – 2 Décembre 1933 – Marche de la faim.
Übersetzung: 18. November bis 2. Dezember 1933 - Hungermarsch. 
Herausgeber: -
Druck: La Cootypographie, Courbevoie.
Verlag / Herausgeber: -
Hintergründe: "Hungermärsche" waren seit 1930 in vielen Ländern - meist von den Kommunistischen Parteien - initiierte Demonstrationen von Erwerbslosen, die sich gegen die unzureichende Unterstützung der Arbeitslosen und die Abwälzung der Krisenlasten auf das Volk wandten. Zu den britischen Hungermärschen siehe Objekt 1932_hungermarsch. // Karte (Nr. 10) einer Postkartenserie im Abreißblock; alle Karten an der linken Seite perforiert. // "La Cootypographie" war ein 1900 gegründetes "Unternehmen der Druckereiarbeiter" (Société ouvrière d'imprimerie) in Courbevoie, nordwestlich von Paris. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: Dezember 1933.
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Objekt: 1933_remarque
Objekt: 1933_kibbutz
Objekt: 1933_plakaty

Objekt: 1933_winterhilfe

Bulgarien
Titel: Ерихъ М. Ремаркъ.
Transliteration aus der bulgarisch-kyrillischen Schrift: 
Erich M. Remarque.
Verlag: Издава М. Стоиловъ, София /  M. Stoilov, Sofia.
Hintergründe: Mit den nüchternen Schilderungen der Kriegswirklichkeit an der Westfront des Ersten Weltkrieges in seinem Buch "Im Westen nichts Neues", das 1928 bei Ullstein erschien und 1930 verfilmt wurde, gewann der unpolitische Pazifist Remarque weltweit eine nach Millionen zählende Leserschaft. Die Auseinandersetzungen um Buch und Film und die damit einhergehende Hetze veranlassten Remarque bereits 1932, in die Schweiz zu übersiedeln. Nachdem seine Schriften 1933 in Nazideutschland auf dem Scheiterhaufen landeten, bot Propagandaminister Goebbels dem emigrierten Remarque an, sich von seinem einstigen Verlag (Ullstein) zu distanzieren und nach Deutschland zurückzukehren. Da Remarque dieses Ansinnen zurückwies, wurde ihm 1938 die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. 
Postalische Merkmale: Auf Adressseite handschriftliche Mitteilung, Januar 1934. 
Datierung: Dezember 1933.
Polen / Palästina
Titel (Hebräisch schwer lesbar, in Deutsch): 
Kibbuz Chaluz.
Herausgeber / Fotostudio: G.
Hintergründe: Aufnahme vom 10. Dezember 1933 aus dem Trainingskibbuz Klosova. 1915 in den USA gegründet, verbreitete sich der Verband sozialistisch-zionistischer Jugendgruppen heHaluz / heChalutz in den 1920er Jahren auch in Europa. Auf dem Höhepunkt seiner Existenz 1930-1935 war der Verband weltweit in 25 Ländern vertreten. In der Mitte der 30er Jahre war Polen die Heimat der größten heChalutz- und Kibbuz-Bewegungen der Welt. Hier wurden die jüdischen heChalutzim ("Pioniere") auf die Besiedlung Palästinas vorbereitet. Ziel und Aufgabe sei es, im britischen Mandatsgebiet Palästina eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen. Die Voraussetzungen hierfür sahen sie in der Gründung von landwirtschaftlichen Betrieben und Kibbuzim. // Der 1924 gegründete Trainingskibbuz Klosova in Wolhynien hatte sich in den 30er Jahren zu einer der bedeutendsten Kolonien dieser Art entwickelt. Die Ausbildung war äußerst hart und asketisch; Kernstück war die Arbeit im Granit-Steinbruch und im Sägewerk. Rund achttausend Jugendliche absolvierten Klosova. Die Mehrheit wanderte nach Palästina aus; die meisten ließen sich in den dortigen Kibbuzim nieder. 1937 wurde die Kolonie Klosova aufgegeben. // Die Ortschaft Klosova gehörte bis 1939 zu Polen, danach unter dem Namen Klesov zur Ukraine (heute 4.500 Einwohner). Auf Befehl der mit der Liquidierung von Juden befassten Stellen trieben am 26. August 1942 ukrainische und deutsche Polizeieinheiten die jüdischen Einwohner auf einen Sammelplatz und verluden sie am gleichen Abend auf Eisenbahnwaggons. Alle 580 Menschen wurden am Bestimmungsort erschossen.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Dezember 1933.
UdSSR
Titel der Postkartenmappe (Russisch, Deutsch): Плакаты Компартии Германии / Plakate der K.P.D.
Herausgeber: Музей революции СССР / Revolutionsmuseum der UdSSR, Moskau.
Druck: Die Karten wurden in den beiden Leningrader Druckereien "Volodarskogo" und „Poligrafkniga“ hergestellt.
Hintergründe: Das Moskauer Revolutionsmuseum vertrieb 1933 eine Sammelmappe mit 23 Farbpostkarten, auf denen KPD-Plakate reproduziert waren, die zwischen 1919 und 1932 in Deutschland verbreitet waren. Die einmalige Idee, zeitnah die besten KPD-Plakate auf Postkarten zu reproduzieren, hat dazu geführt, dass diese Serie heute im Segment politischer Postkarten der Zwischenkriegszeit eine Ausnahmestellung genießt und die selten im Handel angebotenen Einzelkarten der Mappe heute Höchstpreise erzielen. Das Motiv "1. Mai 1931" (siehe hier Objekt 1931_rgo) stellt eine der 23 Karten dar. Die Cover-Grafik der Mappe zeigt den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann in der Uniform des RFB (Aufnahme 1925) und das Karl-Liebknecht-Haus, bis 1933 die KPD-Zentrale in Berlin. 
Datierung: 1933.
Frankreich
Titel (Französisch): 1933 noël rouge des emprisonnes / campagne des secours d’hiver / 1 Fr / S.R.I. 1934.
Übersetzung: 1933 Rotes Weihnachten der Inhaftierten / Winterhilfskampagne der Roten Hilfe / 1 Franc / 1934.
Herausgeber: SRI.
Künstlersignatur: ANTONI AEAR
Hintergründe: Spendenkarte der IRH für die politischen Gefangenen in den faschistischen Ländern. 
Postalische Merkmale: Ohne Postkartenzudruck.
Datierung: Ende 1933.
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1934  
  Objekt: 1934_osp
Objekt: 1934_gramsci
Objekt: 1934_fevrier
   
Niederlande
Titel Niederländisch): Tegen Klasse-Justitie / Tegen fascistische Terreur / Anti Terreur Fonds O.S.P.
Übersetzung: Gegen Klassenjustiz / Gegen faschistischen Terror / Antiterrorfonds der OSP.
Herausgeber: Onafhankelijke Socialistische Partij (OSP) / Unabhängige Sozialistische Partei.
Hintergründe: Spendenkarte für den Anti Terreur Fonds. Die OSP fusionierte im März 1935 mit der Revolutionnair Socialistische Arbeiders Partij (RSP) zur Revolutionair-Socialistische Arbeiderspartij (RSAP). All diese kleinen Parteien standen in Opposition zu den reformistischen Sozialdemokraten. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1933 / 1934.
Italien / Frankreich
Titel (Italienisch): Anniversario di Antonio Gramsci 1891-1934 / Soccorso rosso d’Italia / L’Azione delle Masse Antifasciste ha scarcerato antonio gramsci.
Übersetzung: Jahrestag für Antonio Gramsci 1891-1934 / Rote Hilfe Italiens / Antifaschistische Massenaktion kämpft Antonio Gramsci frei.
Künstlersignatur: -
Hintergründe: Für die Freilassung des 1928 zu zwanzig Jahren Haft verurteilten Antonio Gramsci setzte sich ab 1933 in Paris die "Section Italienne du Secours Rouge International" ein (von der diese Spendenkarte stammt). 1935 wurde der schwerkranke marxistische Theoretiker in eine Klinik verlegt und starb dort 1937. Siehe Objekte 1937_rosselli und 1937_gramsci. Die Karte erschien wahrscheinlich anlässlich Gramscis Geburtstag (22.1.1891)
Postalische Merkmale: -
Datierung: Januar 1934.
Frankreich
Titel (Französisch): Le Fascisme ne passera pas!!! (12 février 1934).
Übersetzung: Der Faschismus kommt nicht durch! (12. Februar 1934).
Herausgeber: Librairie Populaire, Paris.
Hintergründe: Nach einem Massenaufmarsch rechter und faschistischer Verbände mit 30.000 Teilnehmern am 6. Februar 1934 in Paris gegen Regierung, Republik und Parlamentarismus, der einem Putschversuch gleichkam, rief die Gewerkschaft CGT am 12. Februar zum Generalstreik auf, der dann erstmals zu einer eindrucksvollen Demonstration der Arbeitereinheit wurde. Hier spielte auch das Wissen um das Versagen der deutschen Gewerkschaften nach der Errichtung der Nazidiktatur eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Generalstreik war der Auftakt einer antifaschistischen Aktionseinheit zwischen Sozialisten und Kommunisten. Diese Bemühungen mündeten in ein gemeinsames Wahlprogramm von Sozialisten, Kommunisten und Radikalen (10. Januar 1936), Volksfront genannt. Zu den Opfern der Polizeigewalt am 9. und 12. Februar siehe Objekt
1934_victimes.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Februar 1934.
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Objekt: 1934_victimes
Objekt: 1934_schling
Objekt: 1934_wallisch
Objekt: 1934_muenichreiter
 
Frankreich
Titel (Französisch): Secours Rouge International / Pour soutenir les victimes de la lutte antifasciste / Manifestants ouvriers Assassinés par la Police les 9 et 12 Février 1934 / sur l’ordre du Gouvernement d’apaisement, de trêve, de justice.
Übersetzung: Für die Unterstützung der Opfer des antifaschistischen Kampfes / Arbeiterdemonstranten, die von der Polizei am 9. und 12. Februar 1934 ermordet wurden im Auftrag der Regierung der Beschwichtigung, der Waffenruhe und der Gerichte.
Herausgeber: IRH, Französische Sektion.
Hintergründe: Die FKP organisierte als Reaktion auf den rechten Putschversuch vom 6. Februar drei Tage später eine Massenkundgebung. Am 12. Februar fand der Generalstreik statt, zu dem die CGT aufgerufen hatte und an dem sich 4,5 Millionen Menschen beteiligten. // Die Karte zeigt Todesopfer von Polizeiattacken während der beiden Massenaktionen am 9. und 12. Februar 1934 (vgl. Objekt
1934_fevrier). Die Opfer, derer die Karte gedenkt, waren Louis Lauchin, Ernest Schnarbach, Vincent Perès, Vincent Moris, Maurice Bureau und Goerges Tailler.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Februar 1934.

 

Österreich
Titel: Wien, XXI. Schlingerhof.
Herausgeber / Verlag / Fotostudio: -
Hintergründe: Der Schlingerhof gehörte zu den Kommunalwohnbauten (mit 478 Wohnungen) aus den 1920er Jahren, benannt nach einem Sozialdemokraten. Beim Februaraufstand des Republikanischen Schutzbunds, der Wehrorganisation der  Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschösterreichs (SDAP oder SDAPDÖ), kam es am 12. Februar 1934 im Schlingerhof in Floridsdorf zu entscheidenden Kämpfen. Die Mitglieder des Schutzbundes sperrten die Brünner Straße ab und verbarrikadierten sich in dem Wohnkomplex. Am Folgetag durchbrachen zwei Panzer des Bundesheeres die Barrikaden, und nach Artilleriebeschluss (siehe im Bild die Dachschäden) drangen Militär und Polizei um 13 Uhr in die Wohnhausanlage ein. Einige Stunden später wurde das Gebäude von den Angreifern besetzt. Laut Polizeistatistik sollen 350 Schutzbündler festgenommen worden sein. Während durch den Kanonenbeschuss niemand im Gebäude verletzt worden sein soll, schoss die faschistische Heimwehr beim Abtransport der verhafteten Schutzbündler mehrfach in den Zug der Gefangenen. Dadurch kamen einige Menschen, unter ihnen unbeteiligte Passanten, ums Leben. Noch am selben Tag verbot Dollfuß die SDAP. // Die Karte zeigt zwei tote Arbeiter vor dem Gebäude. // Aufschrift Gebäudewand: "Erbaut von der Gemeinde Wien in den Jahren 1924-1926 aus den Mitteln der Wohnbausteuer".
Postalische Merkmale: -
Datierung: Februar 1934.

 

Österreich
Titel: Koloman Wallisch, erhängt am 19. Februar 1934. Nieder mit dem faschistischen Mordterror! Schafft Rote Hilfe!
Herausgeber: Österreichische Rote Hilfe.
Hintergründe: Nach den unter Objekt  1927_justizpalast geschilderten wirtschaftlichen Nöten und politischen Konflikten geriet auch Österreich immer mehr in den Einfluss des erstarkenden Faschismus in Europa. Im März 1933 ließ der christsoziale Kanzler Dollfuß das Parlament auflösen und das Verfassungsgericht lahmlegen. Zeitgleich mit dem Verbot der Kommunistischen Partei, des Republikanischen Schutzbunds sowie der Erste-Mai-Demonstration auf der Ringstraße in Wien rief Dollfuß im Mai 1933 seine Sammlungsbewegung "Vaterländische Front" ins Leben, die nach italienischem Vorbild einen "Ständestaat" anstreben sollte. Im Juni verbot der Kanzler auch die konkurrierende NSDAP. Als ab Januar 1934 die Regierung den Vertrieb der sozialdemokratischen "Arbeiterzeitung" untersagte und die Parteihäuser und Wohnungen nach Waffen des Schutzbundes zu durchsuchen begann, kam es am 12. Februar 1934 bei der Haussuchung des Parteiheims in Linz zum bewaffneten Widerstand, der rasch auf Wien und andere Industriestädte übergriff und unter dem Begriff "Februaraufstand" Verbreitung fand. Der Aufstand wurde von den Kommunisten unterstützt. Er gilt als der erste bewaffnete Widerstand gegen den Faschismus nach dem Septemberaufstand in Bulgarien 1923. Der Bürgerkrieg, der keineswegs alle Landesteile und alle Teile der Sozialdemokratischen Partei erfasste, kostete 200 Schutzbündlern das Leben. Am 14. Februar ergaben sich in Wien-Floridsdorf (einem Außenbezirk von Wien mit hohem Arbeiteranteil) die letzten Aufständischen. Nach Beendigung der Kämpfe wurden neun bekannte Schutzbündler durch Standgerichte zum Tode verurteilt und hingerichtet. Koloman Wallisch gehörte zu diesen neun Opfern. // Spendenkarte für die Opfer des Februaraufstands in Österreich und deren Angehörige. Die Aufnahme soll zwei Stunden vor Koloman Wallischs Tod entstanden sein. Teil einer Serie.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Februar 1934.
Frankreich / Österreich
Titel (Französisch): Karl MUNICHREITER, militant socialiste autrichien, secrétaire du Schutzbund, assassiné par Dolfuss, a laissé une compagne et trois jeunes enfants que la Section Française du S.R.I. a pris sous sa protection.
Übersetzung: Karl Münichreiter, österreichischer sozialistischer Aktivist, Sekretär des Schutzbundes, von Dollfuß ermordet, hinterließ eine Frau und drei Kinder, welche die französische Sektion der IRH in ihre Obhut nahm. 
Herausgeber: Édité par le Section Française du Secours Rouge International.
Hintergründe: Nachdem sich am 12. Februar 1934 Schutzbündler in Wien-Hietzing am Goldmarkplatz versammelt hatten, kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit einem Großaufgebot an Polizei. Als der Schutzbundkommandant Karl Münichreiter einem verletzten Genossen zu Hilfe kommen wollte, wurde er selbst schwer verwundet. Trotz seiner Verletzungen kam Münichreiter vor ein Standgericht und wurde in einem einstündigen Verfahren zum Tode verurteilt. Am Morgen des 14. Februar trug man ihn auf einer Bahre zum Wiener Langericht, wo er um 4 Uhr früh gehenkt wurde.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Februar 1934.

 

 
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Objekt: 1934_weissel
Objekt: 1934_villemin
Objekt: 1934_brandstifter
Objekt: 1934_basel
Ungarn
Titel (Ungarisch): Emlékezzünk! 1934 febr. 12.
Übersetzung: Denken Sie daran! 12. Februar 1934.
Herausgeber: -
Verlag / Druckvermerk: Világosság Rt. [Budapest].
Hintergründe: Nach dem österreichischen Februaraufstand 1934 in Ungarn erschienene Gedenkkarte. Die Montage zeigt Bildnisse des beschossenen Karl-Marx-Hofes in Wien und der hingerichteten Schutzbündler Karl Münichreiter, Ing. Georg Weissel, Emil Swoboda und Koloman Wallisch.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Februar 1934.
Frankreich
Titel (Französisch): 4 Mars - Le obseques Villemin assassiné à Ménilmontant par la police au cours de la lutte antifasciste.
Übersetzung: 4. März - Die Beerdigung Villemins, der während der antifaschistischen Kämpfe in Ménilmontant von der Polizei ermordet wurde.
Verlag / Herausgeber / Druck / Fotograf: -
Hintergründe: Der Arbeiter Villemin  (Vorname?) kam am 4. März 1934 bei Auseinandersetzungen mit Mitgliedern der faschistischen "Jeunesse Patriotes" (JP) um. Der JP-Verband trat nach dem Vorbild der italienischen Schwarzhemden uniformiert und mit römischen Gruß in Erscheinung. Bis zu ihrem Verbot 1936 terrorisierte sie Arbeiterviertel und spielte bei der Offensive faschistischer Verbände gegen das Daladier-Kabinett eine zentrale Rolle. // Der Stadtteil Ménilmontant gehört zum 20. Arrondissement (traditionell ein Arbeiterbezirk) und liegt im Osten des Pariser Stadtzentrums, bekannt vor allem durch den Friedhof Père-Lachaise. // Auf dem Transparent die Aufschrift: S.R.I. / Secours rouge international / Région Parisienne. // Postkarte mit Abrisskante; Teil einer Serie.
Postalische Merkmale: -
Datierung: März 1934.
Frankreich
Titel: -
Herausgeber / Künstlersignatur: -
Hintergründe: Die Karikatur stellt treffend die Verbindung zwischen Reichstagsbrand und dessen Urhebern und Nutznießern her. Postkarte mit der handschriftlichen Forderung nach Freilassung des letzten inhaftierten Angeklagten im Reichstagsbrandprozess Ernst Torgler (der bis 1936 in Haft blieb) sowie des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann.
Postalische Merkmale: Gelaufen März 1934 im Umschlag, in Deutschland geöffnet und gestempelt (Berlin-Charlottenburg).
Schweiz
Titel: 1934 JUGENDTAG IN BASEL / Fördert die sozialistische Arbeiterjugend. Pfingsten 19.-21. Mai 1934 in Basel.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1934.
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Objekt: 1934_paysan
Objekt: 1934_califano
Objekt: 1934_grivita
Objekt: 1934_zilzer
Frankreich
Titel (Französisch): DEUX MONDES / Congrès National Paysan de Paris les 20 et 21 Mai 1934.
Übersetzung: Zwei Welten / Nationaler Bauernkongress am 20. und 21. Mai 1934 in Paris.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1934.
USA 
Titel (Englisch): The Ignominy of the XXth Century / Neither hatred nor persecution can stay the progress of science and civilization“.
Übersetzung: Die Schande des 20. Jahrhunderts / "Weder Hass noch Verfolgung können den Fortschritt von Wissenschaft und Zivilisation aufhalten" [Der Zitierte ist ungenannt].
Künstlersignatur: Califano 1934 [schlecht leserlich].
Künstler: Michael Califano (1889-1979; USA).
Herstellverfahren / Technik: Farboffset.
Hintergründe: Albert Einstein (1879-1955) hatte im März 1933 seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Wissenschaften erklärt. Zugleich nahm er seinen ständigen Wohnsitz in den USA. Im Mai zog die Gestapo sein Vermögen ein. Offiziell ausgebürgert wurde er ein Jahr später. Die Ausbürgerungsliste Nr. 2 vom 24. März 1934 machte seine Vertreibung amtlich. Der Drohgebärde, die Hitler gegenüber Einstein auf dem Ölbild des New Yorker Malers Michael Califano einnimmt, gemahnt an die Ausbürgerung Einsteins. Wegen dieses Bildes wurde der Künstler in seinem New Yorker Atelier am 18. Mai 1935 von drei Nazis überfallen (die auch in New York sehr stark waren), bewusstlos geschlagen und an ein Heizungsrohr gefesselt. Außerdem zerschlitzten sie viele seiner Bilder.
Postalische Merkmale: Gelaufen Dezember 1940 (New York).
Datierung: März-Juni 1934.
Rumänien / Frankreich 
Titel (Französisch): Solidarité pour la libération des inculpés du procès des Cheminots de Roumanie.
Übersetzung: Solidarität für die Freilassung der Angeklagten im Eisenbahnerprozess in Rumänien.
Herausgeber: IRH.
Hintergründe: Die Weltwirtschaftskrise seit 1929 wirkte sich auf Rumänien verheerend aus. 35% der abhängig Beschäftigten wurden arbeitslos, der Produktionsausstoß sank um die Hälfte, bäuerliche Existenzen gingen massenhaft zugrunde. Das führte zur Polarisierung der Verhältnisse: Einerseits erstarkten die 1927 gegründeten faschistischen "Eisernen Garden", andererseits erlebte auch die Arbeiterbewegung einen Aufschwung. Es kam zu großen Streikkämpfen. Internationale Beachtung fand der Streik der Eisenbahner und Erdölarbeiter im Januar und Februar 1933, der seinen Ausgang in den Eisenbahnwerkstätten von Bukarest-Griviţa nahm. Die Arbeiter forderten eine 20%ige Lohnerhöhung, die Abschaffung der Geldstrafen bei Produktionsmängeln sowie die Anerkennung des gewählten Fabrikkomitees. Obwohl schließlich mit militärischer Gewalt beendet, bewirkte der Streik soziale Verbesserungen. Die Karte ruft zur Unterstützung der Angeklagten im Prozess gegen führende Streik-Aktivisten auf, die im Mai 1934 von einem Militärgericht zu hohen Haftstrafen oder lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt worden waren. Bereits kurz nach Urteilsverkündung gingen bei der rumänischen Gesandtschaft in Paris Hunderte solcher Karten als Proteste ein.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1934.
USA
Titel (Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch): Fascism means War! Faschismus ist Krieg! Le Fascisme – c’est la Guerre! El Fascismo – esta la Guerra! / By Gyula Zilzer.
Adressseite: Published by American Representative of edition du Carrefour, Paris / 38 Union Square, N.Y.C. / All Rights Reserved by G. Zilzer
Künstler: Gyula Zilzer (1898-1969), ungarischer Grafiker.
Hintergründe: Diese eindrucksvolle Postkarte erschien vor Beginn des New Yorker Gegenprozesses zum erwarteten Thälmannprozess in Deutschland und während der Rundreise Willi Münzenbergs und seiner Mitarbeiter Babette Gross und Dr. Kurt Rosenfeld durch die USA im Juni 1934. In den vier Wochen seines Aufenthalts sprach Münzenberg auf zahlreichen Kundgebungen gegen Krieg und Faschismus und hoffte noch auf eine revolutionäre Beseitigung des Hitlerregimes. Ein weiterer Zweck der Tour war die Spendenbeschaffung für die antifaschistischen Hilfsfonds. Die Publicity, die seine Reise durch die USA hervorrief, riss das Land zeitweise aus seiner politischen Zurückhaltung gegenüber dem Hitlerregime. Da der in Nazideutschland geplante Prozess gegen Ernst Thälmann nicht stattfand (die Anklageschrift stützte sich auf den nicht nachweisbaren Vorwurf, die KPD hätte den bewaffneten Aufstand vorbereitet), kam auch der in New York angekündigte Gegenprozess nicht zustande.
Postalische Merkmale: Gelaufen Juni 1934 (New Haven, Connecticut).
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Objekt: 1934_free
Objekt: 1934_dele
Objekt: 1934_ketteler
Objekt: 1934_tarn
 
USA
Titel (Englisch): Free Thaelmann! // Adolph Hitler! We vigorously protest the new brutal terror wave unloosed by your fascist regime against workers and Jewish people. / We condemn your inhuman torture of Thaelmann and Torgler, the heroic leaders of the German working class. [usw.].
Übersetzung: Free Thaelmann! / Adolph Hitler! Wir protestieren entschieden gegen die neue brutale Welle des Terrors, die von Ihrem faschistischen Regime gegen Arbeiter und jüdische Menschen ausgelöst worden ist. Wir verurteilen die unmenschliche Folter an Thälmann und Torgler, der heldenhaften Führer der deutschen Arbeiterklasse.
Hintergründe: Nachdem das Reichsgericht im Reichstagsbrandprozess Van der Lubbe zum Tode verurteilt hatte (der im Januar 1934 hingerichtet wird) und Dimitroff und Genossen freilassen musste, ging die Solidaritätskampagne für den einzigen noch in Haft verbliebenen Angeklagten, Ernst Torgler, sowie für den inhaftierten KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann weiter. Das Naziregime bereitete einen Hochverratsprozess gegen Thälmann vor. Das Verfahren sollte vor aller Welt die Rolle Thälmanns bei den angeblichen Aufstandsplänen der deutschen Kommunisten 1933 enthüllen. Da jedoch die umfangreiche Anklageschrift gegen Thälmann keinen Nachweis einer geplanten Revolution erbringen konnte, wurden die Prozesspläne im Spätherbst 1935 stillschweigend fallen gelassen. Die Karte kam vor dem geplanten Gegenprozess heraus. Dieser Gegenprozess war für Anfang Juli 1934 in New York angesetzt, fand aber wegen des aufgeschobenen und schließlich eingestellten Verfahrens in Deutschland nicht statt.
Postalische Merkmale: Ungelaufen, voradressierte Karte an "Chancellor Adolph Hitler / Berlin, Germany".
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juni 1934.
Frankreich
Titel: Internationale Jugenddelegation zu Thälmann - in die Konzentrationslager, in die Arbeitsdienstlager - IM Juni. 
Herausgeber: Weltjugendkomitee gegen Krieg und Faschismus, Paris.
Hintergründe: In mehreren Sprachen verbreitete Karte. Mehrmals versuchten ausländische Arbeiterabordnungen, zu Ernst Thälmann vorgelassen zu werden. Beim Empfang einer saarländischen Delegation im Mai 1934 äußerte der Häftling, dass er misshandelt werde. Die einen Monat später geplante Jugenddelegation wurde daraufhin nicht mehr zugelassen. Damit blieb die saarländische Gruppe die einzige Abordnung, die Thälmann während der Haftzeit empfangen durfte.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juni 1934.
Deutschland
Titel: Wie die Religion der Freiheit bedarf, so bedarf auch die Freiheit der Religion.
Herausgeber / Verlag: H. Gompertz, Köln.
Hintergründe: Wilhelm von Ketteler (1811-1877), der "Arbeiterbischof", war Mitbegründer der katholischen Soziallehre. Nach dem Verbot der Zentrumspartei am 1.7.1933 sollte sein Freiheitszitat auf der Postkarte die nunmehrige Distanz zum Nazistaat signalisieren.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1934.
Frankreich
Titel (Französisch): Des brochures déguisées / pour l’action antifasciste en Allemagne.
Übersetzung: Tarnschriften / Für die antifaschistische Aktion in Deutschland.
Herausgeber: -
Hintergründe: Die Postkarte macht auf 7 deutsche antifaschistische Tarnschriften aufmerksam, die bis zum August 1934 verbreitet wurden. Ihre Tarntitel lauten: "Das gute OPEL-Rad", "Elektrolux", "Die Deutsche Arbeitsfront", "Luftschutz tut not!" u.a. Auf der Adressseite sind alle sieben Titel (in Französisch) aufgelistet und kommentiert. Die Tarnschriften enthalten einen Bericht Fritz Heckerts zur "Lage in Deutschland seit Hitlers Machtübernahme"; Schriften über den Fememord an Georg Bell (Mitarbeiter von SA-Chef Röhm), über die aktuelle Kriegsgefahr, einen offenen Brief der KPD an sozialdemokratische Arbeiter sowie Broschüren über den Reichstagsbrandprozess (und den Gegenprozess in London), über illegale KPD-Literatur in Deutschland sowie eine Schrift Lenins zum bewaffneten Aufstand.
Postalische Merkmale: -
Datierung: August 1934.

 
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Objekt: 1934_gorki
Objekt: 1934_labaudt
 
Objekt: 1934_never
Objekt: 1934_sacramento
UdSSR
Titel (Russisch): НАШ ГОРЬКИЙ.
Übersetzung: Unser Gorki.
Verlag: Isogis (Изогиз; Staatsverlag für bildende Künste), gedruckt in Moskau
Hintergründe
: Vom 7. August bis 1. September 1934 fand unter Vorsitz Gorkis in Moskau der Erste Allunionskongress der Sowjetschriftsteller statt, an dem 600 sowjetische Delegierte und 40 ausländische Autoren, darunter 17 deutschsprachige, teilnahmen. Die Faltpostkarte ist offensichtlich aus diesem Anlass erschienen. // Beidseitig illustrierte Faltpostkarte. Der vierflügelige Flyer mit kommentierten Bildern aus dem Leben Gorkis hielt zwar nur wenig Platz für Mitteilungen bereit, konnte aber postalisch versandt werden.
Postalische Merkmale: Gelaufen im August 1934 (Leningrad).
USA
Titel (Englisch): STAIRWAY MEMORIAL TOWER / SAN FRANCISCO - CALIFORNIA.
Übersetzung: Treppenaufgang im Memorial Tower von San Francisco, Kalifornien.
Fotograf: -
Herausgeber: San Francisco Parks Commission (?).
Hintergründe: In der Phase des New Deals  während der "großen Depression" rief die US-Regierung 1933-1934 ein Programm ins Leben - das Public Works of Art Project (PWAP) - das vorsah, an Künstler Aufträge zur Ausgestaltung öffentlicher Gebäude zu erteilen. Bahnhofsgebäude, Rathäuser etc. sollten mit patriotischen Szenerien ausgemalt werden ("American scene"). Die in den 1930er und frühen 40er Jahren entstandenen Zeugnisse sind noch heute der sichtbarste Ausdruck des damaligen Arbeitsbeschaffungsprogramms für Künstler in Nordkalifornien und in anderen US-Bundesstaaten.
Im Oktober 1933 war auf dem Telegraph Hill von San Francisco der Bau des 64 Meter hohen Lillian Coit Memorial Tower („Coit Tower“) im Art Déco-Stil fertiggestellt worden. Zur Ausgestaltung der Wände, Flure und Treppenaufgänge im Innern wurden 26 Künstler und 19 Assistenten (unter ihnen 4 Frauen) herangezogen. Die Arbeit an den Freskos (und einigen Leinwänden) begann im Januar 1934. Das vorgegebene Thema der Auftragsarbeit hieß zwar
"American scene in all its aspects", doch fassten die beteiligten Malerinnen und Maler das Thema keineswegs so eng wie die Auftraggeber es von ihnen erwarteten, zumal sie ganz unter dem Eindruck der jüngsten politischen Ereignisse im In- und Ausland standen: In New York waren in der Nacht vom 10. zum 11. Februar 1934 Diego Riveras Fresken im Rockefeller Center von den Wänden gehackt worden, weil der bekannte Maler nicht bereit gewesen war, ein Leninporträt auf den Fresken zu übermalen (vgl. Objekt 1937_Rivera). In Österreich war am 12. Februar ein bewaffneter Aufstand der sozialdemokratischen „Schutzbündler“ ausgebrochen, der innerhalb von drei Tagen vom Dollfußregime blutig niedergeschlagen wurde. Auch die wachsenden Spannungen in San Fancisco selbst ließen die Künstler, die am Turm arbeiteten, nicht unberührt. Das waren vor allem die Auseinandersetzungen zwischen Reedern und Gewerkschaften im Hafen von San Francisco. All das musste in der Ausmalung des Turms seinen Niederschlag finden. So tauchten in einem der Freskos Hammer und Sichel auf, auf anderen erblickte man die aktuellen Titel und Schlagzeilen marxistischer Zeitungen, auch zum Februaraufstand in Wien; auf dem „Bibliotheksfresko“ sah man einen Arbeiter das „Kapital“ von Marx aus dem Regal ziehen, - alles Elemente, die die Presse und die Kunstkommission Anfang Juni nach einer Vorbesichtigung als „nichtautorisierte Ergänzungen“ denunzierte.
Vor der Entdeckung dieser "Kuckuckseier" war die Eröffnung des Turms auf den 7. Juli festgelegt worden. Doch zwei Tage vor der geplanten Einweihung waren bei den Streikauseinandersetzungen in der Stadt zwei Dockarbeiter von Polizisten erschossen worden; am 9. Juli gaben mehr als zehntausend Streikende und Sympathisierende den beiden Toten ein letztes Geleit durch die Market Street. Am 5. Juli, derselbe Tag, an dem die beiden Dockarbeiter den Tod fanden, begann mit einer ersten Presseveröffentlichung eine Kampagne gegen die „Symbole des Kommunismus“ im Coit Tower. Die Kunstkommission von San Fracisco gab dem Druck nach und beschloss ihre Entfernung. Die Übergabe des Turms wurde verschoben und fand erst im Oktober statt.
Die bekanntesten der am Projekt beteiligten Künstler waren Maxine Albro, Victor Arnautoff, John Langley Howard, Lucien Labaudt, Otis Oldfield, Ralph Stackpole, Clifford Wight und Bernard Zakheim. // Die wiedergegebene Fotokarte zeigt einen Ausschnitt aus dem Wandbild "Powell Street" von Lucien Labaudt (1880-1943) am Treppenaufgang zur zweiten Etage des Turms. Das Bild besteht aus zwei Teilen, jeweils 15x80 cm messend. Es zeigt die belebte Powell Street in San Francisco. Ein Besucher des Coit Tower kommentierte mit Bleistift im Februar 1937 auf der Adressseite der hier vorgestellten Fotopostkarte: "modern, realistic - some changed - too communistic".  
Postalische Merkmale:
-
Datierung: Juli-Oktober 1934. Erworben wurde die vorliegende Karte im Februar 1937 bei einem Besuch des Towers.
 
USA
Titel (Englisch): NEVER AGAIN / Demand drastic Reductions in Armament Budgets.
Übersetzung: Nie wieder / Fordert die drastische Reduzierung der Rüstungsausgaben.
Herausgeber: World Peace Posters, Inc., 31 Union Square, New York.
Adressseite: -
Künstlersignatur: Alex Ross.
Hintergründe: "World Peace Posters" war wahrscheinlich eine Initiative der 1931 gegründeten New Yorker NGO "World Peace Poster Committee", welche wie zahlreiche andere Verbände für Frieden und Abrüstung die Genfer Abrüstungskonferenz (1932-1934) gefordert und unterstützt haben.
Postalische Merkmale: Gelaufen September 1934 (New York).

USA
Titel (Englisch): Free the 18 Sacramento Criminal Syndicalism Victims / They face 6 to 84 years in San Quentin.
Übersetzung: Freiheit für die Sacramento 18, Opfer des Gesetzes über kriminellen Syndikalismus. / Sie erwartet 6-24 Jahre Haft in San Quentin.
Herausgeber: International Labor Defense, San Francisco.
Hintergründe: Auf der Bildseite sind die wegen Verstoß gegen den Criminal Syndicalism Act (Gesetz über den "kriminellen Syndikalismus") angeklagten Gewerkschafter zu sehen. Die Karte ist voradressiert an den District-Staatsanwalt Neil McAllister. Nach einer Razzia in den Büros der Industriegewerkschaft der Konservenfabrik- und Landarbeiter unweit der Kreuzung 8th und N Street in Sacramento erhob Staatsanwalt McAllister im Frühjahr 1934 gegen die Verhafteten Anklage wegen Übertretung des Syndikalistengesetzes ("Criminal Syndicalism Act"), das praktisch jede gewerkschaftliche Betätigung unter den Generalverdacht des gewaltsamen Umsturzes des herrschenden Systems stellte und somit bereits bei Verdachtsmomenten Verhaftung und Anklage nach sich ziehen konnte. Bis 1933 waren 700 Menschen aufgrund des "Criminal Syndicalism" verurteilt worden. Das Verfahren im "Sacramento-Verschwörungsprozess" dauerte fast vier Monate, so dass es das am längsten laufende Strafverfahren in der Geschichte Kaliforniens wurde und die Gewerkschaftsarbeit über Jahre hinaus lähmte. Im September 1937 musste die Strafe für acht der Inhaftierten aufgehoben werden, weil nachgewiesen werden konnte, dass die Geschworenen manipuliert worden waren. // Infolge der Hysterie gegen die "Rote Gefahr" (geschürt nach der Oktoberrevolution in Russland 1917) erließ erstmals der Bundesstaat Idaho 1917 das Gesetz. Zwischen 1917 und 1920 wurde es in 22 Bundesstaaten und Territorien der USA eingeführt, 1919 in Kalifornien. In einigen Bundesstaaten existiert es noch heute; in Kalifornien wurde es 1991 aufgehoben.
Postalische Merkmale: Gelaufen Oktober 1934 (Chicago).
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Objekt: 1934_kisch
Objekt: 1934_sri
Objekt: 1934_secours
   
Australien
Titel (Englisch): I protest against the sentence of six months’ imprisonment imposed upon Egon Kisch an Gerald Griffin.
Übersetzung: Ich protestiere gegen die Verurteilung von Egon Kisch und Gerald Griffin zu einer 6-monatigen Freiheitsstrafe.
Fotograf: -
Herausgeber: Kisch-Griffin Defence Committee.
Druck: Wright and Baker, Printers, Sydney.
Hintergründe: Protestkarte an den Generalstaatsanwalt Menzies in Canberra. Die australische Regierung wollte 1934 die Einreise der beiden Delegierten Griffin und Kisch zum Australischen Antikriegskongress verhindern. Kisch erzwang sich durch einen Sprung von Deck an Land seinen Aufenthalt. Durch den Rückhalt mutiger Anwälte und einer rasch zunehmenden Solidaritätskampagne musste das Urteil des Höchsten Gerichts wegen Verstoßes gegen die Einwanderungsbestimmungen zu 6 Monaten Zwangsarbeit nach mehreren Instanzen im Dezember 1934 aufgehoben werden. Kisch wurde daraufhin wie ein Volksheld gefeiert und rief die Menschen auf zahlreichen Meetings zum Kampf gegen Kriegsgefahr und Faschismus auf, bis er im März 1935 die Rückreise nach Europa antrat. Egon Erwin Kischs "Landung in Australien" hat der australischen Gesellschaft derart nachhaltige Impulse gegeben, dass der "Kisch Case" in der modernen Geschichtsschreibung Australiens fest verankert ist. Im abgeschiedenen Australien war bis zum Auftauchen Kischs 1934 die Kriegsgefahr und die Faschisierung in Europa weitgehend unbekannt, wie ungekehrt in Europa über den schwarzen Kontinent nur marginal berichtet wurde. Auch der Kisch-Case fand in den bürgerlichen Medien Europas keinen Widerhall.
Postalische Merkmale: -
Datierung: November 1934.
Frankreich
Titel (Französisch): ConFérence Nationale de la Section Française du S.R.I. / 1934.Novembre.1934.
Übersetzung: Nationalkonferenz der französischen Sektion der IAH / November 1934.
Herausgeber: Secours Rouge International, französische Sektion.
Künstlersignatur: -
Hintergründe: Die Konferenz stand im Zeichen der Befreiungsinitiative für Ernst Thälmann. Die IAH hatte vom Juli bis Oktober 1934 eine weltweite Kampagne für seine Freilassung, das "Thälmann-Aufgebot", durchgeführt. In vielen Ländern hatten Kundgebungen und Solidaritätsaktionen stattgefunden, um die Freilassung des KPD-Führers zu erwirken.
Postalische Merkmale: -
Datierung: November 1934.
Frankreich
Titel (Französisch): Nou pensons a vous / 1934 Noël des emprisonnés.
Übersetzung: Wir denken an euch / 1934 Weihnachten im Gefängnis.
Herausgeber: Secours Rouge International.
Künstlersignatur: -
Hintergründe: Hilfe für die politischen Gefangenen zu Weihnachten 1934.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Dezember 1934.
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  Objekt: 1934_patocchi
Objekt: 1934_kuba
Objekt: 1934_lett
   
  Schweiz
Titel: Krieg dem Kriege / Kämpft gegen Krieg und Faschismus!
Herausgeber: Sozialistische Jugend der Schweiz.
Künstlersignatur: -
Künstler: Aldo Patocchi (1907-1986); Holzschnittmotiv.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1934.
Kuba
Titel (Spanisch): ¡¡Salvemos a Thaelman!! Protestamos enérgicamente del terror fascista de Hitler.
Übersetzung: Rettet Thälmann! Wir protestieren mit Nachdruck gegen den faschistischen Hitler-Terror.
Herausgeber: Kubanische Sektion der Defensa Obrera Internacional (IRH).
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1934 / 1935.
Lettland
Titel (Lettisch): ieslodzitā strādnieka ģimenēi.
Übersetzung: Für die Arbeiterfamilien der Eingekerkerten. 
Herausgeber: -
Künstlersignatur: -
Hintergründe: Spendenkarte für inhaftierte Arbeiteraktivisten in der Zeit nach dem Staatsstreich von Kārlis Ulmanis (1877-1942). Nach den rechtsgerichteten Umstürzen in Litauen und Estland folgte nun auch Lettland dem Beispiel seiner Nachbarländer. Ulmanis putschte in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai 1934, ließ die sozialdemokratische Parteizentrale ("Volkshaus") und das Parlament besetzen, rief den Kriegszustand aus, führte nach deutschem Vorbild eine Bücherverbrennung durch und verbot jegliche Betätigung politischer Parteien. Bis August 1934 wurden 4000 politische Gegner verhaftet, 13 Parteien, 29 Gewerkschaften und 31 Zeitungen verboten. Wie die anderen baltischen Länder ging Ulmanis auch gegen die rechte Konkurrenz vor und ließ führende Funktionäre der faschistischen "Donnerkreuzler" verhaften. Das Ulmanis-Regime strengte politische Prozesse an und wies die Verurteilten aus. Ulmanis faschistoides Regime übernahm viele Elemente des italienischen und deutschen Faschismus. Der Kult um seine Person ging einher mit einem wirtschaftlichen Aufschwung. Die deklarierte Überparteilichkeit war wie in anderen faschistischen Staaten ein propagandistisches Manöver, denn Ulmanis förderte lettische Kapitalinteressen in Industrie und Landwirtschaft (Großbauern). Ein Viertel der Bevölkerung, das nicht lettischer Herkunft war, wurde ausgegrenzt. Der "Lette" wurde zum völkischen Ideal erhoben. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1934-1939.
   
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1935  
     

Objekt: 1935_cz
Objekt: 1935_saar
Objekt: 1935_schach
Objekt: 1935_derso
ČSR
Titel (Deutsch, Tschechisch): Im neuen Jahr durch Einheit zum Sieg! / 1935 / V novém roce jednotou k vítězství!
Herausgeber / Verlag: Herausgegeben von Anežka Hodinová, Prag. Druck: Jar. Hoffmann, Prag-Karlín.
Aufdruck Adressseite (Tschechisch): Po konfiskaci opravené vydání.
Übersetzung: Nach Beschlagnahmung überarbeitete Ausgabe.
Künstlersignatur:
-

Hintergründe: Neujahrskarte. Anežka Hodinová-Spurná, geborene Zavadilová (1895-1963), war eine bekannte Aktivistin der čsl. KP (Mitglied seit 1929), engagierte sich in vielen Funktionen, u.a. für die IRH. Sitz im Parlament 1929-1938.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Dezember 1934 / Januar 1935.
Saarland
Titel (Französisch): PLéBISCITE DE 1935 / La SARRE aux SARROIS / sous l'égide de Société des Nations.
Übersetzung: Volksabstimmung 1935 / Die Saar den Saarländern / unter Aufsicht des Völkerbunds. 
Herausgeber: Association Française de la Sarre, Paris.
Hintergründe: Französische Karte für den Status quo beim Volksentscheid am 13.1.1935 im Saarland. 1919 zum Mandatsgebiet des Völkerbundes geworden, war das Saargebiet von Frankreich verwaltet und wirtschaftlich ausgebeutet worden. Der Versailler Vertrag sah 1935 eine Volksabstimmung über den künftigen Status des Gebietes vor. Die Bewohner sollten über den Beibehalt der Völkerbundverwaltung oder die Angliederung an Frankreich oder Hitlerdeutschland entscheiden. 90,5 % der Abstimmungsberechtigten stimmten für den Anschluss an Nazideutschland. Nach der erfolgreichen Kampagne für die Freilassung der Angeklagten im Reichstagsbrandprozess wurde die Saar-Abstimmung zur ersten großen Niederlage der Antifaschisten im Kampf gegen Hitler.
Das Bündnis zur Aktionseinheit zwischen saarländischen Kommunisten und Szialdemokraten, das Anfang Juli 1934 zur Verteidigung des Status quo beschlossen worden war (die erste Aktionseinheit der beiden Arbeiterparteien seit 1923) zerbrach nach dem Volksentscheid wieder.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Ende 1934 / Januar 1935.

 

Schweiz
Titel: Zwei Meisterspieler beim Moskauertournier 1935.
Herausgeber: Schweizerischer Arbeiterschachbund. 
Künstlersignatur: fourri
Hintergründe: Links am Brett stellte der Karikaturist den bekannten jüdischen Schachspieler Salo Flohr aus der Tschechoslowakei dar (Salomon Michailowitsch Flor, 1908-1983). In der Mitte der 30er Jahre gehörte Flohr zu einem der weltweit erfolgreichsten Schachspieler. Er emigrierte vor der Annexion der ČSR durch Nazideutschland nach Schweden und nahm 1942 die sowjetische Staatsangehörigkeit an. Die Karte erschien anlässlich des 2. Internationalen Schachtourniers vom 15.2. bis 15.3.1935 in Moskau, das Flohr gemeinsam mit Michail Botwinnik gewann. Der Erlös aus dem Verkauf der Karte diente der Finanzierung des "Länderwettspiels Dänemark-Schweiz". 
Postalische Merkmale: -
Datierung: März 1935.

Schweiz
Titel (Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch): Two Families / Deux familles / Zwei Familien / Dos Familias.  
Herausgeber: Women's Disarmament Committee, Geneva.
Künstlersignatur: Derso et Kelen.
Künstler: Alois Derso (1988-1964) und Emery Kelen (1896-1978), ungarische Grafiker und Karikaturisten.

Hintergründe: Die Karte wurde wahrscheinlich vor Beginn der Genfer Abrüstungskonferenz (1932-1934) vertrieben. Herausgeber war das im September 1931 ins Leben gerufene Disarmament Committee of the Women's International Organisations, kurz auch Women's Disarmament Committee genannt. 1935 ergänzte es seinen Namen und hieß seither: Peace and Disarmament Committee of the Women's International Organisations (PDCWIO). Das Komitee war gegründet worden, um die geplante Abrüstungskonferenz in Genf zu unterstützen und charakterisierte sich als "die größte gemeinsame Aktion für den Frieden, die je von Frauen unternommen wurde". Ihm gehörten bei Gründung 12-14 internationale Frauenorganisationen sowie 5 nationale Organisationen an, unter anderem die Women's International League for Peace and Freedom, die 1932-1933 zwölf Millionen Unterschriften für allgemeine und totale Abrüstung sammelte und dem Völkerbundsrat übergab. Das PDCWIO hatte seinen Sitz in Genf, Präsidentin war Mary A. Dingman. Um 1940 stellte das PDCWIO seine Tätigkeit ein.
Postalische Merkmale: Gelaufen März 1935 (Wiborg, Finnland); private Geburtstagsglückwünsche in schwedischer Sprache.
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Objekt: 1935_sfio
Objekt: 1935_gb
Objekt: 1935_amitie
 
Frankreich
Titel (Französisch): Paul Rivet / Germaine Monnet / Ziromsky / La 5e Section Socialiste S.F.I.O.
Übersetzung: Die 5. Sozialistische Sektion SFIO. 
Herausgeber: SFIO.
Hintergründe: Die Wahlwerbe-Postkarte zeigt neben dem Bildnis des bekannten sozialistischen Juristen, Schriftstellers und Politikers Léon Blum (1872-1950) die Porträts von Kandidat(inn)en zu den Pariser Gemeinderatswahlen (élections municipales) am 5. und 12. Mai 1935, bei denen die Sozialisten in der Hauptstadt aber nur auf 11,5 % kamen. Dennoch hielt landesweit der Linkstrend an. // SFIO ist die 1905 gegründete Französische Sektion der Arbeiter-Internationale (SFIO).
Nach dem Untergang der zweiten Internationale und der Gründung der Dritten I. (der Komintern) gründete sich am 21. Mai 1923 in Hamburg die Sozialistische Arbeiterinternationale, die bis zum 2. Weltkrieg bestand.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1935.

Großbritannien
Titel (Englisch): STARVATION / SLUMS / EMPIRE SLAVERY / MEANS TEST / SPEED-UP / WAGE CUTS / WAR AND NEW WARS.
Adressseite: Capitalism pays its puppets, the King & Queen, £470,000 yearly. They have drawn this dole for 25 years. During this time, the working class has lost a million dead in the world war. For 2,000,000 workers there is no hope of a job, “scrap” McDonald called them. Hunger, slums, and worsening conditions have been the lot of the workers. And yet we are asked to Jubilate over 25 years of such a reign! Fight to make an end of these conditions and Build a Socialist Britain! Take your place in the ranks of the Communist Party!
Übersetzung: Hunger / Slums / Empire-Sklaverei / Bedürftigkeitsprüfung für Arme / Erhöhung des Produktionstempos („Beschleunigung“) / Lohnkürzungen / Krieg und neue Kriege.
Adressseite:
Der Kapitalismus lässt seine Marionetten, King & Queen, für 470.000 £ jährlich tanzen. Seit 25 Jahren bekommen sie diese Almosen. Während dieser Zeit hat die Arbeiterklasse eine Million Tote im Weltkrieg verloren. Für 2.000.000 Arbeiter gibt es keine Hoffnung auf einen Job, von [Premierminister] McDonald "Schrott" genannt. Hunger, Slums und sich verschlechternde Lebensbedingungen wurden das Los der Arbeiter. Und doch sind wir zum Jubeln auf 25 Jahre einer solchen Herrschaft aufgefordert! Lasst uns kämpfen, um diesen Verhältnissen ein Ende zu machen und ein Sozialistisches Britannien aufzubauen! Reihen Sie sich ein in die Kommunistische Partei!
Künstlersignatur: -
Künstler / Herausgeber: S. French.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1935.
Frankreich
Titel: Pour l’envoi de vos délégués aux journées nationales d’amitié pour l’union soviétique / Paris 9-10 Juin 1935.
Übersetzung: Um Ihren Delegierten die Teilnahme an den Nationalfeiertagen der Freundschaft in der Sowjetunion zu ermöglichen.
Herausgeber: Edition des Amis de l’Union Soviétique, Paris.
Künstlersignatur: -
Hintergründe: Spendenkarte des Verbandes "Freunde der Sowjetunion" zur Finanzierung der Delegationsfahrten in die UdSSR.  // Serie. Es liegen dem Projekt zwei Ausgaben mit abweichenden Motiven zum Wert von 0,50 und 1,00 Franc vor.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juni 1935.
  
 
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Objekt: 1935_sumatra
Objekt: 1935_tha
Objekt: 1935_altenberg
Objekt: 1935_soukup
Sumatra (Niederländisch Indonesien)
Titel (Englisch): Rubber Estate.
Übersetzung: Kautschukplantage.
Herausgeber: -
Hintergründe: Bis zum Ende des 19. Jhs. hatten ausländische Investoren von einheimischen Füsten auf Sumatra große Ländereien erworben. Sie forcierten die Ausbeutung von Land und Menschen durch die Einführung moderner Methoden - wie das Plantagensystem - beim Tabak-, Gewürz-, Kaffee- und Kautschukanbau. Neben niederländischen Kapital floss dabei besonders solches aus den USA, England, Schweiz, Frankreich und Belgien nach Sumatra. Um den hohen Bedarf an ungelernten Arbeitskräften zu decken, wurden viele Chinesen angeworben, die sich der firmeneigenen Justiz auf den abgelegenen Plantagen zu unterwerfen hatten. Das Foto zeigt zwei einheimische Arbeiter in einer Kautschukplantage.
Postalische Merkmale: Gelaufen Juli 1935 (Sumata nach Clichy, Frankreich).
Frankreich
Titel (Französisch): Pour la libération de Ernst Thaelmann.
Übersetzung: Für die Befreiung Ernst Thälmanns.
Herausgeber: -
Hintergründe: Volksfront-Kundgebung in Frankreich. Transparent mit Aufschrift "Für die Befreiung Ernst Thälmanns". Die Aufnahme entstand wahrscheinlich bei der großen Demonstration in Paris am 14. Juli 1935, möglicherweise auch im Folgejahr zum gleichen Anlass. Die Demonstration am 14.7.1935 gilt als Geburtsstunde der Volksfront. Die Befreiungskampagne für den KPD-Vorsitzenden hatte international in vielen Ländern zu Kundgebungen und Solidaritätsaktionen geführt, die erst mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 abklangen. Ernst Thälmann wurde 1944 im KZ Buchenwald ermordet. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1935.
ČSR
Titel: Proletarische Helden! / gefallen am 4./7.1935 bei Altenberg.
Herausgeber: s. Hintergründe.
Hintergründe: Gedenkkarte für die Opfer der illegalen Grenzarbeit, getötet infolge Verrats bei einem Schusswechsel mit Gestapobeamten an der Schneise 31 bei Altenberg im Erzgebirge am 4. Juli 1935. Kurz nach diesem Geschehen haben Mitglieder der KPČ und der DSAP in Eulau / Jílové u Děčína (ČSR) gemeinsam die Karte hergestellt. Das Klischee beschaffte ein sozialdemokratischer Fotograf. Der Absatz beiderseits der Grenze soll so erfolgreich gewesen sein, dass die Karte mehrere Auflagen erlebt hat und hiervon auch Fotoabzüge im Umlauf waren. Auf der Karte sind unter den Porträts die Namen der drei getöteten Antifaschisten wiedergegeben: Max Niklas, Walter Richter und Artur Tiermann. // Am Ort des Geschehens erinnert ein 2,70 Meter hoher Gedenkstein an den dreifachen Mord. Errichtet wurde er Ende der 1940er oder in den 1950er Jahren. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1935.
ČSR
Titel (Tschechisch): Sjezd D.T.J. v Bratislavě 8.VII.1935.
Übersetzung: Treffen des DTJ am 8. VII. 1935 in Bratislava.
Fotostudio: Foto Pohl, Bratislava.
Hintergründe: Der sozialdemokratische Politiker Dr. František Soukup (1871-1940) bei einem Treffen des sozialdemokratischen Sportbundes DTJ in Bratislava (DTJ = Dělnická Tělovýchovná Jednota). Soukup vertrat seine Partei, die Tschechoslowakische Sozialdemokratische Arbeiterpartei (ČSDSD, 1918-1938), in der Sozialistischen Internationale. Nach der Besetzung seines Landes 1939 wurde er von den Nazis mehrere Monate in Haft gehalten, an deren Folgen er 1940 starb.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1935.
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Objekt: 1935_joc

Objekt: 1935_barbusse
Objekt: 1935_carlu
 
Belgien
Titel (Französsich): LES PIONNIERS DU MOUVEMENT JOCISTE.
Übersetzung: Die Pioniere der Jocisten-Bewegung. 
Herausgeber: Edition Jociste, Bruxelles.
Hintergründe: Die "Jeunesse Ouvrière Chrétienne" (JOC, deutsch "Christliche Arbeiterjugend" / CAJ) ging aus einer von Joseph Cardijn (1882-1967) gegründeten Bewegung hervor. Als junger katholischer Arbeiterpriester ging Cardijn seit 1912 in den Arbeitersiedlungen seiner Pfarrei im Brüssel Stadtteil Laeken / Laken von Haus zu Haus, sah dabei die erbärmlichen Lebensverhältnisse der Arbeiterfamilien und wandte sich den Nöten der Jugendlichen zu. Er baute katholische Arbeiterjugendgruppen auf. Der erste JOC-Kongress mit 600 Delegierten fand im April 1925 in Brüssel statt. Die Bewegung breitete sich in 40 Jahren über mehr als 100 Länder aus, weil die Probleme der Arbeiterjugend sich in den meisten Ländern ähnelten. Diese Gemeinsamkeit drückte sich auch in den Grundsätzen aus:  Internationalität, Völkerverständigung, Solidarität; Forderung von Ausbildungsplätzen, nach Jugendschutz und Förderung der Jugend. Die JOC / CAJ ist offen für alle Jugendlichen, hat aber ihre weltanschauliche Heimat in der katholischen Kirche. // Mit der Postkarte, die möglicherweise zur Erinnerung an den 10 Jahre zuvor stattgefundenen Gründungskongress erschienen ist, werden folgende Vorkämpfer und Aktivisten der Jocisten namentlich gewürdigt: Fernand Tonnet, Jean Schellekens, Paul Garcet, Alphonse Devos, Jacques Meert sowie Léonard Beyns.
Postalische Merkmale: Gelaufen August 1935 (Brüssel).
Frankreich
Titel (Französisch): Henri Barbusse / 17 mai 1873 – 30 août 1935 / l’Auteur du livre „Le Feu“, l’Apôtre de l’action mondiale contre la guerre et le fascisme, l’Homme dont la vie a été consacrée à la grande cause de l’unité des travailleurs.
Übersetzung: Henri Barbusse. 17. Mai 1873 - 30. August 1935. Autor des Buches «Le Feu», Apostel der Weltaktion gegen Krieg und Faschismus; ein Mann, der sein Leben der großen Sache der Arbeitereinheit gewidmet hat.
Herausgeber: Comité Mondial contre la guerre et le fascisme (Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus), Paris.
Postalische Merkmale: -
Datierung: August 1935.
Frankreich
Titel (Französisch): Bénéfices pour les uns / pour les autres La Mort.
Übersetzung: Erträge für jeden / Für die anderen den Tod.
Herausgeber: Office de Propaganda pour la Paix, sowie: Comité d’Action pour la S.D.N.
Künstlersignatur: -
Künstler:
Jean Carlu? 
Postalische Merkmale: Gelaufen August 1935 (Hayange, Lothringen).
 
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Objekt: 1935_embassy

Objekt: 1935_rotkreuz
Objekt: 1935_ethiopia
Objekt: 1935_cachin
 

Großbritannien / Italien
Titel (Englisch): How proud you must feel of your killer of black babies!
Übersetzung: Sie können stolz sein auf Ihren Killer, den Mörder von schwarzen Kleinkindern! 
Herausgeber: -
Hintergründe: An die italienische Botschaft in London gerichtete, individuell gestaltete Protestkarte vom 4. Oktober 1935 gegen den am Vortag begonnenen Überfall Italiens auf Abessinien (Äthiopien). Wie der aufgeklebte Zeitungsausschnitt zeigt, präsentierte sich Mussolini in der Öffentlichkeit als stolzer Bomberpilot bei den Luftangriffen auf die abessinische Stadt Adua. Die barbarische Kriegsführung mit Senfgaseinsatz, Bombenangriffen und Einäscherung vieler Dörfer kostete 350.000 bis eine Millionen Äthiopiern das Leben. // Unikat.
Postalische Merkmale: Gelaufen Oktober 1935 (London).
Äthiopien / Frankreich
Titel (Französisch): quelles que soient vos opinions, au nom de l’Humanité: Sauvez-les! / Vendu 1 franc au profit de la Croix Rouge Ethiopienne.
Übersetzung: Was auch immer Ihre Ansichten sind, Im Namen der Menschlichkeit: Retten Sie sie! / 1 Franc zugunsten des Äthiopischen Roten Kreuzes.
Herausgeber: Comité d’Assistance aux Victimes de la Guerre en Ethiopie, Paris.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Oktober 1935.

Äthiopien / Frankreich
Titel (Französisch): Pour Le Désarmement des Nations.
Übersetzung: Für die Abrüstung der Nationen. 
Herausgeber: Office de Propaganda pour la Paix, sowie: Comité d’Action pour la S.D.N.
Künstlersignatur: JEAN CARLU
Künstler:
Jean Carlu (1900-1997), französischer Grafiker und Plakatkünstler.
Hintergründe: Karte mehrerer internationaler Frauen- bzw. Antikriegsorganisationen mit der Forderung an den Völkerbund in Genf (an welchen die Karte gerichtet ist), das Morden in Äthiopien zu beenden. Jean Carlus aufrüttelndes Motiv wurde in der Folgezeit zu einem vielfach verwendeten Antikriegsemblem schlechthin. // Das faschistische Italien überfiel Abessinien (Äthiopien) ohne Kriegserklärung am 3. Oktober 1935. Mussolini begann einen kolonialen Eroberungsfeldzug unter dem Vorwand, in Äthiopien die Sklaverei beseitigen zu wollen. Äthiopien war eine konstitutionelle Monarchie, deren Feudalordnung ein für afrikanische Verhältnisse entwickeltes Staatswesen unterhielt, darunter eine recht moderne Armee, die zu besiegen Mussolini nur gelang, weil er Giftgas einsetzte. Der Krieg Italiens gegen Äthiopien 1935-1941 war der erste faschistische Völkermord und Vernichtungskrieg überhaupt. 38 italienische Kommunisten kämpften auf Seiten der Äthiopier.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Oktober 1935. 
Frankreich
Titel (Französisch): MARCEL CACHIN / Un pionnier du Prolétariat révolutionnaire français / Pour la propagande communiste.
Übersetzung: Marcel Cachin, ein Pionier des revolutionären französischen Proletariats / Für die kommunistische Propaganda.
Verlag / Herausgeber / Druckvermerk: -
Hintergründe: Marcel Cachin (1869-1958), einer der bekanntesten Führer der französischen Kommunisten; Haftstrafen wegen seines Widerstands gegen die Ruhrbesetzung 1923 und gegen den Marokkokrieg 1927. 1935 erster kommunistischer Senator im französischen Parlament. Wahrscheinlich ist die Karte anlässlich seiner Wahl zum Senator erschienen.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Oktober 1935.
 
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  Objekt: 1935_noel
Objekt: 1935_theater
Objekt: 1935_sowchose
Objekt: 1936_pauker
 

Äthiopien / Frankreich
Titel (Französisch): NOËL des émprisonnés / des blessés ethiopiens / des orphelins de guerre / des proscrits antifaschistes / Le devoir accompli.
Übersetzung: Weihnachten für die Inhaftierten / für die äthiopischen Verletzten / für die Kriegswaisen / für die antifaschistischen Geächteten / Eine Pflicht getan.
Herausgeber: SRI, Paris.
Künstlersignatur: ANTONI
Hintergründe: Mit "antifaschistischen Geächteten" sind politische Emigranten aus Mussolinis Italien und aus Hitlerdeutschland gemeint.
Postalische Merkmale: Kein Zudruck.
Datierung: Dezember 1935.

Niederlande
Titel (Niederländisch): Het Kinder Theater / "De vrolijke Brigade".
Übersetzung: Kindertheater "Die fröhliche Brigade".
Herausgeber: s. Titel.
Hintergründe: Werbepostkarte des Amsterdamer kommunistischen Kindertheaters "Die fröhliche Brigade"; Szenenbild aus "Wer wir sind und was wir wollen". Gegründet wurde das Ensemble 1924 von Ida Last, angeregt durch Eindrücke ihres Ehemanns, des sozialistischen Schriftstellers Jef Last, der in Moskau Aufführungen von Kindertheatern erlebt hatte. Das Ensemble trat ab 1935 unter dem Namen "die fröhliche Brigade" auf. Es brachte Antikriegsstücke und Volkstänze auf die Bühne. In der 2. Hälfte der 30er Jahre bereiste die Gruppe in einem Wohnwagen das Land. Nach der Sommertournee 1938 in Dänemark löste sich die Gruppe auf.  /  Jef Last war einer der wenigen Sozialisten, die ab 1936 in den Reihen der Internationalen Brigaden die Spanische Republik gegen die Franco-Putschisten verteidigten.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1935.

Sowjetunion
Titel (Russisch): Уборка хлеба сноповязалкой в Бессарабской Коммуне им. Котовского (Украина).
Übersetzung: Ernte-Mähbinder in der bessarabischen Kotowski-Kommune (Ukraine).
Verlag: Isogis (Изогиз; Staatsverlag für bildende Künste) Leningrad.
Druck: "Rabotshey gasety", Moskva. 
Fotograf: М. Каценко / M. Katzenko. 
Hintergründe: Teil einer Serie. // Nach dem beispiellosen Wirtschaftsaufschwung in den Jahren 1928-1932 entwickelte sich die Sowjetunion trotz aller Rückschläge (Hungersnot 1932 / 1933 in der Ukraine) bis zum Zweiten Weltkrieg zum zweitstärksten Industrieland der Welt. Während die Länder außerhalb der Sowjetunion unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise zu leiden hatten, entstand auf einem Sechstel der Erde ein Staat, der politisch und wirtschaftlich autark wurde. Der Preis dieser Errungenschaft war der rücksichtslose Disziplinierungsgrad (der so vielen Menschen das Leben kostete) und der zurückbleibende Lebensstandard. Doch durch die gewonnene hohe ökonomische Potenz und Dynamik war das Land in der Lage, dem Angriff des militärisch hochgerüsteten Nazideutschlands standzuhalten. // Die Karte soll - nach Kollektivierung und Hungersnot - die Unumkehrbarkeit des Fortschritts in der Landwirtschaft demonstrieren. // Mähbinder waren die Vorläufer der heutigen Mähdrescher. Sie banden das gemähte Getreide zu Garben und legten diese auf dem Feld ab. // Die Kotowski-Kommune hat sich nach dem sowjetischen Bürgerkriegshelden Grigorij I. Kotowski (1881-1925) benannt.  
Postalische Merkmale: -
Datierung: Undatiert, etwa Mitte 30er Jahre. 
Rumänien / Frankreich
Titel: Anna Pauker.
Herausgeber: Comité de Défense des victimes de la terreur blanche dans le Balkans, Paris.
Hintergründe: Solidaritätskarte für die in Rumänien
1935 inhaftierte Kommunistin und Jüdin Anna / Ana Pauker (1893-1960), gerichtet an das Zentralgefängnis in Bukarest. Nach einer ersten Haft 1923 / 1924 im Frauengefängnis Dumbraveni (Sibiu), wo sie für gleichgesinnte Haftgenossinnen Kurse in Französisch, Deutsch, marxistischer Theorie und Ökonomie gab und viele Häftlinge auf einen Abiturabschluss vorbereitete, emigrierte sie in die Schweiz (wo sie einst Medizin studiert hatte), später nach Frankreich. Während des großen Eisenbahnerstreiks 1933 in Bukarest-Griviţa kehrte Ana Pauker im Auftrag der Komintern nach Rumänien zurück, übernahm Aufgaben in den Balkanstaaten und arbeitete illegal für die Rumänische Kommunistische Partei. Im Juli 1935 wurde sie mit zwei Genossen verhaftet (während der Verhaftung wurde sie durch einen Schuss verletzt). Im Juni 1936 begann der Hochverratsprozess gegen sie und 18 weitere Kommunisten. "Pauker sprach vor Gericht so leidenschaftlich, dass sie rasch Vergleiche zu Georgi Dimitrov in Leipzig zog" (Robert Levy). Zehn Jahre Gefängnis lautete das Urteil gegen Ana Pauker. 1941 kam sie durch einen Gefangenenaustausch zurück in die Sowjetunion. // Die Karte wurde herausgegeben von Henri Barbusses "Komitee für die Verteidigung der Opfer des weißen Terrors auf dem Balkan" in Paris.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1935 / 1936.
 
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1936  

Objekt: 1936_lawson

Objekt: 1936_jaffa

Objekt: 1936_lafleur
Objekt: 1935_charleval
Großbritannien
Titel (Englisch): Heil gran'pop!
Herausgeber / Verlag: Valentine & Sons, Dundee and London.
Hintergründe: Verulkung des Hitlerreiches in der sonst unpolitischen Comic-Reihe: Valentine's "Lawson Wood" Postcards. 
Postalische Merkmale: Gelaufen Februar 1936 (Woodford).
Palästina
Titel (Englisch): Riots in Jaffa.
Übersetzung: Unruhen in Jaffa.
Herausgeber: -
Hersteller / Stempelaufdruck: Copyright by R. Gross; Jaffa & Tel-Aviv.
Hintergründe: Das Bild zeigt die Sprengung einer Massendemonstration am 19. April 1936 durch britische Polizei sowie Kolonialtruppen in Jaffa. Dieses  brutale Vorgehen war der Auslöser für den nachfolgenden Aufstand der Araber in Jaffa, zu dem Amin al-Husseini, Mufti von Jerusalem, aufgerufen hatte. Kam es zunächst zu spontanen Arbeitsniederlegungen und Ladenschließungen, weiteten sich diese zu einem Generalstreik in ganz Palästina aus, der 6 Monate anhielt. Die Gründe für den Aufstand lagen in dem systematisch betriebenen Raub arabischen Landes, in der wirtschaftlichen Krise (die u.a. bewirkte, dass arabische Arbeiter durch jüdische ersetzt wurden), in der Situation der vertriebenen Dorfbewohner, die andernorts Arbeit suchen mussten und in den politischen Signalen aus dem Irak und aus Syrien, wo sich die Bevölkerung teils erfolgreich gegen die Mandatsmächte zur Wehr setzte. Entsprechend waren die Forderungen der Streikenden: Stopp der jüdischen Einwanderung und des Landtransfers, Unabhängigkeit Palästinas und demokratische Wahlen. Der Kampf war gegen die britische Mandatsherrschaft und auf eine Unabhängigkeit des Landes gerichtet, hatte also eine antiimperialistische Stoßrichtung. Allerdings spielte sich in Palästina der Konflikt an mehreren Fronten zugleich ab, verschärft durch die jüdische Einwanderung: innerhalb der arabischen Gesellschaft; zwischen Briten und der Bevölkerung im Mandatsgebiet; zwischen Zionisten und arabischen Juden und zwischen jüdischen Unternehmern, welche die billigen arabischen Arbeitskräfte bevorzugten, und den jüdischen Arbeitern. Dieser Konflikt wurde immer mehr ethnisiert und erschien äußerlich letztlich als Kampf zwischen Juden und Arabern. Auch innerhalb der Kommunistischen Partei, wo viele Mitglieder noch ihre Hoffnung an eine soziale Revolution als gemeinsames Ziel von Arabern und Juden knüpften, kam es zu Auseinandersetzungen, da der zunehmende Einfluss der chauvinistischen Kräfte im arabischen und im jüdischen Lager auch innerhalb der KP nicht folgenlos blieb. Der Aufstand dauerte bis August 1939 und wurde von den Briten niedergeschlagen. Zu erwähnen ist, dass es bereits in den Jahren zuvor (1929, 1933 und 1935) aus den gleichen Gründen zu Revolten gegen die britische Mandatsmacht gekommen war.
Postalische Merkmale: -
Datierung: April 1936.
Frankreich
Titel (Französisch): Le Nationalisme c’est La Guerre / Si tu veux dissiper le Nuage Nationaliste... / Si tu veux Moissonner en Paix / Vote pour le Parti Radical Socialiste.
Übersetzung: Nationalismus ist Krieg / Wenn Sie die nationalistische Wolke zerstreuen wollen ... / Wenn Sie in Frieden ernten wollen / Dann stimmen Sie für die Radikal-Sozialistische Partei.
Herausgeber: Parti Radical Socialiste, Paris.

Hintergründe: Die 1901 gegründete Radikal-Sozialistische Partei war eine linksliberale, reformistische, antiklerikale Partei, die an fast allen Regierungen der 3. und 4. Republik führend beteiligt war. Die Partei ging Anfang 1936 mit den Sozialisten und Kommunisten ein Wahlbündnis ein (gemeinsames (Wahlprogramm vom 10. Januar 1936). Dieses Bündnis, Volksfront genannt, ging aus den Parlamentswahlen im Mai als Sieger hervor.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Januar bis Mai 1936.
Frankreich
Titel (Transparentaufschriften, Französisch): à bas le fascisme / Front populaire pour la pain et la liberté.
Übersetzung: Nieder mit dem Faschismus / Volksfront für Brot und Freiheit.
Herausgeber / Fotostudio: E. Legros, Charleval, Photographe.
Hintergründe: Transparent "Volksfront für Brot und Freiheit". Nach dem Wahlsieg der "Front populaire" (Volksfront) im Mai 1936 kam es im ganzen Land zu Freudenkundgebungen, wie (auf dem Bild) in der Kleinstadt Charleval in der Normandie. Das Schild zeigt den designierten Ministerpräsidenten Léon Blum. Es ist eine selten gelungene Aufnahme, die die Begeisterung vieler Menschen über den Wahlsieg zeigt.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai 1936.
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Objekt: 1936_arac
Objekt: 1936_prestes
Objekt: 1936_gerasow
Objekt: 1936_picketers
Frankreich
Titel (Französisch): L’Union des Travailleurs vaincra de Fascisme / adhérez aux groupes défense antifasciste de L’A.R.A.C.
Übersetzung: Die Einheit der Arbeiter besiegt den Faschismus / tretet den antifaschistischen Verteidigungsgruppen der A.R.A.C. bei.
Herausgeber: ARAC, Paris.
Hintergründe: Postkarte des ARAC („Republikanischer Verband der ehemaligen Kämpfer und Opfer des [ersten] Weltkriegs“). Er setzte sich für die Entschädigung und Unterstützung der Kriegsopfer und –versehrten ein und trat gegen Krieg und Faschismus auf. Serie. Siehe auch Objekt 1932_arac.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mai bis Juli 1936.
Frankreich / Brasilien
Titel (Französisch): la france de a liberté les sauvera.
Übersetzung: Frankreich hat die Freiheit, sie zu retten.
Herausgeber: Secours Rouge de France, Paris. 
Künstlersignatur: ANTONI
Hintergründe: Aufruf der Roten Hilfe zur Freikämpfung der in faschistischen Ländern inhaftierten Antifaschisten Anna Pauker, E.Thälmann, C.v.Ossietzky, E.André, U.Terracini und Carlos Prestes, zugleich Solidaritätskarte für den in Brasilien inhaftierten Carlos Prestes, der nach einem gescheiterten Aufstandsversuch in Brasilien im März 1936 verhaftet worden war. Die Karte ist an Carlos Prestes (Rio de Janeiro) voradressiert.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Mitte 1936.

 



Bulgarien
Titel (Bulgarisch): роден на 2 IX 1902 – убит на 7 VII 1936 / Крустю Герасов / убит 7 юлий 1936г. от фашистиката полиция.
Übersetzung: Geboren am 2.9.1902 –  ermordet am 7.7.1936 / Krustju Gerasow / ermordet am 7. Juli 1936 von der faschistischen Polizei.
Fotostudio: Studio – d’Art Henri, Paris.
Hintergründe: Fotokarte zur Erinnerung an den ermordeten Revolutionär Krustju Gerasow. Gerasow wurde 1902 in Rousse geboren, absolvierte dort die Technische Hochschule und arbeitete nach Abschluss des Studiums als Mechaniker. 1928 ging er nach Frankreich, wo er in verschiedenen Orten Arbeit fand und Mitglied der KP Frankreichs wurde. 1935 aus Frankreich ausgewiesen, kehrte er nach Rousse zurück, wo er bei Siemens eine Stelle bekam (Bulgarien war in den Jahren der Monarchodiktatur wirtschaftlich stark von Deutschland abhängig). Er wurde Mitglied des Kreiskomitees der KP Bulgariens in Rousse. Bei der Herstellung von illegalen Propagandamaterialien im Wald zwischen den Dörfern Basarbowo und Krasen wurde er von der Polizei aufgespürt und ermordet. Die Repressionsorgane unter Zar Boris III. verfolgten die illegale Presse der verbotenen Arbeiterparteien erbarmungslos; zwischen 1935 und 1938 wurden von der Polizei 14 Parteidruckereien ausgehoben. // Im Jahr 1993 sind in Rousse alle nach Kommunisten benannten Straßen umbenannt worden, auch die Straße, die Gerasows Namen trug.  
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1936.


USA
Titel (Englisch):
Detroit Autoworkers' Strike / 7-26-‘36.
Übersetzung: Streik der Autowerker am 26. Juli 1936 in Detroit. 
Hintergründe: Bis zum legendär gewordenen Sit-down-Streik vom Winter 1936 / 1937 in Flint bestimmten in den Fabrikstandorten von General Motors im Bundesstaat Michigan (Flint, Lansing, Detroit, Toledo und Pontiac) das System "Speed-up, seniority, overbearing foremen" (Anhebung des Arbeitstempos; dienstalterabhängiges Einkommen; Vorarbeiterherrschaft) das brutale Arbeitsregime. Die Ehefrau eines Arbeiter beschrieb den Feierabend ihres Mannes so: "Wenn er von Arbeit kommt, ist er so hundemüde und fertig, dass er nur noch in der Lage ist, auf allen vieren in sein Bett zu kriechen". Das Existenzminimum lag für eine Familie in den USA im Jahr 1935 bei 1600 US-Dollar, aber ein Autowerker verdiente im Schnitt nur 900 $. Um Gewerkschaftsarbeit in den Standorten zu unterbinden, unterhielt GM ein gigantisches Spitzelsystem; außerdem kooperierte das Unternehmen mit der faschistischen "Black Legion", die aktive Gewerkschafter terrorisierte. Im Sommer 1936 führte dieses ganze bedrückende System von Drill, Angst und Unterdrückung in Verbindung mit einer Hitzewelle zu unmenschlichen Verhältnissen in den Fabriken. Hunderte Arbeiter starben an ihren Arbeitsplätzen. Nun begannen Gewerkschafter, die Arbeiter zu organisieren. Am 30. Dezember, als GM erste Anlagen auslagern wollte, um die Fabrikation in eine gewerkschaftlich wenig tangierte Region zu verlegen, blockierten Aktivisten den Abtransport; zugleich begannen die Arbeiter des Fisher-One-Werkes in Flint (ein Produktionsstandort für Buick) mit der Besetzung ihrer Fabrik, einem Sit-down-Streik. Nach dramatischen sechs Streikwochen trug die United Auto Workers (UAW), die Gewerkschaft der Autowerker, den Sieg davon (unter anderem 5% mehr Lohn). Zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten musste ein Unternehmen die Forderungen einer unabhängigen, landesweit operierenden Gewerkschaft anerkennen. Der Sieg führte zu einem enormen Aufschwung der Streikbewegung für höhere Löhne. Überall im Lande kam es zu erfolgreichen Sit-down-Streiks. // Die Fotopostkarte zeigt sogenannte Picketers, also eine in den USA entwickelte Form der Streikpostenkette, die den Einsatz von Streikbrechern verhindern oder / und für die Streikziele werben sollte. Die Sit-down-Streiks waren weitaus wirkungsvoller, weil sie verhinderten, dass Streikbrecher die Arbeitsplätze besetzen konnten.
Herausgeber: -
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1936.
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1936_einheitsfront
1936_etkar
1936_sarre
1936_benario
Frankreich
Titel (Französisch): 14 Juillet de la liberté contre l’oppression & le fascisme / sous le drapeau de l’unité dans la solidarité / Ouvrez les bastilles ! / F 0.50.
Übersetzung: 14. Juli - Gegen Unterdrückung und Faschismus / Unter der Fahne der Einheit in Solidarität / Öffnet die Festungsmauern!
Herausgeber: IRH, Paris.
Künstlersignatur: mharangoe 1936 [od. mhorange 1936]
Hintergründe: Aufruf zur großen Manifestation der Volksfront zum Nationalfeiertag am 14. Juli 1936 zwischen den Plätzen der Bastille und der Nation in Paris. Die Front populaire (Volksfront) war im Mai 1936 siegreich aus den Parlamentswahlen hervorgegangen. Karte mit vorgedruckten Empfänger: Monsieur le Président de la République, Elysée, Paris. 
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1936.
Frankreich od. Belgien
Titel (Französisch, Deutsch): Edgar André / Né en 1894, condamné à mort le 10 juillet 1936 par le Tribunal Hanséatique de Hambourg / Geboren 1894, am 10. Juli 1936 vom Hanseatischen Strafsenat in Hamburg zum Tode verurteilt.
Herausgeber: -
Hintergründe: Etkar André, 1894 in Aachen geboren, in einem Brüsseler Waisenhaus aufgewachsen, erlernte das Schlosserhandwerk und wurde mit 17 Jahren Mitglied der Sozialistischen Partei Belgiens. 1920 trat er in Koblenz der SPD bei, ab 1922 lebte er in Hamburg, wo er sich für die Erwerbslosen engagierte. 1923 trat er zur KPD über. Er war Mitbegründer und Vorsitzender der RFB-Ortsgruppe Hamburg (Dezember 1924 bis Verbot im Mai 1929). // Zeitgenossen schilderten Etkar André als außergewöhnliche Persönlichkeit, hoben seine große Kameradschaftlichkeit, seine Beliebtheit und seine unkonventionellen Methoden hervor. Seinen Gegnern galt er als "der böse Dämon der Wasserkante". Kurz nach dem Reichstagsbrand wurde André am 5.3.1933 in Harburg verhaftet. Im Mai 1936 begann in Hamburg vor dem Oberlandesgericht der Prozess gegen ihn. Im Kern ging es darum, mit einem Todesurteil den Widerstand der illegalen KPD zu lähmen. Das Urteil erging am 10. Juli 1937. Die Vollstreckung folgte aus Rücksicht auf die internationalen Proteste sowie wegen der Olympischen Spiele in Berlin (August 1936) erst am 4.11.1936. Etkar André wurde im Innenhof des Untersuchungsgefängnisses Hamburg-Holstenglacis mit dem Handbeil enthauptet. // An "Reichskanzler Adolf Hitler, Berlin, Reichskanzlei" voradressierte Protestkarte mit der Forderung nach Aufhebung des Hamburger Todesurteils.
Postalische Merkmale: -
Datierung: Juli 1936.
Frankreich
Titel (Französisch): sous le signe de l’unité / 10 jours de solidarité pour les victimes du fascisme.
Übersetzung: Im Zeichen der Einheit / 10 Solidaritätstage für die Opfer des Faschismus.
Herausgeber: Französische Sektion der IRH.
Künstlersignatur: M.L.36
Hintergründe: Die Kampagne galt der Unterstützung der ersten spanischen Flüchtlinge in Frankreich ab Sommer 1936 und den verfolgten Antifaschisten im "heimgeholten" Saarland.
Datierung: Sommer 1936.
Frankreich 
Titel (Französisch): demandez sa libération / Olga Benario Prestes / La Femme de l’heroique defenseur du peuple bresilien extradée du Brésil en Allemagne hitlerienne, detenue à Berlin avec son enfant nouveau-né dans la prison de la gestapo.
Übersetzung: Fordert ihre Befreiung: Olga Benario-Prestes / Die Frau des heldenhaften Verteidigers des brasilianischen Volkes, von Brasilien an Hitlerdeutschland ausgeliefert, in Berlin mit ihrem neugeborenen Kind in einem Gefängnis der Gestapo eingekerkert.
Herausgeber: -
Hintergründe: Spendenkarte (wahrscheinlich von der IRH) für Olga Benario. Nach dem gescheiterten Aufstand in Brasilien unter Leitung des Kommunisten Luiz Carlos Prestes (1898-1990) im November 1935, wurden Prestes und Benario im März 1936 verhaftet. Brasilien lieferte die schwangere Olga Benario-Prestes am 21. September 1936 an Nazideutschland aus. Im April 1942 wird sie in Bernburg ermordet.
Postalische Merkmale: -
Datierung: September 1936.
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Großbritannien
Titel (Englisch, Schildaufschrift): Young Communist League London District Committee.
Übersetzung: Liga der Jungkommunisten London, Bezirkskomitee.
Herausgeber: -
Hintergründe: Infolge der Weltwirtschaftskrise litt auch England stark unter der Arbeitslosigkeit. Die gesellschaftlichen Spannungen nahmen zu. Die von Oswald Mosley geführte "British Union of Fascist" (BUF) bekam viel Zulauf. Am Nachmittag des 4. Oktober 1936 planten Mosleys Schwarzhemden einen provokativen Marsch durch das East End in London, das geprägt war durch einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil, durch die vielen Einwanderer, die sich hier niedergelassen hatten und durch die Fabrik- und Hafenarbeiter, die hier wohnten. Trotz der Petitionen jüdischer Verbände wurde der Aufmarsch genehmigt; mehr als 10.000 Polizisten sollten ihn absichern. Bereits am Sammelpunkt der aufmarschierten 3000 Faschisten in Aldgate (wo das East End beginnt) blockierten Tausende Kommunisten, jüdische Bewohner und Arbeiter die Straßen. Sie sangen immer wieder "They Shall Not Pass" (analog zum bekannten Schlagwort im Spanienkrieg "No pasaran!") und begannen gemeinsam mit den Anwohnern, in den Nebenstraßen Barrikaden zu errichten. Die Menge der Gegendemonstranten wuchs auf mehr als eine Viertelmillion Menschen an. Als 4000 berittene Polizisten, die zusätzlich herbeibeordert worden waren, den Weg freizuknüppeln begannen, empfing sie ein Hagel aus Pflastersteinen und Unrat. Auch der Versuch der Beamten, die Barrikade in der Cable Street zu räumen, scheiterte. Aus den Fenstern der anliegenden Häuser warfen Frauen Abfälle, verfaultes Gemüse, Flaschen und den Inhalt von Nachttöpfen auf die Polizisten hinab. Durch den geschlossenen Widerstand der Bewohner von East End musste die Polizei den Aufmarsch abbrechen und die Schwarzhemden unter starkem Schutz nach Westen umleiten. Während des Rückzugs der Nazis kam es noch zu zahlreichen Auseinandersetzungen. Die Polizei nahm über 150 Festnahmen vor, Dutzende Menschen wurden verletzt. Die Schlacht ging als "The Battle of Cable Street" in die Geschichte der britischen Arbeiterbewegung ein. War der Einfluss Mosleys bereits vor 1936 rückläufig, nahm die Bedeutung der Schwarzhemden nach ihrer Niederlage in East End noch weiter ab. // Unsere Foto-Postkarte zeigt eine Gruppe von jungen Kommunisten und andere Demonstrierende offensichtlich beim Anmarsch nach East End. 
Postalische Merkmale: -
Postalische Merkmale: -
Datierung:
Oktober 1936.
Jugoslawien
Titel (Serbisch): штрајк кројачких радника у лесковцу.
Übersetzung: Streik der Schneiderei-Arbeiter am 16.11.1936 in Leskovac.
Herausgeber: -
Hintergründe: Leskovac im südlichen Serbien hatte sich im 19. Jahrhundert nach Belgrad zur zweitgrößten Stadt Serbiens entwickelt. Wegen seiner zahlreichen Textilfabriken galt es als "Klein-Manchester". Die Folgen der Weltwirtschaftskrise ebbten in Jugoslawien nur langsam ab, im Jahr 1933 gab es 650.000 Arbeitslose (die Tagelöhner in der Landwirtschaft mitgerechnet). In zahlreichen Streikaktionen wurden erfolglos höhere Löhne gefordert. Auch in Slowenien kam es 1936 zu einem großen Textilarbeiterstreik. Da es keine Arbeitslosenversicherung gab, wurde Hunger zur Massenerscheinung. Die Textilindustrie hat sich in Jugoslawien erst nach dem Ersten Weltkrieg - von wenigen serbischen Betrieben abgesehen - nennenswert entwickelt; bis 1937 wurde sie zum wichtigsten Produktionszweig der Volkswirtschaft überhaupt. Dennoch war sie nicht in der Lage, den Inlandbedarf zu decken. Das macht den äußerst geringen Grad der Industrialisierung des Landes deutlich. So mussten bis zu 39% der staatlichen Haushaltausgaben in den Aufbau staatseigener Betriebe - besonders im industriell fortgeschrittensten Slowenien - aufgewendet werden. 
Postalische Merkmale: -
Datierung:
November 1936.
Jugoslawien
Titel (Serbo-Kroatisch): Štrajk 1936. 
Übersetzung: Streik 1936.
Herausgeber: -
Hintergründe: Die Fotopostkarte zeigt streikende Straßenbahner im Stadtteil Črnomerec der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Kroatien war bis 1941 Teilstaat des Königreichs Jugoslawien.
Postalische Merkmale: -
Datierung: 1936.
Dänemark
Titel (Dänisch): KrÆv nationernes afrustning / Vær med i Arbejdet mod Krigen – for Freden!
Übersetzung: Fordert nationale Abrüstung / Mach mit bei der Arbeit gegen den Krieg - für den Frieden.
Herausgeber: „Aldrig mere Krig“ - Forbund af absolutte Krigsmodstandere, Dansk Afdeling af The war resisters International.
Verlag: „Aldrig mere Krig“s Forlag, Vadstedvej, Hammel.
Künstlersignatur: JEAN CARLU
Künstler:
Jean Carlu (1900-1997).
Hintergründe:
Karte der dänischen Sektion der War Resisters International. Häufig in Zeitschriften, auf Plakaten und Postkarten vieler Länder wiederkehrendes Motiv.
Postalische Merkmale: -
Datierung: November 1936.

 


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