Postkarten gegen Faschismus, Kriegsgefahr und
Kapital 1919-1939

Juni 2019.
Postkarte des Monats

"Eugen Leviné - Erschossen 6. 6. 1919". Gedenkkarte, "Verlag der K.P.D."
, undatiert (1919)
Eugen Leviné, ein Revolutionär mit
Realitätssinn, wurde 1883 in einem gutbürger-
lichen Hause in Petersburg geboren. Nachdem seine Mutter mit dem 14jährigen nach Deutschland übersiedelt war, studierte er in Heidelberg und promovierte. 1905 nahm er aktiv an der Revolution in Russland teil, wurde inhaftiert, konnte aber nach Deutschland zurückkehren. Er trat der SPD bei. Die KPD schickte ihn - er war Gründungsmitglied - Anfang März 1919 nach München. Seine überzeugende Sprache und seine Umsicht führten dazu, dass er im April 1919 von den Betriebs- und Kasernenräten Münchens zum Vorsitzenden des Aktionsausschusses gewählt wurde. Mit Geschick ging er daran, in Betrieben und Wohnvierteln Parteizellen der KPD einzurichten. Dadurch erkannte er rasch ihre Stärken und Schwächen und warnte vor der Illusion allzuleicht errungener Siege (was ihm bei Ernst Toller und anderen keine
Sympathien einbrachte).

Als Anfang Mai 1919 mit der einmarschierenden
Reichswehr und den Freikorps der weiße Terror in München zu wüten begann, wurde auf Eugen Leviné ein Kopfgeld von 10.000 Mark ausgesetzt. Er wurde verraten und verhaftet. Ein Standgericht verurteilte Eugen Leviné am 2. Juni 1919 in einer öffentlichen Sitzung zum Tode. Hier hielt Leviné seine letzte Rede, aus der eine Passage später geradezu sprichwörtlich geworden ist: "Wir Kommunisten sind alle Tote auf Urlaub. Dessen bin ich mir bewusst. Ich weiß nicht, ob Sie mir meinen Urlaubsschein noch verlängern werden oder ob ich einrücken muss zu Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Ich sehe jedenfalls Ihrem Spruch mit Gefasstheit und innerer
Heiterkeit entgegen".

Was folgte, war der erste Justizmord der
Weimarer Republik. Eugen Leviné wurde trotz der Proteste bekannter Persönlichkeiten Deutschlands am 5. Juni 1919 (nicht am 6.6.) im Gefängnishof Stadelheim
bei München erschossen.

Projekt
Stand:  24. Juni 2019

Die Postkarten
Neuzugänge und Korrekturen:

Hinzugefügt am 24.6.2019: Objekt 1925_avenir
1925 übernahm die französischen IRH-Sektion das Waisenhaus "L'Avenir social" bei Paris in seine Obhut, - eines der größten Projekte der Roten Hilfe für Arbeiterkinder.

Hinzugefügt am 24.6.2019: Objekt 1934_sportif
Der französische Sportverlag "Prestine-Velox" gab anlässlich der Arbeiter-Fußball-WM 1934 in Paris eine seiner überformatigen Sportfotopostkarten heraus.

Hinzugefügt am 10.6.2019: Objekt 1925_re
1925 richtete die französische IRH-Sektion auf der Ile de Ré an der französischen Westküste eine Ferienkolonie für Proletarierkinder ein und gab dazu eine Serie an Postkarten heraus.

Bei folgenden Postkarten konnte die Datierung präzisiert bzw. korrigiert werden:
1922_petro (bisher 1924): Fotoporträts eines jungen Kolchos-Arbeiters, Petropolis-Verlag Berlin 1922;
1925_maroc (bisher 1924-1926), nun auf Februar 1925 datiert: Karte der Kommunistischen Jugendorganisation Frankreichs gegen den Kolonialkrieg in Marokko.

Glossar & Abkürzungen

Kontakt

Medienresonanz

Ausstellungen


Trailer 90 sek




29. Mai, Hamburg

Ausstellung "Unterdrückte Völker,
vereinigt euch! Historische
 Postkarten gegen Kolonialismus
1918-1939" erfolgreich beendet.
200 Besucherinnen und
Besucher haben die Ausstellung
gesehen





 

 

 

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