Postkarten gegen Faschismus, Krieg
und Kapital 1919-1939


Vor 100 Jahren

Italienische Postkarte zum deutsch-sowjetischen "Vertrag von Rapallo" im April 1922



Titel (Italienisch): 1922 / Delegazione Russa alla Conferenza di Genova
[Russische Delegation zur Konferenz von Genua].
Signatur: FOT. GOL oder GOLD. Datierung: April 1922.
Verlag / Herausgeber: -

Die von England angeregte "Konferenz von Genua" (10.4. bis 19.5.1922) war vor allem einberufen worden, um die kriegsbedingte Zerrüttung der Weltwirtschaft zu regulieren, die Reparationen Deutschlands und die Schulden des untergegangenen Zarenreichs zu verhandeln. 34 Staaten nahmen daran teil. Für Sowjetrussland bedeutete die Teilnahme defakto seine internationale Anerkennung und die Überwindung der Isolation. Am Rande der Konferenz schlossen - für die anderen Konferenzteilnehmer überraschend - Deutschland und Sowjetrussland am 16. April 1922 den "Vertrag von Rapallo" (benannt nach dem Badeort südöstlich von Genua), der die Beziehungen zwischen beiden Staaten normalisierte. Der gegenseitige Verzicht auf Reparationsforderungen (kein Anspruch auf "Ersatz von Kriegskosten und Kriegsschäden", so wörtlich) stärkte die Position beider Länder gegenüber den imperialistischen Mächten Großbritannien, Frankreich und den USA. Von sowjetischer Seite nahmen an der Konferenz teil die auf der Fotomontage abgebildeten Diplomaten und Volkskommissare Adolf Joffe, Leonid Krasin (Krassin), Maksim Litwinow (auf der Postkarte irrtümlich L. Witinof genannt), Christian Rakowski, Georgi Tschitscherin und Wazlaw Worowski (Worowski wurde 1923 in der Schweiz von einem Exilrussen erschossen). Unterzeichnet wurde der Vertrag auf sowjetischer Seite von Georgi Tschitscherin, Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, und von deutscher Seite durch Außenminister Walther Rathenau. Letzterer erlag zwei Monate später, am 24. Juni 1922, einem Attentat der Terrornetzwerks "Organisation Consul", das in der Vertragsunterzeichnung einen Akt des Weltjudentums, der verhassten "Judenrepublik" und des Bolschewismus zur Unterwerfung Deutschlands erblickte.

 

Projekt
Stand:  3. Juli 2022

Neuzugänge:
1922_fete     Festpostkarte zum 3. Kantonsfest der Genfer Sozialistischen Partei, September 1922
1923_iah     Seltene Postkarte des Moskauer IAH-Ortsverbandes. Die Internationale Arbeiterhilfe wurde 1921 gegründet
1925_turn    Jubiläumskarte des Schweizerischen Arbeiter-Turn- und Sportverbands (SATUS), 1925
1925_konsum     Werbepostkarte der Vereinigten Schweizerischen Konsumvereine VSK, Basel 1925
1929_vieno     Der Wiener Arbeiteresperantist Leinmüller versendet in Esperanto eine Postkarte der Roten Falken nach Zwolle, NL
1930_lueb     Karte des "Freien Jugendkartells Lübeck": Aufruf zur Selbsthilfe der erwerbslosen Jugend, 1930/31
1930_langen     Jubiläumspostkarte: 10 Jahre Arbeitersiedlung Hamburg-Langenhorn. Entworfen wurde die Siedlung von Stadtbaudirektor Fritz Schumacher, übergeben wurde das erste Wohnhaus im April 1920
1932_BEF     Protestcamp von 17.000 Armeeveteranen der US-Army für die Auszahlung ihrer Kriegsentschädigungen aus dem 1. Weltkrieg ("Bonus"). Die Regierung ließ die Camps militärisch zerstören
1937_brug     Gedenkkarte für den französischen Interbrigadisten Alfred Brugeres, der in der Schlacht am Jarama im Februar 1937 fiel
1939_donbass     Tass-Fotokarte zum 22. Jahrestag der Oktoberrevolution im November 1939 im Kohlrevier Donbass

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