Deserteur? – Mit Stolz. Ich habe des Königs Fahne,
die mich gepresst, mit des Volks soldlosem Banner vertauscht.

Georg Herwegh, 1839-43

   
  


Bündnis Hamburger Deserteursdenkmal
Wir
erinnern an die Opfer der NS-Militärjustiz
und engagieren uns gegen Deutschlands
Beteiligung an jeglichem Krieg, gegen Aufrüstung
und Waffenhandel

                         




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Veranstaltungen, Tipps und Termine
Aktuell!  Buchauslieferung Sammelband: Hamburg und die Wehrmachtjustiz  Endlich: Der seit langem erwartete Sammelband von Historikerinnen und Historikern zur Militärjustiz im 2. Weltkrieg in Hamburg ist nun unter dem Titel "Rücksichten auf den Einzelnen haben zurückzutreten - Hamburg und die Wehrmachtjustiz im Zweiten Weltkrieg“ erschienen. Herausgeber des opulenten 400-Seiten-Werkes sind die KZ-Gedenkstätte Neuengamme und die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Das Buch kann bei uns bestellt werden. Bestellungen an info@feindbeguenstigung.de

Sa,  18. Mail 2019, 14:30 Uhr Langenhorn Stolpersteine für zwei Luftwaffensoldaten  Karl-Heinz-Barthel (*1922) und Otto Berger (*1920), beide aus Berlin stammend, als Soldaten auf dem Fliegerhorst Jagel (damals "Fliegerhorst Schleswig") stationiert, sind 1943 wegen eines nazikritischen Klospruchs und wegen Urlaubsübertretung zu Zuchthaus-Strafen (in Fuhlsbüttel) verurteilt worden. Zuchthaushäftlinge wurden auch in der Rüstungsproduktion eingesetzt, Barthel und Berger im "Kettenwerk" Langenhorn, damals mit der Messap GmbH einer der größten Rüstungsstandorte Hamburgs. Von dort sind die beiden Anfang 1944 ausgebrochen und mit der Bahn nach Berlin geflüchtet. Dort wurden sie einige Wochen später gefasst, vor ein Sondergericht gestellt, zum Tode verurteilt und Anfang Juli 1944 in Plötzensee hingerichtet. Beide am selben Tag. Einladung
Veranstalter: Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e.V. 
Ort: Eingangsbereich des neuen Bürogebäudes Langenhorner Chaussee 623, 22419 Hamburg
, nur wenige Schritte vom U-Bf. Ochsenzoll (U1) entfernt
So,  26. Mai 2019, 15-17 Uhr Antikriegs-Stück am Deserteursdenkmal  Krieg ohne uns!  An die Tradition der einstigen Klotzfeste anknüpfend, laden wir zur Aktion "Krieg ohne uns!" am neuen Deserteursdenkmal ein. Höhepunkt ist die Inszenierung von Connection e.V. über die Fahnenfluchten und Militärstreiks im Ersten Weltkrieg. Plakat
Veranstalter: Bündnis Hamburger Deserteursdenkmal. 
Veranstaltungsort: Deserteursdenkmal, unweit Stephansplatz, 20354 Hamburg



Jüngste Aktivitäten

Foto nko
13. April 2019 Haus der Wilden Weiden Gedenken am Höltigbaum  Wie nun schon seit vielen Jahren wartete das Osterbek-Gymnasium wieder mit einer Premiere auf. 26 Schülerinnen und Schüler aus dem Theaterkurs (11. Klasse) führten im "Haus der wilden Weiden" ihre Interpretation von Arthur Rimbauds 1870 entstandenem Gedicht "Der Schläfer im Tal" von einer scheinbar friedlichen Naturidylle auf. Sie vermittelten eine ganz unzweideutige Antikriegs-Botschaft, wie sie heutzutage selten ist, und ernteten viel Beifall im fast voll besetzten Haus, sowohl für die Intention ihrer Aufführung als auch für die eindrucksvolle Darstellungskunst aus Pantomime, Dialog und Sprechchor. Die Schülerinnen Jasmin Thießen und Milana Tran begleiteten das Stück mit einigen Liedern. Ein Flüchtling aus Syrien sprach über die Zwangsrekrutierung seines Bruders und berichtete von den deutschen Panzern, die die Türkei im Krieg gegen die Kurden einsetzt. Damit wurde wohl allen Anwesenden die brennende Aktualität des Osterbekschen Tal-Schläfers bewusst. Einladung

Elke Olsson mit Ludwig Baumann im Juni 2010 bei der ersten Gedenkveranstaltung für die hingerichteten Wehrmachtsdeserteure auf dem Friedhof Ohlsdorf. Foto Mundt
29. März 2019 Elke Olsson verstorben Manche von unseren Aktivist(inn)en werden sich erinnern: Bei unserer ersten öffentlichen Gedenkveranstaltung für die hingerichteten Wehrmachtsdeserteure auf dem Friedhof Ohlsdorf im Juni 2010 hat die in Schweden lebende Elke Olsson eindrucksvoll über das Schicksal ihres Vaters Willi Dittmann berichtet. Der Antifaschist Willi Dittmann aus Kiel gehörte zu jenen desertierten Soldaten, die nach ihrer Ergreifung und ihrem Todesurteil am 1. Februar 1945 Höltigbaum hingerichtet worden sind, wie mehr als zweihundert andere namentlich ermittelte Deserteure auch. Elke war es, die mit ihrer Anfrage bei der Willi-Bredel-Gesellschaft zu Dokumenten über ihren Vater den Stein ins Rollen gebracht hatte. Denn erst durch sie hat sich der Geschichtsverein mit den Opfern der NS-Militärjustiz befasst. Ihr Wille, den Vater und sein mutiges Handeln der Vergessenheit zu entreißen, führte nicht nur zur ersten Veranstaltung über diese Opfergruppe auf dem Ohlsdorfer Friedhof, sondern trug somit zur Gründung des "Bündnisses für ein Hamburger Deserteursdenkmal" bei. Am 29. März ist Elke in einem Seniorenheim in Sundsvall in ihrer Wahlheimat Schweden verstorben. Am 17. Mai 2019 wäre sie achtzig geworden.

Stefan Romey. Rechts von ihm Ursula Suhling (Foto nko)
21. Februar 2019, 19 Uhr Vortrag und Diskussion mit Stefan Romey  Rehabilitierung und Entschädigungspraxis für Wehrmachtsdeserteure und 999er Strafsoldaten  Stefan Romey von der Hamburger Stiftung für NS-Verfolgte sprach in den Vereinsräumen der Willi-Bredel-Gesellschaft über die Entschädigungspraxis seit 1945, die immer eng mit dem Ringen der Verfolgten des Naziregims um politische Anerkennung zusammennhing. Ursula Suhling stellte ihre Bemühungen vor, auch den 999er Strafsoldaten diese überfällige Anerkennung zuteil werden zu lassen und für sie am Lohsepark einen Gedenkort einzurichten.
8. Februar 2018 Verkehrsflächenbenennung  Ludwig-Baumann-Park in der Jenfelder Au  Nachdem vor einiger Zeit das Bündnis Hamburger Deserteursdenkmal den Antrag gestellt hat, in der Nachbarschaft der Kurt-Oldenburg-Straße in Hamburg-Wandsbek eine Verkehrsfläche nach Ludwig Baumann zu benennen, kam heute die erfreuliche Nachricht, dass der zuständige Ausschuss am 16. Januar dem Vorschlag zugestimmt hat. Es wird also einen Ludwig Baumann-Park geben. Wir werden im Vorfeld von Ludwigs 100. Geburtstag im Jahr 2021 die Benennung vornehmen. Zur Erinnerung: Die Kurt-Oldenburg-Straße im entstehenden Wohngebiet "Jenfelder Au" erhielt im Jahr 2016 in Anwesenheit von Ludwig Baumann ihren Namen. Hamburg
 
Weitere Aktivitäten
   
 
 

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informiert die Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e.V. Hamburg über die Aktivitäten des im Sommer 2010 gebildeten „Bündnisses Hamburger Deserteursdenkmal“. Das Bündnis bemüht sich um die Erinnerung an die Opfer der NS-Militärjustiz in Hamburg und engagiert sich gegen Deutschlands Beteiligung an jeglichem Krieg. Dem Bündnis gehören 18 Gruppen an (alphabetisch, Stand 1. Halbjahr 2019): Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V. | Arbeitskreis Antirassismus der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Hamburg | Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. | Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V. | Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gruppe Hamburg e.V. | Deutscher Freidenker-Verband LV Nord e.V. | Friedensinitiative Bramfeld | Geschichtswerkstatt St. Georg e.V. | Hamburger Bündnis gegen Rechts | Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung e.V. | Hamburger Freundinnen und Freunde der XI. Internationalen Brigade | Kuratorium Gedenkstätte Ernst Thälmann e.V. Hamburg | NaturFreunde Landesverband Hamburg e.V. | Projektgruppe für die vergessenen Opfer des NS-Regimes in Hamburg e.V. | Psychosoziale Arbeit mit Verfolgten e.V. | Stadtteilkollektiv Rotes Winterhude | Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. (VVN-BdA) Land Hamburg  | Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e.V. Hamburg.

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